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Dubstep bezeichnet eine größtenteils in Süd-London entstandene Musikrichtung, die aus Garage und 2 Step hervorging. Dubstep ist meist minimalistisch und zeichnet sich durch eine große Betonung des Bass im Klangbild aus, ähnlich wie auch Dub und Drum and Bass. Dubstep hat vielseitige Spielrichtungen, die Bandbreite reicht von extrem reduzierten, rhythmuslastigen Tracks bis hin zu solchen mit Drum'n'Bass-ähnlichen, harten Lead-Basslines. „Spielereien“ mit möglichst spektakulären Klangveränderungen beim Bass-Sound sind beliebte Wirkungen beim Dubstep.

Eine Art "Schwestergenre" ist , eine britische Form des HipHop, die ähnlichen Wurzeln entspringt, aber anders als der größtenteils instrumentale Dubstep auch Rap beinhaltet. Die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Musikrichtungen haben sich in der Vergangenheit jedoch eher reduziert.

Anfänge

Der Begriff „dubstep“ wurde ursprünglich durch Ammunition Productions geprägt und fand erstmals Verwendung auf einem Cover des XLR8R Magazins, mit dem die Horsepower Productions vorgestellt wurden. Der Begriff konnte sich allerdings erst mit dem „Dubstep Allstars Vol. 1“ Sampler (veröffentlicht auf Tempa und gemixt von DJ Hatcha) vollständig durchsetzen.

Die wichtigste Anlaufstelle in den frühen Jahren des Dubstep war der ehemalige Croydoner Big Apple Shop, unterstützt durch die ehemaligen Big Apple Records. Produzenten und DJs des frühen Dubstep in Croydon waren El-B und Jay Da Flex von Ghost Records sowie Hatcha, Menta/Artwork, Skream und Benga von Big Apple Records und Horsepower Productions. Zudem konnte Zed Bias eine große Zahl von Veröffentlichungen zum frühen Sound des Dubstep beisteuern. Steve Gurley (ehemaliges Mitglied von Foul Play) experimentierte außerdem auch mit düsterem 2 Step.

Horsepower waren mit ihren Veröffentlichungen auf dem Tempa Label, zusammen mit Big Apple eines der ersten bemerkenswerten Dubstep Labels. Tempa war, geleitet von Ammunition Promotions, die andere wichtige Anlaufstelle in der frühen Entwicklung des Dubstep. Nach 2001 waren Ammunition Productions für die Gründung einer Masse von Labels wie Soulja, Tempa, Road, Vehicle, Shelflife, Texture, Stealh People, Bingo u. a. verantwortlich. Allerdings existieren heutzutage nur noch Soulja, Bingo, Road und Tempa.

Stile

Dubstep ist meist minimalistisch und zeichnet sich durch eine große Betonung des Bass im Klangbild aus, ähnlich wie auch Dub und Drum and Bass. Dubstep hat vielseitige Spielrichtungen, die Bandbreite reicht von extrem reduzierten, rhythmuslastigen Tracks bis hin zu solchen mit Drum'n'Bass-ähnlichen, harten Lead-Basslines. Gern eingesetzt werden auch möglichst spektakuläre Klangveränderungen beim Bass-Sound, etwa die oft als „Wobble“-Sound bezeichneten Filter-Modulationen (Beispiele: Skream - Stagger, Digital Mystikz - Haunted) und viele andere "Spielereien". Auch melodielastigere Arrangements sowie mehr oder weniger subtile Techno/Rave-Referenzen sind beliebt. Dubstep hat, seit es als eigenständiges Genre Gestalt angenommen hat, immer mehr Elemente aus vielen anderen Stilrichtungen neben Dub und Reggae verarbeitet. In neuerer Zeit bewegt sich die musikalische Entwicklung des Dubstep in Richtung Minimal Techno und vergleichbare Spielformen des Electronica, was durch die in jüngerer Zeit häufiger werdende Kollaboration von Techno und Dubstep Produzenten und DJs zu begründen ist.

Der bekannte Dubstep-Pionier Kode9 antwortete auf die Frage, was Dubstep auszeichnet mit Bass and space und wird damit inzwischen oft zitiert. Space bezieht sich hier vor allem auf das Arrangement und den extremen Minimalismus.

