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Biografie

Das Austropop-Trio S.T.S. wurde 1978 durch Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz (eigentlich Helmut Röhrling) gegründet. Alle drei Musiker stammen aus der Steiermark, was immer wieder in ihren Liedern anklingt. Die drei spielen akustische Gitarre und singen die Refrains ihrer Lieder dreistimmig, während der Solopart mit wenigen Ausnahmen vom Komponisten selbst gesungen wird. Instrumentierung und Musikstil lassen die Gruppierung Crosby, Stills and Nash als Vorbild vermuten. Bis dato wurden S.T.S. 13x Gold, 8x Platin, 2x Doppelplatin und 1x Vierfachplatin für ihre Produktionen verliehen. Vor allem ihre Treue zu ihrer eigenen musikalischen Linie und ihre leidenschaftlichen Live-Auftritte machten sie bekannt und beliebt. Eine paar ihrer bekanntesten Werke sind neben „Fürstenfeld“ und „Da kummt die Sunn“: „Großvater“, „Gö, Du bleibst heut Nacht bei mir“, „Wunder meiner Seligkeit“, „Überdosis G′fühl“ und die Aussteiger-Hymne „Irgendwann bleib i dann dort“.

Gründungsjahre:
Die drei Musiker gingen bis 1975 getrennte Wege und verdingten sich hauptsächlich in diversen Bands in der Steiermark und Deutschland, ehe sie schließlich als Trio zusammenfanden. Nachdem schon Gert Steinbäcker und Schiffkowitz zeitweise eine lose Formation bildeten, stieß zuletzt auch Günter Timischl dazu. Ein erster öffentlicher Kurzauftritt fand im Zuge des „Forum Stadtpark“ in Graz statt – einer kleinen Veranstaltung, zu der hauptsächlich Dichter geladen waren. Bald darauf folgte ein Engagement zu einem ersten „richtigen“ Auftritt am 4. Dezember 1975, wobei das Trio durch einen englischen Bongospieler ergänzt wurde. Die ersten Auftritte erfreuten sich durchaus einiger Beliebtheit, wenngleich sie nur auf die nähere Umgebung (Graz, Fürstenfeld, Güssing und Gleisdorf) begrenzt waren. Trotzdem wollten sie nach dieser regionalen Tournee erneut getrennte Wege gehen und gaben im April 1976 ihr vermeintliches Abschiedskonzert in Graz.

Die folgenden Jahre stellten die Musikerlaufbahn der drei auf eine harte Probe. Günter Timischl versuchte sich ohne Erfolg als Solist und hielt sich bis in die Jahre 1976/77 u.a. als Fensterputzer über Wasser. Der brotlose Musiker trat schließlich den U.N.O.-Truppen bei und war in Zypern in einer Art „Unterhaltungskompanie“ tätig. Jedoch versäumte er es nicht, ständig eigene Lieder für eine spätere Band zu komponieren. 1978 kehrte er wieder in seine Fürstenfelder Heimat zurück.

Gert Steinbäcker ging 1976 zurück nach Deutschland, wo er sich in einer persönlichen Krise wieder fand. Ständig wechselnde Gelegenheitsjobs und ein damit verbundener musikalischer Stillstand bewogen ihn schließlich, zurück in die Steiermark zu gehen. Dort kam er tatsächlich zu einer Plattenaufnahme unter dem Pseudonym „Stony Becker“. Die Single trug den Titel „Matchless Woman“ (B-Seite: „Catherine“) und floppte.

Indes trat Schiffkowitz im Sommer 1976 eine Reise in die Vereinigten Staaten an, um für einen Radiosender eine Interviewserie mit namhaften Musikern durchzuführen. Der Ausflug trug nach eigener Aussage wesentlich zu seiner persönlichen Entwicklung bei, wobei er „… die Idole (seiner) Vergangenheit von ihrem Podest herunter holen“ wollte. Nach dreieinhalb Monaten kehrte er zurück in die Steiermark, wo der Zivildienst auf ihn wartete. Mit dem Material aus Übersee ging er auch daran, ein Buch zu schreiben. Wieder zurück in der Steiermark, fanden sich die Musiker im Jahre 1978 erneut und hoben „S.T.S.“ endgültig aus der Taufe.

