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Biografie

Die Band Roxy Music wurde 1971 von Bryan Ferry, Andy Mackay und Brian Eno in London gegründet.

Bandgeschichte

Nachdem die Urbesetzung um Schlagzeuger Paul Thompson und Graham Simpson am Bass erweitert wurde, fanden Roxy Music im ehemaligen Mitglied der Band The Nice, David O'List, einen namhaften Gitarristen, der jedoch bereits wenige Monate später die Band nach Spannungen mit Thompson wieder verließ. Sein Nachfolger wurde Phil Manzanera, der Roxy Music zuvor bereits als Roadmanager unterstützt hatte. In dieser Besetzung wurde das erste Album, Roxy Music, produziert von Pete Sinfield, eingespielt, das im Juni 1972 erschien und in den britischen LP-Charts bereits Platz 10 erreichte. Eine erste Single, Virginia Plain, stürmte im August 1972 ebenfalls die englischen Charts und erreichte Rang 4. Rik Kenton hatte für die Aufnahmen zu dieser Single bereits Graham Simpson am Bass abgelöst, doch blieb dies auch seine einzige Veröffentlichung mit Roxy Music. Sein Nachfolger, John Porter, arbeitete mit der Band auf den Nachfolgern: der Single Pyjamarama sowie dem Album For Your Pleasure.

Im Juni 1973 verließ Brian Eno im Streit mit Bryan Ferry die Band und widmete sich fortan Soloprojekten. Sein Nachfolger wurde Eddie Jobson, der nicht nur Synthesizer und Keyboards spielte, sondern auch mit seinen Fähigkeiten an der Violine eine weitere Farbnote in die Musik der Band brachte. Mit Jobson sowie dem festen Studiobassisten John Gustafson entstanden die Alben Stranded (1973), Country Life (1974) und Siren (1975).

Interim und zweite Phase der Bandgeschichte

Nach der Veröffentlichung des Albums Siren 1975 sollte für vier Jahre kein neues Studioalbum entstehen. Lediglich das Livealbum Viva! Roxy Music, das Konzertaufnahmen aus den Jahren 1973 bis 1975 vereint, kam 1976 auf den Markt. In einem am 19. Juni 1976 im New Musical Express veröffentlichten Interview verkündete Bryan Ferry schließlich die Beendigung der Zusammenarbeit von Roxy Music aufgrund musikalischer Differenzen.

In der Folgezeit veröffentlichte Bryan Ferry drei Soloalben, mit denen er verstärkt auch im amerikanischen Markt Fuß zu fassen suchte. Phil Manzanera hatte bereits 1975 mit seiner ehemaligen Band Quiet Sun das Album Mainstream eingespielt und gründete mit 801 eine neue Formation, zu der anfänglich auch Ex-Kollege Brian Eno gehörte. Als Solist bzw. mit Unterstützung von 801 spielte Manzanera vier Alben (Diamond Head, 801 Live, Listen Now, K-Scope) ein. Andy Mackay wurde Produzent der britischen Fernsehserie Rock Follies, die 1976 und 1977 zwei kommerziell erfolgreiche LPs abwarf. 1978 bereiste Mackay die Volksrepublik China und veröffentlichte nach Beendigung dieser Reise das Album Resolving Contradictions.

Ende 1978 trafen sich Ferry, Manzanera und Mackay in den Basing Street Studios in London, um ein neues Album aufzunehmen. Mittlerweile hatte sich in Großbritannien der populärmusikalische Zeitgeist gedreht. Nach dem Aufkommen von Disco, Punk und New Wave entstanden um 1979 in Großbritannien Bands in Opposition zur Punk-Bewegung, die Musik machen wollten, wie sie Roxy Music schon ein halbes Jahrzehnt zuvor produziert hatten. New-Romantic- oder New-Wave-Bands wie Spandau Ballet, The Human League aber auch Visage oder Blondie erklärten in Interviews immer wieder, Roxy Music sei ihr musikalisches und popkulturelles Vorbild.

Die neue Besetzung von Roxy Music Ende 1978 bestand aus Bryan Ferry (Gesang), Phil Manzanera (Gitarre), Paul Carrack (Keyboard), Andy Mackay (Saxophon), Paul Thompson (Schlagzeug), Gary Tibbs und Alan Spenner (beide Bass). Im Frühjahr 1979 erschien das sechste Studio-Album Manifesto. Es bekam in England gemischte Kritiken und verkaufte sich nur mäßig.

Roxy Music veröffentlichten bis 1982 noch zwei weitere Studiowerke, Flesh And Blood sowie Avalon. Diese Alben waren kommerziell überaus erfolgreich und trugen dazu bei, ihren Ruf als eine der stilprägendsten Bands zu festigen. Beiden Alben folgten noch erfolgreiche Tourneen. Nach Abschluss der letzten Tour durch Japan löste Bryan Ferry die Band ein zweites Mal auf.

Nach fast zwanzig Jahren kam es 2001 zur Wiedervereinigung von Bryan Ferry, Phil Manzanera, Andy Mackay und Paul Thompson. Verstärkt durch Gastmusiker, wie den Gitarristen Chris Spedding, der mit Bryan Ferry bereits in den Jahren 1976/77 zusammengearbeitet hatte, gingen Roxy Music auf Welttournee. Dabei kam es im Juli 2005 auch zu einem Auftritt im Rahmen von Live 8.

