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Biografie

  • Jahre aktiv

    1969 – 1975 (6 Jahre)

  • Gegründet

    Speyer, Rheinland-Pfalz, Deutschland

TYBURN TALL wurde 1969 in Speyer von Werner Gallo (g, Jahrgang 1951), Hanns Dechant (dr, Jahrgang 1948), Stefan Kowa (b, Jahrgang 1950) und Günther Göttsche (key, Jahrgang 1954) ins Leben gerufen. Alle außer Günther Göttsche hatten bereits bei der 1965 gegründeten Beatgruppe "The Screamers" erste Erfahrungen gesammelt. Mit Hinzukommen des neuen Mannes wollte man andere musikalische Wege beschreiten weg vom nachgespielten Beat der sechziger Jahre (Rolling Stones, BeatlesTitel), hin zu einem eigenen Sound, einer Mischung aus Rock, Klassik und Jazz, von progressiv bis verspielt. Der Name Tyburn Tall entstand ähnlich wie bei GratefuI Dead. Man blätterte in einem Geschichtswerk nach und stieß dabei auf einen englischen Ort namens Tyburn. Dort soll zu Zeiten Oliver Cromwells ein großer Baum gestanden haben, an dem mißliebige Leute zuhauf aufgeknüpft wurden. Aus klanglichen Gründen machte man aus Tyburn tree dann Tyburn Tall. Einen tieferen Sinn hat der Name also nicht unbedingt. Im Frühjahr 1970 feierte man mit dem neuen Programm, das jetzt überwiegend aus eigenen Kompositionen bestand, die ersten großen Erfolge in Speyer und Umgebung. Im Juni verstärkte man sich noch mit dem Flötisten Hermann Damiantschitsch (Jahrgang 1951). Den Sommer nutzte die Gruppe zur Erstellung eines Instrumentalkonzertes in drei Sätzen mit dem Titel "Autagonia", was aus dem Griechischen kommt und soviel wie "Kampf mit sich selbst" bedeutet. Federführend dabei waren der überragende Organist Günther Göttsche, Sohn des damaligen Landeskirchenmusikdirektors, und Stefan Kowa, der, vorbelastet durch sein Elternhaus (Großmutter und Mutter gaben Klavierunterricht, Großvater war Geiger), ebenfalls eine klassische Klavierausbildung genossen hatte.

Im September 1970 war es dann soweit und "Autagonia" konnte mit riesigem Erfolg uraufgeführt werden. Zu diesem Erfolg trugen auch Titel wie z.B. das 3.Brandenburgische Konzert von J.S.Bach in der Rockszene berühmt geworden durch Keith Emerson und The Nice oder bearbeitete Themen von Dvoraks Werk "Aus der Neuen Welt" bei. Es existiert noch eine Bandaufnahme davon, die auf einer späteren CD veröffentlicht werden soll, sofern es studiotechnisch möglich ist, die Tonqualität zu verbessern. Mit dieser CD darf jedoch frühestens Ende 1994 gerechnet werden. Bis Mai 1971 folgten zahlreiche gelungene Auftritte, u.a. als Vorgruppe von Golden Earring in Speyer, Zweibrücken und Landau, von Space Odetty, den späteren Frumpy, oder von Renaissance in Landau und Ludwigshafen. Ende Mai 1971 hörten Günther Göttsche und Hermann Damiantschitsch aus persönlichen Gründen auf. Bis zum Juni waren die Ersatzleute gefunden. Es waren Reinhard Magin (Jahrgang 1948) als Tastenmann und Klaus Fresenius (Jahrgang 1952) als Sänger und Perkussionist. Mit den zwei Neuen an Bord zog man sich in den Proberaum zurück und überarbeitete das Programm. Was dabei herauskam waren wieder sehr anspruchsvolle, aber mehr von RockJazzelementen als von Klassikelementen getragene Titel. Eines der großen musikalischen Vorbilder war die Gruppe Colosseum um John Hiseman. Anfang 1972 gaben erste Auftritte der Band die Bestätigung, daß sie an Popularität und Aktualität auch in der neuen Besetzung nichts eingebüßt hatte. Beeinflußt u.a. auch von Freunden entschloß man sich deshalb im Frühjahr 1972, in ein Studio zu gehen und eine LP zu produzieren. In einem kleinen Privatstudio im vorderpfälzischen Bellheim wurden vier eigene Titel eingespielt, abgemischt und als Langspielplatte unter dem Namen der Gruppe Tyburn Tall veröffentlicht.