Zunächst verfasste man einige Lieder, wobei sich jeder einbrachte und beisteuerte, was er in den jeweiligen Jahren dazwischen komponiert hatte. Die Liedtexte wurden noch zur Hälfte in Englisch geschrieben, ehe man sich erst später auf die steirische Mundart festlegte. Doch die spärlichen Auftritte, die wiederum auf Graz, Gleisdorf und Fürstenfeld beschränkt waren, veranlassten Sie, Nebenjobs anzunehmen. Timischl lernte seine spätere Ehefrau Lotte kennen, Steinbäcker arbeitete u.a. als Bühnenarbeiter und Komponist für Kinder- und Jugendtheaterstücke. Schiffkowitz schrieb weiter an seinem Buch und jobbte als freischaffender Journalist. Im Jahre 1979 kam schließlich ihre erste Single heraus, die den Titel „Matter of Sex“ trug und von Schiffkowitz komponiert wurde. Die B-Seite stammte von Gert Steinbäcker und hieß „With You“. Das Projekt wurde ein Fehlschlag, weshalb sie von der Plattenfirma genötigt wurden auf italienisch zu singen. Die drei lehnten dankend ab und kündigten schließlich den Vertrag mit der Produktionsfirma.

1979 feierte auch die Erste Allgemeine Verunsicherung erste Erfolge. Als diese eine Sommertournee plante, schlossen sich S.T.S. kurzerhand an und spielten fortan einige Zeit für die „E.A.V.“, der sie auch in den kommenden, kargen Jahren ihres Schaffens ihre musikalischen Qualitäten liehen. Günter Timischl war zudem des Öfteren für die Formation „Opus“ tätig, die er, neben S.T.S., auf zahlreichen Konzerten musikalisch unterstützte. Erst 1980 reagierte die Plattenfirma Ariola auf Live-Demobänder von S.T.S. und produzierte die Single „Da kummt die Sunn“, eine Schiffkowitz-Adaption des Beatles-Klassikers „Here Comes The Sun“. Die Rückseite bildete das Lied „Geht's Da Guat“ von Günter Timischl. „Da kummt die Sunn“ fand sehr guten Anklang im Radio, verkaufte sich aber trotzdem nicht gut. Die Plattenfirma entschloss sich aber dennoch zu einer LP und so entstand bis März 1981 die Langspielplatte Gegenlicht. Diese war mit 2.000 verkauften Exemplaren immerhin als Achtungserfolg zu betrachten, der Durchbruch ließ jedenfalls auf sich warten.

S.T.S. gingen nun auf eigene Faust daran, eine eigene Single aufzunehmen, die den Titel „Automaten-Karl“ trug. Auch hiervon verkauften sich nur wenige hundert Stück, weshalb sie vor allem von ausgedehnten Konzert-Tourneen lebten. Es folgte die endgültige Abkapselung von der E.A.V., um sich ganz den eigenen Projekten widmen zu können. Sollte es nun nicht klappen, dann wollte sich das Trio wieder auflösen. Aber gerade in dieser Zeit schlitterte die Formation in eine tiefe Krise, wenngleich die vierte Single folgte. Der Vertrag mit Ariola war längst aufgelöst, als die Musiker in einem kleinen Tonstudio im burgenländischen Oberschützen die Single „Irgendwann bleib i dann dort“ produzierten. Mit 5.000 verkauften Exemplaren hielt sich auch jetzt der Erfolg in Grenzen. Das Lied sollte erst zwei Jahre später die österreichische Hitparade stürmen und gemeinhin als „Aussteigerhymne“ bekannt werden.

Anfang 1984 wurden nun konkrete Überlegungen zum Thema Aufhören formuliert, wobei man sich zum Ziel setzte, im Falle der Erfolglosigkeit noch maximal bis Jahresende weiterzumachen. Gerade in dieser Phase erreichte die Bandmitglieder der Anruf der Wiener Plattenfirma Amadeo, die auf verschickte Demobänder aufmerksam geworden war. Man erklärte sich bereit, eine Langspielplatte zu finanzieren, die in Folge im März und April 1984 in Wien aufgenommen wurde. Anfang Mai wurde der Öffentlichkeit schließlich die zweite S.T.S.-LP Überdosis G'fühl präsentiert, von der anfänglich nur 500 Stück produziert wurden.