Der Produzent geht davon aus, dass sein Track von lauten und bassgewaltigen Lautsprechern in einem Club wiedergegeben wird (sprich von großen Soundanlagen in Clubs) und berücksichtigt dies auch bei der Produktion. Dubstep ist Musik von und für Clubgänger und DJs und wird nur in kleinen Auflagen für diese Zielgruppe gepresst. Die neuesten Tracks finden ihre Verbreitung und Bekanntheit durch die DJs, die schon lange vor der Veröffentlichung von den befreundeten Produzenten mit neuem Material versorgt werden. Es werden sehr tiefe Bässe verwendet, die teilweise außerhalb des hörbaren Bereichs liegen. Somit wird auch die physische Wirkung der Basswiedergabe als bewusst eingesetzter Teil der Musik angesehen. Ein vergleichbares Hörerlebnis ist mit Kopfhörern oder Stereoanlage nicht möglich.

Rhythmus und Tempo

Das Tempo von Dubstep liegt normalerweise zwischen ca. 135 und 145 BPM, wie auch bei Garage oder 2 Step. Die verwendeten Rhythmen sind vielseitig und oft stark synkopiert. Auch die Verwendung von Triolen ist nicht unüblich. In den Anfangszeiten der Szene herrschten die Garage-ähnlichen, oft geshuffleten Rhythmen vor, die dann mehr und mehr den Halfstep-Beats (s. nächster Absatz) wichen. Mittlerweile werden auch die 2-Step-inspirierten Beats wieder häufiger verwendet. Außerdem gibt es Rhythmen mit einem leicht abgewandelten 4-to-the-floor-Beat.

Der „Halfstep“

Hier liegt die Betonung auf der ersten und dritten Viertelnote, wodurch das gefühlte Tempo von etwa 140 BPM auf die Hälfte reduziert wird. Die Snare erklingt also z.B. nicht mehr auf jedem zweiten Viertel, sondern nur noch halb so oft. Diese "schwer" wirkenden, "schleppenden" Beats erinnern teilweise an Dub oder Hip Hop. Beliebt sind auch Rhythmen, die diese Schwere wiederum mit dichten, schnelleren Percussions verbinden. Der Halfstep-Rhythmus ist aber nur ein Aspekt von Dubstep, ebenso gibt es z.B. an Dancehall- oder Elektro erinnernde Beats sowie die erwähnten 2 Step-Einflüsse.

Club Forward

Ammunition war auch für einen Club namens Forward verantwortlich, der ursprünglich in den Velvet Rooms in Soho beherbergt war und heutzutage zweimal im Monat in Plastic People in Shoreditch veranstaltet wird. Der Club war entscheidend für die Entwicklung des Dubstep, da er einen der ersten Veranstaltungsorte nur für Dubstep bot, und den Produzenten eine Möglichkeit gab neue Veröffentlichungen vorzustellen. Forward hielt zusätzlich eine Radioshow auf dem Ost-Londoner Schwarzsender Rinse FM, moderiert von dem DJ und Produzenten Kode9.

Forward war von Beginn an auch für andere Varianten des Garage bekannt. So wurde hier eine Form des frühen Grime, später 8bar, von DJs wie Slimzee (später bei Pay As U Go, jetzt bei Rinse FM) gespielt. Dieses erlaubte auch Produzenten wie Plastician aus Croydon und Mark One aus Manchester ihre eigenen Varianten des Grime an die Leute zu bringen.

Forward gewann auch die Aufmerksamkeit von Rinse FM, die um 2003 ihr Programm auch für Dubstep-DJs öffneten, in einer Zeit als die traditionelle Garage-Szene dem Dubstep den Rücken gekehrt hatte. Rinse FM wurde zu einer lebensnotwendigen Instanz, die die Verbindung zwischen Dubstep und seinem urbanen Londoner Hintergrund stärkte, aber der Szene auch gleichzeitig erlaubte neue Ideen zu entwickeln.

