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Parsley, Sage, Rosemary and Thyme ist das dritte Studioalbum des US-amerikanischen Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel. Produziert von Bob Johnston. Das Album wurde in den USA am 10. Oktober 1966 veröffentlicht.

Simon & Garfunkel schufen 1966 mit "Parsley, Sage, Rosemary & Thyme" ihr erstes unvergängliches Meisterwerk, das mit federleichten Ingredienzen glänzte, aus denen das Duo immergrüne Hits wie "Scarborough Fair", "The 59th Street Bridge Song (Feelin' Groovy)" und "Homeward Bound" komponierte.

Vom Rolling Stone-Magazin wurde es im Jahr 2012 auf Platz # 202 in den „Die 500 besten Alben aller Zeiten gewählt.

Der Titel „Parsley, Sage, Rosemary and Thyme“ (deutsch: Petersilie, Salbei, Rosmarin und Thymian) leitet sich aus der sich in jedem Vers wiederholenden 2. Zeile des Eröffnungsstückes Scarborough Fair/Canticle ab.

Nach dem Erfolg des Anfang 1966 veröffentlichten Album „Sounds of Silence“, welches den Durchbruch von Simon & Garfunkel markierte, begab sich das Duo ins Studio, um das nächste Album aufzunehmen. Dabei konnten sie auf den bereits recht umfangreichen Fundus an von Paul Simon geschriebenen Titeln zurückgreifen. Einige Titel hatte Simon bereits 1963 auf seinem zunächst nur in Großbritannien veröffentlichten Solo-Album „The Paul Simon Songbook“ eingespielt. Als Produzent trat hier – wie bei Sounds of Silence – wieder Bob Johnston auf.

Im Herbst 1966, als die LP "Parsley, Sage, Rosemary and Thyme" veröffentlicht wurde, erlebte die Gesellschaft nachhaltige soziale und politische Umwälzungen und Simon thematisierte diese Turbulenzen in seiner übermütigen Persiflage "A Simple Desultory Philippic (Or How I Was Robert McNamara'd Into Submission). Im Verlauf des Songs zitiert sich der Sänger durch alle relevanten Schlagzeilen jener Tage. Martin Luther King Jr. wird ebenso erwähnt wie General Maxwell Taylor, die Beatles und Lenny Bruce. Natürlich darf auch eine ironische Anspielung auf die Wirkungen von Marihuana nicht fehlen, das von einer wachsenden Zahl amerikanischer Jugendlicher geraucht wurde: Simon nennt es hier "pint of the day".

Ein süßlicher Kräuterduft hängt auch über dem ganzen Album, er wabert durch das barocke Gitarren-Lick und die himmlischen Garfunkel-Vocals im Intro des Openers "Scarborough Fair/Canticle und verliert sich erst nach "Silent Night", dem letzten Song der Platte. Wer damals als Jugendlicher die Scheibe kaufte, hörte sie immer und immer wieder, bis sich jedes Wort, jede einzelne Note für immer in seinen Gedanken festsetzte.

Simon & Garfunkel hatten es geschafft, als die Künstler ihrer Generation wahrgenommen zu werden, die die Geschehnisse einer verrückten Ära assimilieren und in kunstvolle Arrangements verwandeln konnten. Sie waren urbane Hipster, die den Zeitgeist erkannt hatten und die trotz der Verwirrung, die in der Gesellschaft herrschte, immer an den Fundamenten ihres Songwritings festhielten: Präzision, Klarheit und Schönheit.

So entstanden auf "Parsley, Sage …" einige der grandiosesten Songs der späten 1960er, die folgerichtig zu Hits wurden. Darunter das von S & G neu arrangierte englische Traditional "Scarborough Fair" und Eigenkompositionen wie "Cloudy", "Homeward Bound", "The Dangling Conversation" und "For Emily, Whenever I May Find Her". Das Bemerkenswerte an der musikalischen Leistung von S & G: sie schufen diese Klassiker mit den einfachsten Mitteln. Mit zwei Stimmen, einer Gitarre und der spärlichsten rhythmischen Begleitung, die man sich vorstellen konnte.

Auch dieses Album entstand überwiegend in Nashville.

Wie üblich stammen fast alle Titel von Paul Simon. Ausnahmen sind lediglich der Text des alten englischen Volkslieds „Scarborough Fair“ sowie „7 O'Clock News/Silent Night“, das eine Nachrichtensequenz und die englischsprachige Version des bekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr enthält.

Album und Titelliste
Columbia Records LP CL 2563 (mono); CS 9363 (stereo) 1966 / CD CK 9363; Remastered CD CK 66001.

1. "Scarborough Fair/Canticle" – 3:10 (Hörbeispiel)
2. "Patterns" – 2:42
3. "Cloudy" – 2:10
4. "Homeward Bound" – 2:30
5. "The Big Bright Green Pleasure Machine" – 2:44
6. "The 59th Street Bridge Song (Feelin’ Groovy)" – 1:43
7. "The Dangling Conversation" – 2:37
8. "Flowers Never Bend With The Rainfall" – 2:10
9. "A Simple Desultory Philippic (or How I Was Robert McNamara’d Into Submission)" – 2:12
10. "For Emily, Whenever I May Find Her" – 2:04
11. "A Poem on the Underground Wall" – 1:52
12. "7 O’Clock News/Silent Night" – 2:01

Bonustitel Reissue 2001

13. "Patterns" (Demo) – 2:53
14. "A Poem on the Underground Wall" (Demo) – 1:51

Auf der Neuauflage des Albums in der Box The Columbia Studio Recordings 1964-1970 sind zudem noch zwei Demo-Aufnahmen der Stücke „Patterns“ und „A Poem on the Underground Wall“ zu finden.

Trivia

Homeward Bound war bereits auf der britischen Ausgabe von Sounds of Silence enthalten.

Das Stück Scarborough Fair wurde mit einer Counter-Melodie unterlegt. Das Stück trägt den Namen Canticle (deutsch: Lobgesang) und basiert in weiten Teilen auf dem bereits 1965 von Paul Simon auf seinem ersten Solo-Album veröffentlichten Stück The Side of a Hill.

Die Nachrichtensequenz in 7 O’Clock News/Silent Night ist undatiert. Da jedoch u. a. auf den Tod von Lenny Bruce verwiesen wird, stammt sie vermutlich von dessen Todestag, dem 3. August 1966.

Das Stück mit dem sperrigen Titel A Simple Desultory Philippic (or How I Was Robert McNamara’d Into Submission) wurde von Simon ebenfalls 1965 unter dem Titel A Simple Desultory Philippic (Or How I Was Lyndon Johnsoned Into Submission) veröffentlicht. Auch in diesem Stück wird Lenny Bruce noch einmal erwähnt.

Personal

Art Garfunkel: Gesang
Paul Simon: Gitarre, Gesang
Joe South: Gitarre
Carol Kaye: Bass Gitarre auf "Scarborough Fair/Canticle" and "Homeward Bound"
Eugene Wright: (Bass) und Joe Morello (Schlagzeug) auf Dave Brubeck Quartet played auf "The 59th
Street Bridge Song"
John Meszar: harpsichord auf "Scarborough Fair/Canticle"

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