Fürstenfeld:
Gerade als man für diese LP zehn Lieder fertig geschrieben hatte, meinte man seitens der Plattenfirma, dass gerade noch Platz für ein Lied wäre. In Erörterung der Situation erinnerte sich Schiffkowitz an ein Lied, das 1982 der oststeirische Musiker Josef Jandrisits komponiert hatte und das den Titel „With a Little Help“ trug. Der von Schiffkowitz getextete Song wurde mit dem Einverständnis von Josef Jandrisits neu arrangiert und mit einem deutschen Text versehen. Das Lied, das nun den Titel „Fürstenfeld“ trug, zielte auf den leidenschaftlichen Heimkehrer und Heimatmenschen Günter Timischl ab und war anfänglich als Parodie gedacht. Dieses Jandristits-Fürstenfeld war schon Jahre zuvor Bestandteil des Konzertprogramms von S.T.S. gewesen. Nunmehr sollte „Fürstenfeld“ zur ersten Singleauskopplung der neuen LP werden. Mithin gelang dem Trio der Durchbruch – die LP verkaufte sich innerhalb eines Jahres 70.000 Mal (Platin), die Single gar 140.000 Mal.

Erfolgsjahre:
Im selben Jahr musste sich Günter Timischl aufgrund der anbrandenden Erfolgswelle auch von Opus trennen, für die er jahrelang als Bandmusiker mitgewirkt hatte. Der letzte gemeinsame Auftritt erfolgte im burgenländischen Oberwart, aus dessen Livemitschnitt die Single Live is Life resultierte. Im Sommer 1984 sollte diese weltweit drei Millionen Mal verkauft werden. Indes gingen S.T.S. daran, nach einer ausverkauften Tournee eine neue LP zu produzieren, die den Titel Grenzenlos bekam. Die noch im Jahre 1985 erschienene LP wurde verkaufsmäßig zu einem noch größeren Erfolg als Überdosis G′fühl und sollte vierfach Platin erhalten. Mit auf der Platte befand sich auch der Titel „Irgendwann bleib i dann dort“, der zwei Jahre nach seinem Entstehen die österreichische Hitparade erklomm. Dem Albumerfolg folgte eine ausverkaufte Herbsttournee, wobei das Trio in seinen Auftritten erstmals von dem Keyboarder Ewald Beit unterstützt wurde, der schon bei den ersten Plattenaufnahmen mitgewirkt hatte. Neben den Plattenproduktionen und ausgedehnten Tourneen legten S.T.S. mehrere Monate lange kreative Pausen ein. 1986 folgte mit 50 Konzerten die bis dahin größte Tournee, die das Trio auch nach Deutschland, in die Schweiz und nach Liechtenstein führte. Schon im August 1987 folgte die vierte LP Augenblicke, an deren Entstehung die vertrauten Studiomusiker aus den letzten Produktionen beteiligt waren. Nach einer abermals ausverkauften Sommertournee folgte nun eine lange, zweijährige Pause. S.T.S. sollte sich bis 1990 von Bühnen des Landes fernhalten. Die kreative Pause wurde vor allem genutzt um dem Privatleben zu frönen und sich nach der langen Auftrittserie endlich in Müßigkeit zu üben. Das tourlose Jahr 1988 wurde mit einem Livemitschnitt S.T.S. – Auf Tour überbrückt; ein Doppelalbum mit Auftritten aus Graz, Linz und Wien. Auch das Jahr 1989 brachte keine musikalischen Neuheiten, dafür aber zwei Sampler (Glanzlichter, Gö, du bleibst …), eine Best-Of-Auswahl aus den bisherigen vier Alben.