Dubstep heute

Im Laufe des Jahres 2003 begann DJ Hatcha, auf Rinse FM und durch seine Sets im Forward eine neue Richtung für den Dubstep zu definieren, eine Richtung die den Dubstep letztendlich zu einer eigenständigen Musikrichtung formte. Durch die Verwendung von 10“-Einzeldruck-Reggae-Style-Dubplates bediente er sich exklusiv eines reichhaltigen Pools Süd-Londoner Produzenten – erstmals Benga und Skream, später auch Digital Mystikz und Loefah – und leistete damit die Pionierarbeit für einen düsteren, präzisen und minimalistischen Dubstep. Durch die Aufnahme von Digital Mystikz in seine Sets wurde die Palette von Sounds immer reichhaltiger und gewann mit verschiedensten Einflüssen, die wichtigsten wohl Reggae und Dub, immer an neuen Klängen.

Die Süd-Londoner Digital Mystikz (Mala und Coki) und Loefah brachten bald auch ihre eigenen Ideen, Einflüsse aus dem Dub und ein aus dem Jungle geläufiges Verständnis für die Priorität des Basses in die Dubstep-Szene mit ein. Nach ihren ersten 12“-Veröffentlichungen auf Big Apple gründeten sie ihr eigenes Label DMZ, das bis heute zwölf 12“-Platten veröffentlicht hat. Mit Labelgründung einher ging die DMZ night, die alle zwei Monate in Brixton stattfand und die neuesten Dubstep-Talente vorführte (z. B. Skream , N-Type, Scuba, Kode9, D1, Random Trio, Chef, Joe Nice, Pinch, DJ Youngsta, Distinction, Vex’d und Blackdown). Mit der einzigartigen Sound-Anlage ist die DMZ night die weltweite Referenz in Sachen Dubstep, die sich nur mit der Subloaded, Bristols Dubstep night, für die DJ Pinch und die Context Crew werben, vergleichen lässt.

Ein weiterer entscheidender Punkt in der Geschichte des Dubstep waren die zwei fälschlicherweise „Grime“ benannten Compilations von Rephlex (unterstützt durch Ammunition). Mit einem Aufgebot von Künstlern wie Plasticman, Mark One und Slaughter Mob auf Volume 1 und Kode9, Loefah und Digital Mystikz auf Volume 2, wurde der Dubstep so der Welt der elektronischen Musik vor Augen geführt. Die Einflüsse dieser entscheidenden Compilations sind noch in heutigen Veröffentlichungen und Club nights deutlich zu erkennen.

Mit dem Jahre 2006 ging ein massiver Interessenzuwachs am Dubstep einher. Nach dem Erfolg von Skreams „Midnight Request Line“, dem Hype um die DMZ night und der Unterstützung durch Online-Foren und Blogs, explodierte die Szene förmlich, als DJ Mary Anne Hobbs in einer BBC-Radio-1-Show mit Namen „Dubstep Warz“ das Beste, was die Szene zu bieten hatte, zusammenstellte. Seither hat sich Dubstep, nach Jahren des Untergrund-Daseins ein neues Publikum erschlossen, erstmals nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit.

Auch in Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine stetig wachsende Dubstep-Szene zusammengefunden. Durch die Veröffentlichung von Untrue, dem zweiten Album von Burial, gewann der Begriff Dubstep weitere Beachtung in den deutschsprachigen Medien. de:bug verfasste im Dezember 2007 einen Artikel über die stilistischen Überschneidungen von Dubstep und Minimal Techno. Als Beispiel wird Minimal-DJ Ricardo Villalobos genannt, der bereits Dubstep-Stücke remixte und diese regelmäßig auf Raves auflegt.

Musikbeispiele

DJ Abstract – Touch (2003)
Horsepower Productions – Log On Dub (2003)
Burial – Southern Comfort (2005)
Loefah – The Goat Stare (2005)
Kode9 and The Spaceape – Kingstown (2005)
Mala (Digital Mystikz) – Blue Notez (2005)
Skream – Dutch Flowerz (2006)
Distance – Night Vision (2006)
Benga&Coki – Night (2007)
Coki (Digital Mystikz) – Blood Thirst (2007)
Mala (Digital Mystikz) – Lean Forward (2007)
Geiom featuring Marita – Reminissin (2008)
Martyn – Vancouver – 2562 Remix (2008)

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