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Biografie

  • Geburtstag

    23. April 1936

  • Geboren in

    Vernon, Wilbarger County, Texas, Vereinigte Staaten

  • Gestorben

    6. Dezember 1988 (mit 52 Jahren)

Roy Kelton Orbison (* 23. April 1936 in Vernon, Texas; † 6. Dezember 1988 in Hendersonville, Tennessee) war ein US-amerikanischer Country- und Rock-Sänger.

Kindheit und Jugend

Geboren in Texas, bekam Roy Orbison seine erste Gitarre im Alter von sechs Jahren. Sein Vater Orbie brachte ihm das Spielen bei. 1942 zog die Familie nach Fort Worth, da Orbisons Vater dort eine Anstellung in einer Munitionsfabrik erhalten hatte. Mit seinem älteren Bruder Grady kehrte der junge Orbison 1944 in seinen Heimatort zurück, wo seine Großmutter noch lebte. Dort schrieb er auch seinen ersten Song A Vow of Love. 1945 gewann er einen Talentwettbewerb beim lokalen Radiosender KVWC und erhielt eine wöchentliche Samstagabend-Sendung.

Um 1953 hatte er dann seinen ersten öffentlichen Auftritt vor Publikum mit seiner Band The Wink Westerners. Er spielte auf einer Schulveranstaltung der Wink High School. 1954 machte er seinen Schulabschluss und wechselte zum North Texas State College, um Geologie zu studieren. Während er auf seinen ersten Auftritten nur Country-Musik spielte, nahm er jetzt auch Rockabilly- und Rock ’n’ Roll-Stücke in sein Programm auf.

Anfänge als Rockabilly

1955 reiste Orbison mit seiner Band nach Dallas, um dort den Titel Ooby Dooby, geschrieben von seinen beiden Studienkollegen Wade und Dick, bei Columbia Records vorzuspielen. Columbia gefiel der Titel, jedoch ließen sie Sid King and the Five Strings den Titel aufnehmen. Nachdem Orbison und seine Band in mehreren Radioshows aufgetreten waren, benannten sie sich in The Teen Kings um. Mit finanzieller Hilfe gelang es ihnen, den Titel zusammen mit Trying to Get to You bei Jewel Records zu veröffentlichen. Sam Phillips, Eigentümer von Sun Records, hörte die Platte und bot ihm einen Plattenvertrag an. Orbison nahm an.

Phillips ließ Orbisons Platte im Mai 1956 neu veröffentlichen. Der Titel kam bis auf Platz 59 der nationalen Hitparade. Um an den Erfolg anknüpfen zu können, unternahm Orbison zusammen mit Johnny Cash, Carl Perkins, Warren Smith, Sonny Burgess und Faron Young eine Tournee, bei der sie bis nach Kanada kamen. Im September desselben Jahres nahmen sie ihre zweite Single auf: You’re My Baby, ein Stück das von Johnny Cash geschrieben wurde, und den Titel Rockhouse, der von Orbison und Harold Jenkins, besser bekannt unter dem Namen Conway Twitty, stammte. Bis 1958 war Orbison bei Sun unter Vertrag, danach wechselte er zu RCA Records, wo auch Elvis Presley unter Vertrag war. Er veröffentlichte zwei Singles. Als diese erfolglos bleiben, wurde der Vertrag nicht verlängert.

Inzwischen hatte Roy Orbison für seine Frau Claudette ein Lied geschrieben, das er den Everly Brothers bei einer Auftrittspause vorsang. Den Brüdern gefiel das Lied und sie nahmen Claudette auf. Das Lied erschien auf der B-Seite der Erfolgssingle All I Have to Do Is Dream und sicherte Orbison einige Tantiemen. Jerry Lee Lewis nahm ebenfalls im Jahre 1958 Orbisons Down the Line auf, das Lied wurde auf der B-Seite seines Hits Breathless veröffentlicht. Fast schien es, als ob Orbison als Songschreiber sein Leben fristen müsste, als er schließlich 1959 beim Independent-Label Monument Records von Fred Foster unterzeichnete. Dieser erkannte das Potential des jungen Sängers und schon die zweite Single Uptown kam in die Hitparade, wenn auch nur bis Platz 72.

