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Biografie

  • Geburtstag

    24. Februar 1943 (75 Jahre alt)

Pablo Milanés (genannt Pablito; *1943 in Bayamo in Kuba) ist ein kubanischer Poet und Sänger.

Pablo Milanés ist ein wichtiger Repräsentant der kubanischen Musikrichtung "Nueva Trova". Von 1969 an gehörte er unter Leo Brouwer zu der "Experimentalgruppe Ton" des kubanischen Filminstitutes ICAIC. Dort arbeitete er mit Silvio Rodríguez, Sara Gonzales und anderen Begründern der Nueva Trova zusammen. Sowohl die eindringliche Poesie seiner Lieder als auch sein politisches Engagement finden bis heute außerhalb Kubas in nahezu allen spanischsprachigen Ländern großen Anklang. Die lateinamerikanische und spanische Jugend der 1970er bis 1980er Jahre begeisterte sich für die Lieder der Nueva Trova. Themen der Lieder von Pablo Milanés sind die Liebe aber auch die kubanische Gesellschaft und Politik. Die kubanische Musiktradition in seinen Lieder ist unverkennbar.

Bekannteste Lieder sind: Yolanda, Para Vivir, El breve espacio en que no estás, Yo me quedo, Amo a esta isla, Cuánto gané, cuánto perdí.

Milanés ist erklärter Unterstützer der sozialistischen Prinzipien des von Fidel Castro errichteten politischen Systems in Kuba, obwohl er Ende der 1960er Jahre für 18 Monate ohne Anklage in einem der berüchtigten Zwangsarbeitslager (UMAP) festgehalten wurde. Sein späterer Status als einer der prominentesten Künstler Kubas lässt sich beispielsweise daran ablesen, dass Staatspräsident Castro ihn und {artist]Silvio Rodríguez 1985 bei der Rückkehr von einer großen Lateinamerika-Tournee persönlich am internationalen Flughafen von Havanna empfing. Er war für eine fünfjährige Legislaturperiode Abgeordneter der Nationalversammlung ohne Parteizugehörigkeit – allerdings ohne an den halbjährlichen Parlamentssitzungen teilzunehmen, die ohnehin rein symbolischen Charakter haben.

Im Juni 1993 gründete er nach langer Vorbereitung mit behördlicher Genehmigung die erste regierungsunabhängige, selbst finanzierte und nach Milanés' Aussage „ideologisch ungebundene“ Kulturstiftung Kubas, die Fundación Pablo Milanés, mit einem Startkapital von 160.000 US-Dollar. Sie entwickelte schnell großes Ansehen im In- und Ausland, unterhielt unter anderem ein von Leo Brouwer dirigiertes Jugendsinfonieorchester, und unterstützte Gruppen junger Bildhauer und Dichter sowie Camerata Romeu, ein Kammerorchester junger Musikerinnen. Die Stiftung förderte insbesondere den Kulturaustausch mit Spanien. Nur zwei Jahre später sah sich Milanés zur Schließung der Stiftung gezwungen und es kam zum offenen Bruch mit dem von Armando Hart geführten Kulturministerium, dem außer der Kontrolle über die angestoßenen Projekte auch sämtliche Sachmittel zuflossen und dem Milanés systematische Behinderung sowie die Ausgrenzung von Ideen, Aktionen und Personen der Stiftung vorwarf – worüber die kubanischen Medien nicht berichteten. In späteren Jahren hat Milanés zu verschiedenen Gelegenheiten deutliche Kritik an politischen Misständen in seinem Land geübt, die in Interviews mit ausländischen Medien veröffentlicht wurde.

Im August 2008 gab er ein Open-Air-Konzert auf Havannas größter Bühne, zu dem er einige populäre Musiker verschiedener Genres zum gemeinsamen Auftritt versammelte, darunter die Kubanerinnen Omara Portuondo, Haila Mompié, seine Töchter Haydée, Lynn und Suilén sowie den Puerto-Ricaner Andy Montañez. Bemerkenswert war dabei vor allem seine Entscheidung, auch das für seine regierungskritischen Texte bekannte, kubanische Rap-Duo Los Aldeanos auf die Bühne einzuladen, das zum ersten Mal vor mehreren Tausend Zuschauern auftreten durfte und dort unter anderem sang: „Nieder mit allen Präsidenten des Planeten!“

Pablo Milanés hat neun Kinder, sieben davon wurden in Kuba geboren, zwei in Spanien. Seine Töchter Lynn (* 1970), Suylén (* 1971) und Haydée (* 1980) sind ebenfalls erfolgreiche Solo-Musikerinnen.