Die Klapphülle zeigt innen einen MerianKupferstich von Speyer, in den sich, selbstverständlich gewollt, ein paar Dinge eingeschlichen haben, von denen Merian zu seiner Zeit noch nichts wissen konnte. Die LP erschien als Eigenpressung im Selbstverlag in einer Auflage von nur 200 Stück, wovon etwa die Hälfte beim Brand des Speyerer Musikgeschäftes Markus vernichtet wurde. Die große Seltenheit und der künstlerische Wert sind der Grund dafür, daß die LP inzwischen die teuerste Platte des deutschsprachigen Raumes ist. Es wurden und werden bis zu 5000 DM dafür geboten. Leider ist das Mutterband nicht mehr vorhanden. So mußte man für die Herstellung der CD eine neuwertige Platte auf DAT überspielen und im Studio Pfanz in Hamburg mit dem NoNoiseVerfahren von Cedar bearbeiten, wobei jegliches Rillengeräusch gelöscht und die Fehlstelle interpoliert wird, so daß man im Endergebnis Mutterbandqualität erreicht. Zusätzlich hört man auf der CD die bisher von Tyburn Tall nicht veröffentlichten Stücke "Lost Angeles" und "Bring out your dead", beide ursprünglich von Colosseum.

1972 mußte Werner Gallo die Gruppe verlassen. Er wurde durch Pino Cirillo (g) ersetzt. Als Stefan Kowa Ende 1975 aus beruflichen Gründen ins benachbarte Belgien verzog, wollte man ohne ihn nicht weiterspielen, und somit war das Ende von Tyburn Tall gekommen. In den sechs Jahren des Bestehens hatte man etwa 40 bis 50 Auftritte gehabt und neben Golden Earring, Space Odetty und Renaissance auch mit Amon Düül II, Frumpy, Taste, East of Eden, Ekseption, Kin Ping Meh, Nine Days Wonder, Bitch, Hardin + York, den Rainbows, den Petards und anderen gespielt. Dabei zeigte sich immer wieder, daß die fünf so gut waren, daß sie auch bei bekannteren Gruppen durchaus mithalten konnten. Die Zeitungsberichte von damals sind jedenfalls des Lobes voll. Heute spielen nur noch Klaus Fresenius und Hanns Dechant, und zwar in der Mundartgruppe Blues und Bloedel. Stefan Kowa produziert nebenher eigene Titel in senem Heimstudio. Eine erste CD ist in Vorbereitung.
Zum fünfundzwanzigsten Jahrestag stand man in alter Besetzung in der Halle 101 in Speyer vor 700 bis 800 begeisterten Leuten auf der Bühne, darunter als Ehrengast auch Günther Göttsche. Knapp die Hälfte dieses Auftritts sind für vorliegende CD ausgewählt worden. Daneben wurden noch folgende Stücke gespielt: "War game" und "Strange days hiding" (beide von ihrer LP), "Lost Angeles", "Bring out your dead", "Samba pa ti", "Oye como va", "Se a cabo", "With a little heip from my friends" und "Birthday". Der soulige Frauenchor (bei "l'm a man" und "Girnme some lovin'"), der manchen ProgressivHörer stören dürfte, war ein Zugeständnis an die etwas gesetzteren Speyerer Zuhörer. Durch den Abend führte Stefan Kowa auf sehr lockere und einnehmende Art. Erst nach mehreren Zugaben durfte man von der Bühne. Wermutstropfen war die schlecht eingestellte und z.T. übersteuerte Anlage. So war die Aufnahme von "Friday" unbrauchbar, und das Stück mußte für die CD im Studio neu eingespielt werden. Im übrigen soll dieser Auftritt eine einmalige Sache bleiben und nicht wiederholt werden. Wer ihn verpaßt hat, kann sich an dieser CD erfreuen.

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