Biografie
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Geburtstag
17. Februar 1969 (57 Jahre alt)
a) Bio & Drum Lesson Vol. I
Christian Prommer kriegt den Mund offenbar nicht voll genug. Drum'n'Bass mit Fauna Flash, Detroit-Techno mit Voom:Voom, Erfolge und hohes Ansehen mit dem Trüby Trio und zu guter Letzt Jazzuntericht in seiner höchst eigenen Drum Lesson…
Ihren Anfang nimmt die Karriere des Münchners in den frühen 90er Jahren. Die Drum'n'Bass-Welle schwappt gerade über das europäische Festland und findet auch in der bayrischen Landeshauptstadt begeisterte Anhänger. Prommer lässt die diversen Rock- und Jazzkombos, in denen er bisher spielt, hinter sich und trägt unter dem Namen Fauna Flash zusammen mit Roland Appel seinen Teil zur weiter aufkeimenden Szene bei.
Mit durchschlagendem Erfolg, Fauna Flash finden sogar im englischen Mutterland des Drum'n'Bass Anerkennung und werden zum Montreux Jazz Festival eingeladen. Live-Musiker im Studio und selbst eingespielte Drums auf der Bühne geben den Ausschlag für die Einladung.
Nach der Veröffentlichung des ersten Albums "Aquarius" 1996, machen die beiden zunächst mit Rainer Trüby im nach ihm benannten Trio gemeinsame Sache, bevor sie sich im Jahr 2000 mit Peter Kruder von Kruder & Dorfmeister ins Studio begeben. Unter dem Pseudonym Voom:Voom gleiten sie wieder in härtere Technogefilde ab und veröffentlichen nach diversen Singles und 12" auf Compost im Jahr 2006 schließlich ihr Album "Peng Peng" auf !K7.
Wenig später soll es dann endlich so weit sein: Prommer lädt sich den Pianisten Roberto di Goia und den Schlagzeuger Wolfgang Haffner in sein Studio nach München ein, um sein erstes Solo-Album aufzunehmen. Aus Spaß an der Freude und um sich warmzuspielen nehmen sich die drei den Clubklassiker "Strings Of Life" von Derrick May vor und spielen eine akustische Version davon ein. Einige Zeit später stolpert Alex Barck von Jazzanova zufällig über den Track und ist auf Anhieb so begeistert, dass er und das gesamte Jazzanova-Kollektiv das Stück in ihren DJ-Sets weltweit spielen.
Die ebenfalls begeisterten Reaktionen des Publikums führen im Mai 2007 zu einer 12"-Veröffentlichung und zu der Idee, ein ganzes Album mit akustischen Versionen verschiedener Klassiker aus Prommers DJ-Sets aufzunehmen. Eine Solo-Scheibe erscheint zwar wieder nicht, dafür Anfang 2008 die "Drumlesson Vol. 1" - mit bewährter Besetzung plus Ernst Ströer an den Percussions und Dieter Illg am Zupfbass. Insgesamt zehn Stücke, unter anderem von Âme, Kraftwerk und Isolee, müssen Federn lassen und erscheinen im ganz neuen Jazzgewand…
b) Drumlesson Zwei
Wie schon auf "Drumlesson Eins" verjazzt Christian Prommer Klassiker des House und Techno. Der Wiedererkennungswert ist dabei nicht so wichtig. Auch Nostalgie beschwören nur wenige Stücke wie das Remake des legendären "Jaguar". weiterlesen
Mindestens genau so viel liegt Prommer an einem eigenen Flair und einem eigenen Stil - und der besteht in purer Coolness. Da will man sich glatt einen Trenchcoat kaufen, einen Detektivhut aufsetzen und mit Pokerface und großen Schritten durch die Gassen nächtlicher Metropolen streifen.
"Drumlesson" heißt dieses Remakealbum, weil alle Tracks auf Percussions aufbauen. Die Rhythmen sind oft knapp und repetitiv, aber immer haarfein ausbalanciert. Zu den Percussions gesellen sich, vorsichtig dosiert, Bass, Piano, Keyboard-Orgel, Schlagzeug und Gitarre. Christian Dieners präsentes und inspiriertes Bassspiel verbindet Rhythmen und Melodien und ist oft die heimliche Seele der Stücke. Der Pianist Roberto di Gioia zeigt sein großes Können, wann immer er ein wenig Freiraum hat. Ansonsten agiert er aber, wie schon im Verbund mit Klaus Doldinger, oft ein bisschen zu brav.
Vielleicht ist es aber auch die Produktion, die ihn mitsamt Uwe Karpa an der Gitarre immer wieder zur Unauffälligkeit verdammt. Die meiste Arbeit wurde bei diesem Album eindeutig ins Abmischen und Produzieren gesteckt. Das geht zu Lasten der Lebendigkeit. Die gute Besetzung hätte sicher Funken sprühen können, wenn man nicht alle Spitzen abgeschliffen hätte.
Auch beim Songaufbau dominiert die glatte Linie. Oft werden die Instrumente langsam ein- und ausgefadet. Wahrscheinlich hat Koproduzent Peter Kruder es sich nicht nehmen lassen, die Lautstärkeregler für die einzelnen Spuren extra-lässig zu bedienen und an den saturierten Beats mitzuwerkeln. Das Ergebnis ist eine unaufgeregte und unantastbare Vorwärtsbewegung mit wenig Kontrasten: Pure Coolness eben.
Wie schon seinerzeit als Teil des Trüby Trios und deren selbstbetitelter "Elevator Music" liebäugelt Prommer dadurch mit dem Jet Set. Versteckt sich unter dem Trenchcoat womöglich eine Krawatte? Unter dem Detektivhut eine Föhnfrisur?
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