Weder existiert bis 2007 ein neues Album noch gibt es neue Videos oder Singles. Roxy Music machen Musik „um der Musik willen“ ("music for the sake of music"), wie Ferry in einem Interview erklärte.

Nummer Eins in England

Roxy Music gelang nur eine Platz-Eins-Notierung in den BBC-Charts. Als John Lennon am 8. Dezember 1980 erschossen wurde, befanden sie sich gerade auf einer Deutschlandtournee und beschlossen spontan, ihm zu Ehren am Abend Lennons Jealous Guy zu spielen. Der gewaltsame Tod traf die Mitglieder von Roxy Music so tief, dass sie nach Beendigung der Tournee sofort ins Studio gingen, das Lied aufnahmen und im Februar 1981 als Single veröffentlichten. Drei Wochen nach der Veröffentlichung hatten Roxy Music am 14. März 1981 ihre einzige Nummer Eins der Single-Hitparade in Großbritannien. Auf der in hellbraun gehaltenen Plattenhülle der Single steht nichts weiter als „Jealous Guy - Roxy Music - A Tribute“

Stil

Anders als andere Rockbands ihrer Ära legten Roxy Music von vornherein großen Wert auf Ästhetik und Stil und waren dadurch dem allgemeinen Zeitgeist etwa zehn Jahre voraus. Dies zeigte sich u. a. im Auftreten von Bryan Ferry und Brian Eno oder den Videos und Plattencovern, die an den Glam Rock der frühen 1970er Jahre anlehnten und diesen wiederum beeinflusste. Brian Eno trug auf der Bühne Frauenkleider, Federboas oder Sandalen mit Korkabsätzen, während Bryan Ferry in der Anfangszeit bisweilen im fluoreszierenden Overall oder pinkfarbenen Kampfanzug gesichtet wurde. Diese Form der Ästhetisierung wurde später im New Wave aufgegriffen, weshalb Roxy Music als die klassische Proto-New Wave-Band gilt, auf die nachfolgende Künstler immer wieder Bezug nehmen. So besteht beispielsweise die Gruppe Duran Duran darauf, als größtes musikalisches Vorbild Roxy Music zu nennen. Das Innencover des Duran Duran-Albums Astronaut ist eine Hommage an Roxy Music, erkennbar am Foto, auf dem die Bandmitglieder sich so ablichten ließen wie dreißig Jahre zuvor Roxy Music auf For Your Pleasure. Auf beiden Fotos stehen die Bandmitglieder mit Gitarre in der Hand nebeneinander. Auch die Band Scissor Sisters ließ sich Anfang 2006 in ähnlicher Pose fotografieren und komponierte danach mit Roxy Music einige bislang unveröffentlichte Stücke. Götz Alsmann behauptet, die Tolle, die er seit seinem fünfzehnten Lebensjahr trägt, sei durch die Frisuren inspiriert worden, die Bryan Ferry und Andy Mackay auf den Fotos im Innencover des ersten Albums Roxy Music trugen.

Umstrittene Plattencover

Die Band ist auf keinem Cover der Studioalben abgebildet. Fotos der Band existieren nur auf den Innenteilen bzw. auf den Rückseiten. Beim Album Siren ist die Abbildung der Band gar lediglich eine Bleistiftzeichnung auf der Rückseite. Bis auf das Album Avalon zeigen die Hüllen der Alben Frauen in Unterwäsche oder mit tief ausgeschnittenen Kleidern. Auf For Your Pleasure posiert Amanda Lear mit einem schwarzen, gezeichneten Puma. Für das Album Siren posiert Jerry Hall als blau angemalte Nixe. Nach der Foto-Session für Siren wurde Hall für zwei Jahre Ferrys Lebensgefährtin. Für einen Skandal sorgte 1974 das Cover des Albums Country Life: Es zeigte zwei Frauen in durchsichtiger Spitzenunterwäsche. Wegen angedeuteter Masturbation und der Durchsichtigkeit der Kleidung, bei der die Schamhaare der Modells zu sehen sind, durfte das Album in Irland nicht mit Originalcover in die Plattenläden gestellt werden. Auch in den Niederlanden, in Spanien und den USA wurde das Album zensiert. Feministinnen warfen Roxy Music „Sexismus“ und „Verwendung des weiblichen Körpers als Ware“ vor.
Dennoch galten Layout und künstlerische Gestaltung der Albumhüllen als wegweisendes Design für die Ära des New Wave.

Diskografie
Studioalben:

1972 – Roxy Music
1973 – For Your Pleasure
1973 – Stranded
1974 – Country Life
1975 – Siren
1979 – Manifesto
1980 – Flesh And Blood
1982 – Avalon

Live-Alben:

1974 – Live im Musikladen Radio Bremen
1976 – Viva!
1983 – The High Road
1990 – Heart Still Beating
2001 – Live at the Apollo
2003 – Roxy Music Live

Kompilationen:

1977 – Greatest Hits
1983 – Atlantic Years (1973–1980)
1986 – Street Life: 20 Greatest Hits
1995 – The Thrill Of It All (4-CD-Box)
2001 – The Best Of
2002 – Ladytron
2004 – The Platinum Collection

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