Die 90er-Jahre:
Ende des Jahres 1989 kamen S.T.S. erneut langsam in Schwung. Gert Steinbäcker feilte an einem Soloalbum, während Günter Timischl gelegentlich mit der „Magic ′69 Reunion“ auftrat; einer Neuauflage der Band „Magic ′69“, der er bis 1973 angehört hatte. Das sechste S.T.S.-Album ließ folglich nicht lange auf sich warten, bekam den Titel Jeder Tag zählt und wurde von einer ausgedehnten Tournee begleitet. Auch die musikalische Unterstützung wuchs; neben Ewald Beit am Keyboard ist der deutsche Schlagzeuger Gerhard Wennemuth, der 1984 zum besten in Österreich lebenden Schlagzeuger gewählt wurde, seit dieser Tournee ständiger Begleiter von S.T.S. Daneben rundete Erich Buchebner an der Bassgitarre die Band ab. Der typische Arbeitsrhythmus von S.T.S. stellte sich nun ein. Auf eine Plattenproduktion folgte eine lange Tournee, auf die eine mehrmonatige Arbeitspause folgte. So legten S.T.S. im Juni 1992 ihr insgesamt zehntes Album Auf a Wort nach. Hier wird vor allem das persönliche Engagement der Band gegen Rechtsextremismus deutlich, das in dem Lied „Und es ist so schön da“ gipfelt, in dem Schiffkowitz auf die Geschehnisse in Konzentrationslagern hinweist. Im Jahr 1993, das programmgemäß eigentlich ein albumfreies Jahr werden sollte, wartete die Band mit einer Überraschung auf. S.T.S. nahmen die steirische Landesausstellung zum Anlass und vertonten auf Bitte des Veranstalters Gedichte des steirischen Schriftstellers Peter Rosegger. Das Album erhielt den schlichten Namen Rosegger. Nach drei Jahren ohne ein „echtes“ S.T.S.-Album meldete man sich im Jahre 1995 wieder zurück. Das erste mal seit 1981 suchte man wieder ein steirisches Tonstudio auf, das im Besitz des „Opus“-Gitarristen Ewald Pfleger war. Das Resultat war das Album Zeit, auf das eine Tournee mit 50 Konzerten folgte. Auch diesmal füllten sich die großen Konzertsäle und es strömten mehr Menschen zu den Open–Airs als je zuvor. Bis dahin war dies die erfolgreichste S.T.S.-Herbst-Tournee mit ca. 150.000 Konzertbesuchern in Österreich und Deutschland. Das Finale bildete im Frühjahr und Sommer 1996 eine Konzertserie von sechs Auftritten, wobei sie in Deutschland gemeinsam mit Pur und Toto auftraten, in Österreich mit Sting und Toto. Noch im gleichen Jahr erschien die Best-Of-CD Die größten Hits aus 15 Jahren. Es folgte erwartungsgemäß eine einjährige Pause, in der an einem neuen Album gearbeitet wurde, das 1998 unter dem Namen Volle Kraft erschien. Im Zuge der anschließenden Tournee spielte man fast ausnahmslos auf großen Bühnen wie der Wiener Stadthalle und dem Circus Krone München (vier Mal). Im selben Jahr erschien die Best-Of-CD Master Series. Volle Kraft sollte für viele Jahre die letzte Studioproduktion sein. S.T.S. konzentrierten sich vielmehr auf ihre groß angelegten Tourneen, deren Erfolg im Gegensatz zur Medienpräsenz nicht verebben wollte. Im Jahr 2000 folgte das Doppelalbum S.T.S. & Band Live, das die musikalischen Stationen der Band aus 20 Jahren noch einmal wiedergibt. Die große Konzertserie ging im Sommer des Jahres 2002 weiter; hier wurden bereits einige Lieder eines folgenden Albums vorausgeschickt. Schließlich veröffentlichten S.T.S. 2003 ihr letztes Studioalbum Herzverbunden, das sie in einer Konzertserie im Sommer 2005 auch live präsentieren.

Die Band:
Während S.T.S. in den Achtzigern nur mit akustischen Gitarren und dem Keyboarder Ewald Beit aufgetreten sind, werden sie seit Anfang der 1990er auch von einer „vollständigen“ Band begleitet:
Ewald Beit – Keyboards, Akkordeon

Er studierte mit 24 Jazzklavier und Komposition an der Musikhochschule in Graz und spielte mit vielen österreichischen Bands wie z. B. Wilfried, Franz Morak, Hansi Lang und Stefanie Werger. Daneben schrieb er für diverse TV-Filme die Filmmusik.
Wolfram Abt – Bass

Er begann seine Bandkarriere schon mit 16, spielt und spielte seither u. a. bei OPUS, Robby Musenbichler, Tony Maier uva. 1995 schloss er ein Jazz-Studium ab und ist seit 1996 bei S.T.S.
Gerhard Wennemuth – Schlagzeug

Gerhard Wennemuth stammt eigentlich aus Hannover und genoss eine klassische Schlagzeugausbildung in der Musikhochschule Graz. 1984 wurde er von „Jazz-Live“ zum besten in Österreich lebenden Schlagzeuger gewählt. Seit 1992 ist er bei S.T.S.
Franz Zettl – Blasinstrumente, Keyboards

Franz Zettl ist seit 1994 Fachbereichsleiter am Konservatorium für die Ausbildung an Tasteninstrumenten. Er arbeitete u. a. mit der E.A.V., Carl Peyer und anderen namhaften Musikern. Er ist seit 2001 bei S.T.S.

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