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Biografie

  • Jahre aktiv

    2000 – 2003 (3 Jahre)

  • Mitglieder

    • Jess (2000 – 2002)
    • Lucy Diakovska
    • Nadja Benaissa
    • Sandy
    • Vany

Die No Angels waren eine Popband aus ursprünglich fünf Sängerinnen, die im Jahr 2000 aus der ersten deutschen Staffel des damals von RTL 2 ausgestrahlten Gesangswettbewerbs Popstars hervorging. In Deutschland waren sie die erste Band, die über ein Fernsehcasting zusammengestellt wurde. Mit etwa fünf Millionen verkauften Platten und vier Nummer-eins-Singles in den deutschen Media Control Charts galt die Band bis zu ihrer Trennung im Dezember 2003 als die erfolgreichste Girlgroup Kontinentaleuropas.

Im Januar 2007 starteten vier Gründungsmitglieder mit dem Album Destiny ein Comeback. Mit dem Ausstieg von Nadja Benaissa im September 2010 bestand die Band nur noch als Trio. Seit dem Jahr 2014 sind die No Angels endgültig aufgelöst.

2000: Popstars

Im September 2000 zählten Nadja Benaissa, Lucy Diakowska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls zu 32 (aus ursprünglich rund 4500) jungen Frauen, die im Rahmen des von RTL 2 ausgestrahlten Gesangswettbewerbs Popstars nach Mallorca, Spanien, flogen, um dort an einem nachfolgenden Workshop teilzunehmen. Während des einwöchigen Gesangs- und Tanztrainings unter der Leitung des Choreographen Detlef ‚D!‘ Soost verminderte sich die Anzahl der Teilnehmerinnen unter dem Urteil der Jurymitglieder Simone Angel, Rainer Moslener und Mario M. Mendrzycki auf 11. Die verbliebenen Finalistinnen kehrten anschließend nach Deutschland zurück.

Im November 2000 erfuhren Benaissa, Diakowska, Mölling, Petruo und Wahls innerhalb einer Sonderausgabe des Formates, dass sie als Siegerinnen des Wettbewerbs Teil der endgültigen Formation werden würden. Wenig später bezog die Girlband ein Domizil in München und begann mit den Vorbereitungen zu ihrem Debütalbum. Parallel dazu richtete RTL 2 eine Umfrage für den Namen der Gruppe aus, wobei man für einen aus drei Vorschlägen – Elle’ments, Champaign oder No Angels – per SMS, E-Mail und Televoting stimmen konnte. Der Bandname wurde im Rahmen der Morningshow des Münchner Radiosenders Energy 93,3 enthüllt. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Name No Angels bereits festgelegt und die Abstimmung somit ohne Belang war. Viele Zuschauer fühlten sich betrogen; wegen der ohne Gegenleistung vertelefonierten Wahl-Gebühren wurden von vereinzelten Abstimmungsteilnehmern Betrugsklagen gegen Polydor angestrengt. Eine derartige Scheinabstimmung fand wahrscheinlich auch bei der Namensfindung bei Bro’Sis statt.

2001: Beginn des Erfolges

Als erste Single wurde von Cheyenne Records und der neu gegründeten Band der Song Daylight in Your Eyes aufgenommen und im Februar 2001 veröffentlicht. Die kolumbianische Backgroundsängerin Victoria Faiella hatte dieses Lied schon vorher aufgenommen, aber ohne es zu veröffentlichen. Der von den No Angels neu aufgenommene Titel stieg unmittelbar auf Platz eins in die deutschen, brasilianischen, estnischen, schweizerischen und österreichischen Single- und Airplaycharts ein und machte die Band über Nacht europaweit bekannt. In Deutschland wurde das Lied mit weit über einer Million abgesetzter Exemplare zur verkaufsstärksten Single des Jahres 2001. Nachdem die Band Mitte 2001 bereits in ganz Europa Erfolge verbuchte, entschied man sich schon sehr bald für eine Veröffentlichung von Daylight In Your Eyes auf dem nordamerikanischen Markt. Auch das Musikvideo zur Single wurde (diesmal "weniger sexy") neugedreht, um der amerikanischen Zensur zu entgehen. In den USA erreichte die Single als Höchstplatzierung Nummer 39 der US-Billboard-Charts. Aufgrund der mäßigen Erfolgsaussichten sah man von weiteren Auskopplungen und Karriereversuchen in den USA ab.

Im März 2001 erschien das Album Elle’ments, das mit über 1,1 Millionen verkaufter Exemplare ebenfalls die Spitze der deutschen Jahrescharts belegte. Das Album erhielt vier Gold- und drei Platinauszeichnungen. Ihren zweiten Nummer-Eins-Hit konnten die No Angels im Sommer 2001 mit ihrer dritten Single, dem Eurythmics-Cover There Must Be an Angel, landen. Sie erreichte sowohl in Deutschland als auch in Brasilien und Österreich die Spitze der Singlecharts. Die Auskopplung Rivers of Joy und die Doppel-A-Single When the Angels Sing/Atlantis erreichten die Top Ten der Charts. Im Zuge seines Verkaufserfolgs wurde das Album zwei weitere Male wiederveröffentlicht, zum einen in einer Karaoke Edition, zum anderen in einer Special Winter Edition inklusive drei neuer Songs.

