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Biografie

  • Geburtstag

    22. August 1963 (58 Jahre alt)

  • Geboren in

    Newton, Catawba County, North Carolina, Vereinigte Staaten

Tori Amos (* 22. August 1963 als Myra Ellen Amos in Newton, North Carolina) ist eine US-amerikanische Sängerin und Musikerin.

Sie verwendet als eine der wenigen populären Musiker ein Klavier als Hauptinstrument. Bekanntheit erlangte sie seit den frühen 1990er Jahren vor allem durch ihre lyrischen und gefühlsbetonten Texte. Inhaltlich variabel, deckt sie gerne Themen wie Sexualität, Religion, Patriarchat und persönliche Schicksalsschläge ab. Einige ihrer bekanntesten und erfolgreichsten Lieder sind „Crucify“, „Silent All These Years“, „Caught A Lite Sneeze“, „Me And A Gun“, „Jackie’s Strength“, „God“, „Cornflake Girl“, „A Sorta Fairytale“, „Professional Widow“ und „Spark“.

In Amerika und Großbritannien erfreute sie sich mäßiger Chart-Erfolge, jedoch einer großen Fangemeinde, der sie in erster Linie zwölf Millionen verkaufte Tonträger weltweit verdankt. Zu ihren Markenzeichen gehören neben ihrer Stimme auch ihre zwei Bösendorfer Flügel (einer für Live-Auftritte, der andere für das Studio) sowie eine Vorliebe für High-Heels. Ausgefallene und mitunter derbe Auftritte während Interviews verhalfen ihr zu dem Ruf eine „Exzentrikerin“ zu sein.

Einfluss auf Tori Amos hatten Musiker wie Leonard Cohen, Kate Bush, Joni Mitchell und ihr Jugendidol Robert Plant. Obwohl sie eher weniger mit anderen Künstlern kollaboriert fand eine kurze musikalische Zusammenarbeit mit Trent Reznor, Maynard James Keenan, Michael Stipe sowie Robert Plant statt.

Die erfolgreichste Single-Auskopplung war der für ihre Musik untypische Dance-Remix ihres Songs "Professional Widow" durch Armand van Helden.

Biografie

Amos ist Tochter von Reverend Edison und Mary Ellen Amos und praktizierende Anhängerin indianischer Cherokee-Traditionen. Trotz der konservativ-christlichen Erziehung der Eltern (ihr Vater ist Methodistenpfarrer) fühlte sie sich spirituell mehr mit ihrem indianischen Großvater mütterlicherseits verbunden.

Bereits mit zweieinhalb Jahren begann Tori Amos Klavier zu spielen, wie es heißt, mit Telefonbüchern auf dem Klavierstuhl. Mit fünf erhielt sie ein Stipendium für das renommierte Peabody Konservatorium für Musik, an dem sie bis heute die jüngste Teilnehmerin war. Sie wurde dort in klassischem Gesang und Klavier ausgebildet und strebte eine Karriere als Konzertpianistin an. Sie bestand allerdings darauf, Musik zu "hören" und nicht Musik zu "lesen". Diese Einstellung führte schließlich zur Beendigung ihres Stipendiums, als sie elf Jahre alt war. Sie widmete sich lieber der vergleichsweise rebellischen Musik von The Beatles, Jimi Hendrix und Led Zeppelin. Mit 13 Jahren bekam sie ihren ersten Job als Pianistin in einer Schwulenbar in Georgetown ("Mr. Henry's"). Sie sollte die nächsten 13 Jahre mit dem Spielen in Nachtclubs verbringen (die ersten Jahre mit ihrem Vater als Aufpasser). Nach Jahren erfolgloser Demo-Bänder beschloss sie im September 1984 nach Los Angeles zu ziehen um ihre Karriere zu beschleunigen.

1985 gründete Sie die Gruppe „Y Kant Tori Read" (Schlagzeuger Matt Sorum) die bis 1987 existieren sollte. Ihre Bemühungen, nicht als Pianobar-Mädchen zu enden, sind schließlich mit einem Plattenvertrag bei Atlantic Records im Jahre 1986 erfolgreich. Unter dem Namen „Y Kant Tori Read" wurde das gleichnamige Album 1988 veröffentlicht. Die Marktstrategie machte aus ihr ein "Rockluder" à la Joan Jett/Pat Benatar und Präsentation wie Musik hatten wenig mit der späteren Tori Amos gemeinsam. "Y Kant Tori Read" war ein totaler Flop (7.000 verkaufte Exemplare), und die Plattenfirma verlor trotz Vertrags vorerst das Interesse an ihr. Exemplare von "Y Kant Tori Read" liegen heute im dreistelligen Preisbereich, teilweise erreichen sie annähernd die 1.000 €-Marke.