Die 60er Jahre

Bei Monument Records gelang Orbison 1960 mit Only the Lonely der nationale und internationale Durchbruch. Mit Rock-, Pop-, und Country-Titeln erreichte er Spitzenpositionen der Charts. Orbison war zu einem internationalen Star avanciert. Die Lieder aus dieser Zeit zeigen vortrefflich seinen Tenor und sein Falsett. Seine Singles wurden nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien veröffentlicht. Die meisten seiner Hits schrieb er allein oder mit seinen Co-Autoren Bill Dees und Joe Melson.

1962 trat Roy Orbison das erste Mal in Großbritannien auf, 1963 tourte er dort mit den Beatles und Gerry & The Pacemakers. Im Flugzeug vergaß der stark kurzsichtige Orbison seine Brille und musste am Abend notgedrungen mit Sonnenbrille auftreten. Die Bilder der Tour gingen um die Welt und von nun an trat Orbison nur noch mit der dunklen Brille auf. Ohne Brille sieht man ihn später nur auf wenigen Fotos und im Film The Fastest Guitar.

1963 nahm Orbison bei Ralph Siegel in Hamburg zwei Lieder auf deutsch auf, Mama und San Fernando, die Hitparaden erreichten die Lieder nicht. 1965 tourte er u.a. mit den Rolling Stones durch Australien. Mick Jagger und Keith Richards inspirierte das Gitarrenintro von Oh, Pretty Woman dazu, ein ähnliches Intro für ihren Hit (I Can’t Get No) Satisfaction zu komponieren.

Der deutsche Schlagersänger Roy Black übernahm um diese Zeit den Vornamen seines Vorbildes Roy für seinen Künstlernamen, später nahm Black deutsche Versionen von Orbisons Only the Lonely und California Blue auf. Zur Tourband der frühen 60er Jahre gehörte auch Bobby Goldsboro, der ab 1963 eigene Hits hatte und erfolgreich eine Solokarriere startete.

Nach den Erfolgssingles Only the Lonely, Running Scared, Crying, In Dreams, Blue Bayou und seinem größten Hit Oh, Pretty Woman, der 1964 erschien, wurde Orbison von privaten Schicksalsschlägen heimgesucht. Seine erste Frau Claudette starb 1966 bei einem Motorradunfall. Zwei seiner drei Söhne aus dieser Ehe, Roy jr. (*1958) und Anthony (*1962), starben am 14. September 1968 bei einem Brand seines Landhauses. Der dritte Sohn Wesley (*1965) konnte von Orbisons Eltern in letzter Sekunde gerettet werden.

Am 25. Mai 1969 heiratete Orbison in zweiter Ehe die Deutsche Barbara Anne Marie Wilhonnen Jacobs (*1951 in Bielefeld). Die Söhne Roy Kelton Orbison Jr. (*18. Oktober 1970) und Alex Orbison (* 1975) stammen aus dieser Verbindung.

Die Single Oh, Pretty Woman war für lange Zeit Orbisons letzter weltweiter Hit und auch der letzte große Erfolg beim Plattenlabel Monument Records. Ein Eine-Million-Dollar-Vertrag lockte ihn 1965 zu dem Majorlabel MGM, das ihm einen Spielfilm (The Fastest Guitar) und diverse Fernsehauftritte garantierte. Die Klangqualität und die Qualität der Musikproduktion der Monument-Aufnahmen wurde jedoch bei MGM nur selten erreicht, außerdem war er vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Anzahl Lieder zu produzieren, worunter die Qualität litt. Obwohl Roy Orbison auch weiterhin gute Songs schrieb, blieben die großen Erfolge aus.