Nach einer kurzen Deutschlandtournee im Vorprogramm von DJ Bobo und Westlife traten die No Angels anschließend im Rahmen der Rivers of Joy Tour vom 19. Oktober bis 10. Dezember 2001 in über 30 Städten innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz als Haupt-Act auf. Außerdem wurde die Gruppe mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Bambi, einem Comet, der Eins Live Krone, dem Top of the Pops-Award, dem Goldenen Bravo Otto und mit zwei Echos .

2002: Now… Us!

Im Mai 2002 erschien nach halbjähriger Studiopause die Single Something about Us als Vorab-Auskopplung aus dem Nachfolgealbum Now… Us!. Der Titel wurde von Bandmitglied Vanessa Petruo, Alexander Geringas und Thorsten Brötzmann geschrieben und befasste sich unter anderem mit einer Reihe von Gerüchten, die im Jahr zuvor publiziert worden waren und auch im ECHO-prämierten Video zur Single parodistisch umgesetzt wurden. Nicht zuletzt dank einer Coverversion des als Langnese-Jingles bekannt gewordenen Like Ice in the Sunshine, das als B-Seite der Single erschien, erreichten die No Angels mit Something about Us innerhalb von 14 Monaten zum dritten Mal die Spitze der Hitlisten in Deutschland und Österreich.

Das Album Now… Us! wurde im Juni 2002 veröffentlicht und setzte sich ebenfalls an die Spitze der deutschen Albumcharts. Es verkaufte sich bis Ende des Jahres 2002 mehr als 800.000 Mal. Mit der Ballade Still in Love with You gelang ein weiterer Top-Ten-Hit in den Single- und Radiocharts, während der von Mousse T. produzierten Remix zu Let's Go to Bed lediglich die Top-Ten der Dancefloorcharts erreichte. In Zusammenhang mit dem am 2. Oktober 2002 aufgeführten Exklusivkonzert im Berliner Tränenpalast erschien im Herbst 2002 das von Till Brönner produzierte Album When the Angels Swing, eine Sammlung neuer und neu arrangierter Albumaufnahmen in Swing-Arrangements. Die Alison-Moyet-Coverversion All Cried Out wurde sowohl in einer Swing- als auch in einer Popversion veröffentlicht, das Konzert später auf DVD herausgebracht.

Danach reisten die No Angels innerhalb der Four Seasons-Tournee erneut durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bandmitglied Jessica Wahls, die bereits im Sommer 2002 ihre Schwangerschaft verkündet hatte, verließ die Band in eine ursprünglich für sechs Monate geplante Babypause. Nach der Geburt ihrer Tochter Cheyenne im März 2003 kehrte sie zugunsten ihres Kindes und einer Karriere als Solointerpretin vorerst jedoch nicht mehr in die Band zurück.

2003: Pure und Auflösung der Band

Die verbliebenen Mitglieder Benaissa, Diakowska, Mölling und Petruo entschieden sich, zu viert weiterzumachen und nahmen in den Folgemonaten ihr drittes Studioalbum Pure auf. Das Album erschien am 25. August 2003 und wurde wie schon die beiden Vorgänger-Alben von Thorsten Brötzmann und Peter Ries produziert. Ungeachtet kritischer Vorberichterstattung über die nun „unvollständige“ Band gelang es dem Quartett, im April 2003 mit der Vorabsingle No Angel (It’s All in Your Mind) ihre vierte Nummer Eins in den deutschen Singlecharts zu platzieren. Weitere Singleauskopplungen wurden Someday, welches den fünften Platz der deutschen Charts erreichte und Feelgood Lies, welches auf Platz drei einstieg. Wie schon die beiden vorherigen Studioalben Elle’ments und Now… Us! erreichte auch Pure im August 2003 Platz eins der deutschen Albumcharts; für über 150.000 verkaufte Exemplare erhielten die No Angels eine weitere Goldene Schallplatte.

Bevor die dritte Single Feelgood Lies ausgekoppelt wurde, gaben die No Angels im September 2003 bekannt, die Band werde aufgelöst. Mit Reason, einer Neuaufnahme eines bereits veröffentlichten Titels aus dem Jahr 2001, erschien im November 2003 die letzte gemeinsame Single der No Angels vor der Auflösung. Im Rahmen der Veröffentlichung des Albums The Best of No Angels war auch Jessica Wahls nochmals zur Gruppe hinzugestoßen. Nach einigen letzten öffentlichen Auftritten und einem Unplugged-Konzert im Münchener Club P1 sowie in einer von einem Mobilfunkanbieter gesponserten Show im Dezember 2003 in der Düsseldorfer Nachtresidenz gingen die No Angels vorerst getrennte Wege.