Politische Stellungnahmen

Im Spätsommer 2011 löste er durch eine Reihe von Wortmeldungen eine Kontroverse um seine Person und insbesondere seine politische Haltung aus, an der sich prominente kubanische Intellektuelle innerhalb und außerhalb Kubas beteiligten. Im Vorfeld seines ersten Konzerts in Miami seit über 30 Jahren und ausgerechnet am 13. August (dem 85. Geburtstag Fidel Castros) veröffentlichte die in Miami erscheinende Tageszeitung El Nuevo Herald, das für die Exilkubaner in den USA wichtigste Medium, ein ausführliches Interview mit Milanés, in dem dieser die Freiheitseinschränkungen und die Rassendiskriminierung in Kuba kritisch ansprach. Außerdem erwähnte der Sänger, dass er im Frühjahr 2003 der einzige von 27 prominenten kubanischen Intellektuellen gewesen war, der sich trotz Aufforderung der Regierung weigerte, einen an kritische Freunde Kubas im Ausland gerichteten offenen Brief zu unterschreiben. Der Brief verteidigte die auch als „Schwarzer Frühling“ bezeichnete Verhaftungswelle gegen rund 80 Menschenrechtsaktivisten, unabhängige Journalisten und Regimegegner sowie die Hinrichtung von drei jungen schwarzen Kubanern, die nach einem unblutig beendeten Entführungsversuch einer Personenfähre in Schnellverfahren zum Tode verurteilt worden waren, und trug die Unterschriften einiger der bekanntesten in Kuba lebenden Kulturschaffenden wie Omara Portuondo, Alicia Alonso, Chucho Valdés und Silvio Rodríguez. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender Univisión sagte Milanés am 26. August 2011, er sei heute nicht mehr wie früher ein Anhänger Fidel Castros („fidelista“), den er für seine historischen Leistungen seinerzeit bewundert habe. Außerdem sei er bereit und hätte er keinen Vorbehalt, für die (prominente Oppositionsgruppe) Damas de Blanco zu singen.

Am 29. August folgte sein viel beachteter offener Brief an Edmundo García, einen die Regierung Castro verteidigenden Journalisten in Miami, der ihn in einem am 26. August veröffentlichten Kommentar für seine kritischen Äußerungen als Heuchler angegriffen hatte. In diesem Brief verteidigte Milanés sein Recht auf Meinungsfreiheit und beklagte, dass es in den staatlich kontrollierten Medien in Kuba keinen Raum für abweichende Meinungsäußerungen gebe. Weiterhin bezeichnete er die sich in Kuba häufenden tätlichen Angriffe von „Horden sogenannter Revolutionäre“ (Actos de Repudio) auf die Damas de Blanco als „feige, abstoßend und beschämend“, so dass er sich mit ihnen solidarisch fühle, ohne deswegen ihre politischen Auffassungen völlig teilen zu müssen. Vertreterinnen der Oppositionsgruppe dankten ihm daraufhin für seine Solidarität und baten ihn darum, dieselbe Haltung auch innerhalb Kubas aufrecht zu erhalten und sie anderen kubanischen Künstlern und Intellektuellen zu vermitteln.

Der exilkubanische Musiker Mike Porcel erinnerte am 31. August daran, dass Milanés selbst 1980 sich ebenfalls äußerst intolerant gegenüber abweichenden Meinungen gezeigt hatte, als er einen an Porcel gerichteten Brief im Namen der Bewegung der Nueva Trova mitverfasste, in dem Porcel wegen seines unmittelbar zuvor gestellten Ausreiseantrags Verrat vorgeworfen und die Freundschaft aufgekündigt wurde. Auch habe sich Milanés an den anschließenden, eine Woche lang abgehaltenen Einschüchterungsmaßnahmen (actos de repudio) gegen Porcels Familie beteiligt, die denen jetzt von ihm angeprangerten Angriffen auf die Damas de Blanco glichen, ohne in all den Jahren jemals für sein damaliges Handeln um Entschuldigung gebeten oder sein Bedauern ausgedrückt zu haben. (Porcel durfte Kuba erst neun Jahre später verlassen.)

Ungleich höhere Aufmerksamkeit erregte die folgende, im Internet ausgetragene Auseinandersetzung zwischen Pablo Milanés und seinem langjährigen Wegbegleiter und Musikerkollegen der Nueva Trova Silvio Rodríguez, der ihn am 5. September in seinem Blog für seine Äußerungen in Miami kritisierte und ihm materielle Beweggründe unterstellte: Milanés habe „seine Seele dem Teufel verkauft“. Milanés antwortete darauf am folgenden Tag, er werde Rodríguez, der einmal sein Bruder gewesen sei, dessen „zweifachen Verrat“ niemals verzeihen. Am 15. September beschuldigte der im Vergleich zu Rodríguez bedeutend weniger populäre und weniger unabhängige Musiker Vicente Feliú Pablo Milanés, den „Batista-Anhängern“ in Miami nach dem Mund geredet und das Vaterland verraten zu haben. Milanés sei krankhaft selbstverliebt und offenbar nicht bei klarem Kopf. Feliús Beitrag wurde ebenso wie Rodríguez’ Kritik auf der staatlichen Webseite Cubadebate weiter verbreitet, nicht aber die ursprünglichen Äußerungen von Pablo Milanés, auf die sie sich bezogen. Als erster in Kuba lebender Künstler sprach am 18. September der populäre Schauspieler Luis Alberto García dem inzwischen auch von Journalisten auf der Webseite des Magazins des Kulturministeriums, La Jiribilla, angegriffenen Pablo Milanés in einer im Internet verbreiteten Nachricht öffentlich seine Solidarität aus und lobte ihn als kubanischen Patrioten.

Wenige Tage nach Milanés' Rückkehr nach Kuba sollen staatliche Radiosender in mehreren Landesteilen von der Rundfunkbehörde ICRT in Havanna die Anweisung erhalten haben, ab sofort keine Stücke von ihm mehr zu spielen (mit Ausnahme von ihm komponierter, jedoch von anderen Sängern aufgenommener Lieder). Ein offiziell verkündetes Verbot sei aber nicht ausgesprochen worden. Milanés bezeichnete entsprechende Meldungen über eine vermeintliche Zensur jedoch als „absolut falsch“.

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