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Auch das zugegebenermaßen ziemlich weitläufige Genre des Posthardcore macht keinerlei Anstalten zu schrumpfen. Zumindest kann subjektiv schnell der Eindruck entstehen, dass ständig neue Bands auftauchen und sich um die Plätze an der Sonne balgen. Allzuschnell ist man als Hörer geneigt, zu sagen, dass "die doch eh alle gleich klingen".

Auch US CHRISTMAS gehen oberflächlich betrachtet mit ihrem Stil dieses Risiko ein, obgleich sie seit bald zehn Jahren unterwegs sind und mit "Run Thick In The Night" nun ihr fünftes Album erscheint. Ein echter Brocken übrigens, dessen dreizehn teilweise überlangen Titel es zusammen auf satte 76 Minuten bringen. Ungeduldige Zeitgenossen können also gleich einpacken – nicht nur der Spielzeit des Albums und der weitschweifigen Songaufbauten wegen, sondern auch deshalb, weil "Run Thick In The Night" selbst für an Doom, Posthardcore, technischen Death Metal und andere mitunter "anstrengende" Musikrichtungen gewöhnte Hörer eine introvertierte Scheibe darstellen dürfte. Allerdings auch eine verdammt gute, denn die ausufernden Klanglandschaften zwischen EARTH, NEUROSIS und RED SPAROWES weisen bei näherer Betrachtung eine Fülle von Details auf, wie sie im Genre nicht selbstverständlich sind. Dazu gesellt sich der meist durch viel Hall noch zusätzlich entrückt klingende, eiernde, monotone und doch ungemein passende und fesselnde Gesang Nate Halls, welcher einer gewissen Gewöhnung bedarf. Bereits im dreizehnminütigen Eröffnungssong "In The Night" ziehen US CHRISTMAS alle Register von dröhnenden Riffs über wabernde Gitarren- und Synthieflächen bis hin zu von Tribal-Rhythmik unterlegtem und mit akustischen Einsprengseln versehenen Space Rock inklusive der allseits beliebten "Raumschiffkommandobrückengeräusche", wie sie durch HAWKWIND populär gemacht wurden. Die Übergänge gestalten die Amerikaner dabei derart subtil und unauffällig, dass man gar nicht erst auf Worte wie "kopflastiges Konstrukt" oder "Stilbruch" kommt. Das Sextett aus North Carolina lässt vor allem in den langen Stücken einfach mal die eine, mal die andere Spielart Oberhand gewinnen, ohne dass es zu Rangordnungskämpfen kommen könnte. Wozu auch, denn man hat ja Zeit und weiß sie zu nutzen.

Wer ein in einem einheitlichen Stil gehaltenes, leichtverdauliches Album hören möchte, sollte von "Run Thick In The Night" tunlichst die Finger lassen. Neben den ausladenden, wandlungsreichen Songmonstern wie "In The Night", "Suzerain", "Deep Green" und "The Moon In Flesh and Bone" finden sich scharfkantiger Spacerock , tieftraurige Neofolk-Stücke und Songs, die mit beinahe schon unheimlicher Mühelosigkeit den Psychedelic Rock früher MONSTER MAGNET mit der Stimmung später NEUROSIS verbinden . Damit habe ich bisher leider weder das grandiose Coverartwork von Hush gewürdigt noch auf das umfangreiche Arsenal an Instrumenten hingewiesen, welches US CHRISTMAS auf "Run Thick In The Night" so geschmackvoll einsetzen. Ein Album, das man oft hören muss, laut, im Dunkeln, allein.

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