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Biografie

  • Geburtstag

    2. September 1900

  • Geboren in

    Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland

  • Gestorben

    10. Mai 1987 (mit 86 Jahren)

Wilhelm Strienz (* 2. September 1900 in Stuttgart; † 10. Mai 1987 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Opernsänger (Bass).

Nach Gesangsstudien bei Theodor Scheidl und Luise Reuss-Belcel debütierte der gelernte kaufmännische Angestellte Strienz 1922 im Deutschen Opernhaus Berlin als Eremit in Carl Maria von Webers "Der Freischütz". In den Folgejahren profilierte er sich an den Opernhäusern von Wiesbaden, Kaiserslautern und Stuttgart. Zu seinen Rollen gehörten der Mephisto aus CharlesGounods "Margarete" und Van Bett in Albert Lortzings "Zar und Zimmermann", aber auch zahlreiche Richard Wagner-Partien.

Zwischen 1926 und 1933 arbeitete Strienz für den neu gegründeten Westdeutschen Rundfunk in Köln. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurde der Rundfunkintendant Ernst Hardt entlassen, Strienz trat der SA bei und wurde an die Berliner Staatsoper verpflichtet. 1935 sang er in einer Schallplatteneinspielung der Electrola "Deutsch sein, heißt treu" sein und "Flieg, deutsche Fahne flieg!" Anschließend entwickelte sich Strienz zu einem beliebten Interpreten volkstümlicher Musik im Rundfunk. 1936 sang er in der von der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde bestellten Propagandafilm "Ewiger Wald". Daneben nahm er weiterhin Opern-Engagements wahr und gastierte auch am Londoner Royal Opera House Covent Garden. 1937/38 sang er den Sarastro in der legendären Schallplatten-Einspielung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Thomas Beecham.

Bekannt sind auch seine Interpretationen der von Carl Loewe vertonten Balladen "Der Nöck" von August Kopisch und "Die Uhr" von Johann Gabriel Seidl.

Wegen seiner großen Popularität forderte ihn das NS-Regime nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zur Teilnahme an der Rundfunksendung „Wunschkonzert für die Wehrmacht“ auf. Darin wurde er unter anderem mit "Gute Nacht, Mutter" von Werner Bochmann bekannt. Ab 1940 trat er auch als Solist in verschiedenen Kriegsliedern wie "Soldat in Polen" hervor, die auf Schallplatten eingespielt wurden. Daneben trat er in den Propagandafilmen "Wunschkonzert" (1940) und "Fronttheater" (1942) auf. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Adolf Hitler im August 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der neun wichtigsten Konzertsänger auf, was ihn von einem Kriegseinsatz, auch an der Heimatfront befreite.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit boykottierten ihn die deutschen Rundfunkanstalten vor allem in der SBZ, da sein Name in Verbindung mit der NS-Propaganda der Kriegsjahre gebracht wurde. Strienz setzte seine Gesangstätigkeit jedoch fort: Er machte erfolgreiche Tourneen und erhielt einen Vertrag der Schallplattengesellschaft Decca. 1963 beendete Strienz seine Sängerlaufbahn und zog sich ins Privatleben zurück.

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