Ohne offenkundige musikalische Perspektive fand sie jetzt den Mut, introspektive Lieder zu schreiben, und besorgte sich wieder ein Klavier. Ihre neuen sehr klavierlastigen Lieder fanden zunächst keinen Anklang bei den Labelmanagern. Dank ihrer immensen Bühnenerfahrung beschloss die Plattenfirma, sie nach England zu schicken, um zu sehen, ob ihre neuen Lieder beim Publikum eine Chance hatten. Im Februar 1991 begann sie in England mit ihren für sie typischen nur von Klavier begleiteten Solo-Auftritten. Tori gewann nach und nach ein Publikum, und das East West Records Label begann daraufhin mit der Vermarktung der "authentischen" Tori Amos. Der Song "Me and a Gun" war die erste Veröffentlichung unter dem Namen Tori Amos (1991, UK). Erstaunlicherweise sollte dieses schwer verdauliche Werk auch ihr erster Chart-Erfolg werden. Es folgte die Veröffentlichung von "Silent All These Years" in Großbritannien (1991).

Der zweite Hitparaden-Erfolg brachte Tori Amos in einer groß angelegten Werbekampagne zurück in die USA, um 1992 ihr Debütalbum "Little Earthquakes" zu präsentieren. Dieses Album war nicht nur ein großer kommerzieller Erfolg, sondern wurde auch von den Kritikern als herausragendes Singer/Songwriter-Werk gefeiert. Das folgende Werk "Under The Pink" konnte den kommerziellen Erfolg von "Little Earthquakes" noch übertreffen und brachte ihr mit der Auskopplung "Cornflake Girl" einen Top-Ten-Hit ein (UK, 1994).

Amos war 1994 Mitbegründerin von RAINN (Rape, Abuse and Incest National Network), der bis heute einzigen amerikaweiten kostenlosen Notrufhotline für Vergewaltigungsopfer (insbesondere für Frauen und Kinder).

Mit dem 96er Album "Boys For Pele" durchbrach sie das Dogma von der reinen Klavierspielerin und spielte von nun an auch Orgel und Cembalo auf der Bühne. Rechtzeitig für die renommierte „MTV unplugged“-Serie arbeitete sie wieder mit dem langjährigen Freund Steve Caton (Gitarrist bei "Y Kant Tori Read") zusammen und trat erstmals als Tori Amos "Plugged" auf. Der kommerzielle Erfolg von "Boys For Pele" hielt sich bis auf den House-Remix von "Professional Widow" (angefertigt von Armand Van Helden) vorerst in Grenzen, doch sollte sie gerade mit diesem kompromisslosen Album einen weiteren Grundstein für ihren Erfolg legen. Von dem Skandal, den sie 1996 durch ein Foto von einem Ferkel an ihrer nackten Brust auslöste, bekam man in Deutschland wenig mit.

Die zweite Fehlgeburt ließ sie 1998 depressiv werden. Musikalisch machte sich dies auf dem Album "From The Choirgirl Hotel" deutlich bemerkbar; es kann wohl als ihr düsterstes Werk gelten. Sie heiratete am 22. Februar 1998 ihren „Sound Engineer“ Mark Hawley, der seit 1994 für den guten Ton bei ihren Konzerten verantwortlich ist. Nun trat sie nicht nur mit Band an (John Evans (Bass), Steve Caton (Gitarre), Matt Chamberlain (Schlagzeug)), sondern spielte auch noch Synthesizer und Klavier (teils gleichzeitig). Begleitet von aufwendigen Licht-Effekten glichen ihre Konzerte nun eher konventionellen Rockkonzerten. Das 1999 erschienene Live/Studio-Album "To Venus And Back" zeugt von dieser Zeit.