2007: Comeback mit Destiny

Im Januar 2007 wurde offiziell die Wiedervereinigung der No Angels bekanntgegeben. Während Jessica Wahls nach ihrem Ausstieg im Jahr 2002 als Mitglied zur Band zurückstieß, entschied Vanessa Petruo sich zu Gunsten ihrer Solo-Karriere gegen ein Comeback mit den No Angels. Die verbliebenen vier Mitglieder veröffentlichten daraufhin mit Goodbye to Yesterday ihre erste Single nach dreieinhalb Jahren und platzierten sich damit auf Platz 4 der deutschen Singlecharts. Das vierte Studioalbum der Band, Destiny, welches am 13. April 2007 erschien, konnte sich ebenfalls auf Platz 4 der deutschen Albumcharts platzieren und wurde bis Juni 2007 mehr als 30.000 Mal verkauft. Am 15. Juni wurde die zweite Single Maybe ausgekoppelt, welche es als erste Single der Gruppe nicht in die Top-20 der deutschen Hitparade schaffte und sich nur noch 15.000 Mal verkaufte. Am 19. Oktober 2007 wurde schließlich die Doppel-A-Single Amaze Me / Teardrops – eine Coverversion von Womack & Womack aus dem Jahre 1988 – veröffentlicht, welche sich auf Platz 25 der deutschen Media Control-Single-Charts platzieren konnte. In Polen kam Teardrops bis auf Platz 34.

Ende 2007 sang die Band den Titelsong Life Is a Miracle zum Zeichentrickfilm „Kleiner Dodo“ ein, der am 1. Januar 2008 in die Kinos kam und dessen Soundtrack drei Tage später erschien.

2008: Eurovision Song Contest

Nachdem sich die Erwartungen der Plattenfirma im ersten Comebackjahr nicht erfüllt hatten, wurde die Band von Universal für ein weiteres Album vor die Wahl gestellt ein fünftes Mitglied zu casten oder am Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teilzunehmen, deren Teilnahme sie bereits ein Jahr zuvor abgelehnt hatten. Am 6. März 2008 traten die No Angels mit ihrer Single Disappear beim Deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2008 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg gegen die Gruppen Cinema Bizarre und Marquess sowie die beiden Solo-Interpreten Tommy Reeve und Carolin Fortenbacher an. Dort erreichte die Band in der Endrunde mit einem Prozentpunkt (50,5 %) Vorsprung vor Fortenbacher den ersten Platz, weswegen sie am 24. Mai 2008 beim 53. Eurovision Song Contest in Belgrad für Deutschland antrat. Am Ende erzielten die No Angels den 23. Platz in einem Teilnehmerfeld von 25. Die Single erschien bereits am 29. Februar und platzierte sich in Folgewoche des Vorentscheid auf Platz 4 der deutschen Singlecharts. In Österreich erreichte Disappear den 37. und in Bulgarien den 40. Platz der Singlecharts.

2009: Welcome to the Dance

Die Werbekampagne zu Welcome to the Dance wurde überschattet von Benaissas Verhaftung im April 2009 wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Ihr erstes Konzert im Jahr 2009 gab die Band am 3. Juli in St. Pölten (Österreich), wo sie erstmalig auch Lieder aus ihrem fünften Studioalbum präsentierten.

Am 15. Juli 2009 stellten die No Angels bei einer Presseveranstaltung in Berlin ihr Album Welcome to the Dance vor. Im gleichen Monat wurde das Video zur Single One Life gedreht, die als Vorabauskopplung Ende August 2009 erschien. Sie stieg auf Platz 15 in die deutschen Singlecharts ein.

Am 11. September 2009 wurde das Album veröffentlicht. Dieses fünfte Studioalbum der No Angels hebt sich musikalisch stark von ihren vorangegangenen Alben ab. Bedingt durch die Zusammenarbeit mit ihren neuen amerikanischen Produzenten ist es ihr erstes Album, dessen Genre als Dance zu bezeichnen ist. Es stieg in der ersten Woche auf Platz 26 der deutschen Albumcharts ein und fiel bereits nach zwei Wochen wieder aus den Charts.

Als zweite Single wurde im Oktober 2009 das Lied Derailed angekündigt, welche am 27. November 2009 veröffentlicht werden sollte. Obwohl das Lied bereits als Promo-CD verschickt wurde und die Band das Lied bei verschiedenen TV-Auftritten wie The Dome 52 bewarb, wurde die Veröffentlichung vier Tage vor der geplanten Veröffentlichung aufgrund unbekannter Gründe gekippt.

2010: Akustik-Tournee und Ausstieg von Benaissa

Im Mai 2010 absolvierte die Band die Akustik-Tour An Intimate Evening With… No Angels bei der sie in fünf Städten in kleineren Clubs Lieder aus ihrer zehnjährigen Bandgeschichte vorstellten. Vier Tage vor Tourneestart sagte Nadja Benaissa aus gesundheitlichen Gründen ihre Teilnahme an der Tour ab.

Nach einem Strafverfahren im August 2010 gab Benaissa am 7. September 2010 ihren offiziellen Ausstieg aus der Band bekannt.

Die No Angels trennten sich im Jahr 2014 endgültig.

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