Eine weitere Ursache für die fehlenden kommerziellen Erfolge ab Mitte der 60er Jahre war auch die Dominanz der Beatgruppen in den internationalen Hitparaden.

Die 70er Jahre

1973 endete der Vertrag bei MGM, in der Folge unterschrieb er bei Mercury Records und veröffentlicht drei Singles und das Album I’m Still in Love With You. Auch hier blieb der Erfolg aus, 1976 stand er für kurze Zeit wieder bei Monument unter Vertrag, Ergebnis war das Album Regeneration.

Inzwischen nahm Linda Ronstadt eine Coverversion von Orbisons Blue Bayou auf und kam damit 1977 auf Platz 3 der US-Charts. Die Plattenfirma von Ronstadt nahm daraufhin mit Roy Orbison das erfolglose Disco-Album Laminar Flow auf. Erfolgreiche Coverversionen veröffentlichten in der Folge auch Paola Felix 1978 mit Blue Bayou (auf deutsch), Don McLean 1980 mit Crying und Van Halen 1982 mit Oh, Pretty Woman.

Bei einem Konzert Elvis Presleys Ende 1976 saß Orbison im Publikum. Presley stellte ihn den anderen Zuschauern als „…the greatest singer in the world“ vor. 1978 nahm Orbison die Filmmusik für A Living Legend auf, einen Film über das Leben von Elvis Presley. Der Film lief nur kurze Zeit in wenigen Kinos in den USA.

Die 80er Jahre

1980 gelang Orbison im Duett mit Emmylou Harris ein Country-Hit mit That Lovin’ You Feeling Again, für das beste Duett erhielten die Interpreten einen Grammy.

Ebenfalls 1980 absolvierte Orbison seinen einzigen Auftritt im damaligen Ostblock in Bulgarien. Bei diesem im bulgarischen Fernsehen übertragenen Liveauftritt wurde er von einem kompletten Orchester begleitet.

1985, seine Frau Barbara war inzwischen seine Managerin, wurde eine Neuaufnahme des 1963er Hits In Dreams in David Lynchs Film Blue Velvet populär, im selben Jahr kamen in den Räumen der Sun Studios in Memphis Orbison, Johnny Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins zusammen, um gemeinsam die Platte Class of ’55 aufzunehmen. 1987 nahm Orbison bei Virgin Records seine alten Hits neu auf, da diese für seine Fans nach der Insolvenz von Monument Records Anfang der 80er Jahre nicht mehr erhältlich waren. In jenem Jahr trat er u.a. mit Elvis Costello, Bruce Springsteen und James Burton im Fernseh-Special Roy Orbison and Friends auf, aus dem das Live-Video Black and White Night hervorging. Ebenfalls 1987 wurde Orbison in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen, die Laudatio hielt Bruce Springsteen.

1988 feierte er mit der Single You Got It und dem Album Mystery Girl ein Comeback, zudem tat er sich mit Bob Dylan, George Harrison, Jeff Lynne und Tom Petty zu der Supergroup Traveling Wilburys zusammen, deren Album Traveling Wilburys Vol. 1 sich millionenfach verkaufte. Diesen Erfolg erlebte Roy Orbison nicht mehr. Bereits in jungen Jahren litt er an Herzproblemen, Ende der 70er Jahre musste er sich einer Bypassoperation unterziehen. Er starb am 6. Dezember an Herzversagen, noch vor Veröffentlichung des Albums.

Nach seinem Tod

In den folgenden Jahren wurden von Orbison Records regelmäßig Compilations und reproduzierte Alben herausgegeben, bis dahin unveröffentlichte Lieder waren nur selten dabei. 1990 erhielt er postum einen Grammy für Oh, Pretty Woman. 2004 diente Orbisons Blue Bayou als Filmmusik im Spielfilm Dreamcatcher.

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