Seit einem Zerwürfnis im Jahre 1998 bestrebt Tori Amos ihre Plattenfirma Atlantic Records zu verlassen. Ihr erklärter Wille bei Atlantic keine neuen Stücke zu veröffentlichen, mündete schließlich in dem Konzept-Album "Strange Little Girls". Mit diesem ausschließlich aus Coverversionen bestehendem Album erfüllt sie schließlich ihren Vertrag und wechselt zu Epic/Sony. In "Strange Little Girls" geht es thematisch um Lieder, die von Männern über Frauen geschrieben werden. Tori Amos nimmt dabei die Position der jeweils besungenen Frau ein. Die einzige Single "Strange Little Girl" wird, aufgrund eines Urheberrechtstreits bezüglich der CD-Hülle, wieder vom Markt genommen. Auffällig ist das Fehlen ihres langjährigen Gitarristen Steve Caton der für die Studioaufnahmen durch King Crimson-Gitarrist Adrian Belew ersetzt wurde.

Durch den Einfluss der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA entstand ihr Album "Scarlet's Walk". Erstmals geht es dabei weniger um ihre eigenen als um die Gefühle anderer Menschen. Thematisiert wird die fiktive Person „Scarlet“ und ihre Reise durch USA. Scarlet's Walk erweist sich als zugänglicher als die beiden vorangegangenden Alben und kann mit "A Sorta Fairytale" auch wieder einen Radio-Hit in den USA vorweisen.

Die Veränderung in Toris Leben durch die Geburt ihrer Tochter Natashya Lorien (* 5. September 2000) spiegelt sich auch in ihrer Musik wider. Sie gibt selber an, sich durch ihr Muttersein verändert zu haben. Im Jahre 2004 erschien das Abschlusskonzert ihrer bislang längsten Tournee als DVD ("Welcome to sunny Florida") mit einer Sammlung ruhiger Songs als Bonus-CD (Scarlet’s Hidden Treasures). Im Februar 2005 sind sowohl ihr neues Album (The Beekeeper) wie auch ihr erstes Buch (Piece by Piece) erschienen.

Im Dezember 2005 erschien ihr Live-Album "The Original Bootlegs", das auf jeweils zwei CDs Mitschnitte von sechs Konzerten ihrer USA- und Europa-Tour 2005 enthält. Das Album bietet auch einige Coverversionen (u.a. "Livin' On A Prayer" von Bon Jovi, "Dream On" von Aerosmith und "I Ran" von A Flock Of Seagulls).

Im September 2006 erschien mit "A Piano: The Collection" eine Sammlung ihrer bekanntesten Stücke zusammen mit B-Seiten und bisher unveröffentlichten Songs. Hierbei sind alle Alben von 1992 bis 2005 vertreten.

Am 27. April 2007 erschien mit "American Doll Posse" ein neues Studioalbum mit 23 neuen Songs. Auf diesem Album schlüpft Amos in fünf verschiedene Frauenfiguren: Sie singt als „Tori“, als „Isabel“, als „Clyde“, als „Pip“ und als „Santa“.

2008 erscheint ein von Tori Amos initiierter Comic-Band, „Comic Book Tattoo, Vol. 1“. In diesem Buch beschäftigen sich verschiedene Comic-Autoren mit Toris Songs. Das Buch besteht aus zahlreichen illustrierten Kurzgeschichten. Tori Amos selbst steuert ein Vorwort bei.

Im Mai 2009 erscheint das Album "Abnormally Attracted to Sin". Es behandelt die Definition von „Sünde“ und wie diese oft missbraucht wurde, um Menschen und im Speziellen Frauen zu unterdrücken. Begleitend zu dem Album erscheinen 18 "Visualettes" – Musikvideos zu den Songs, welche dem Hörer näher bringen sollen, wovon das jeweilige Lied handelt. Aufgenommen wurden diese Visualettes während der 2007er American Doll Posse Tour.

Am 27. November 2009 erschien Tori Amos' erstes Weihnachtsalbum mit dem Titel Midwinter Graces". Dieses soll, so Amos, nicht als klassisches Weihnachtsalbum gesehen werden, da es nicht nur die christliche Mythologie behandelt, sondern versucht, alle religiösen Mythologien mit einzubeziehen. Daher bezeichnet sie es auch eher als Sonnwenden- oder Winteralbum. Das Album erscheint als normale Ausgabe und als Special Edition. Letztere enthält eine DVD mit einem etwa 30-minütigen Interview, in dem Tori Amos das Konzept von Midwinter Graces näher erklärt.

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