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Biografie

  • Geburtstag

    26. April 1975 (43 Jahre alt)

  • Geboren in

    London, England, Vereinigtes Königreich

Nerina Pallot (* 26. April 1975 in London; eigentlich Nerina Natasha Georgina Pallot) ist eine britische Sängerin und Liedermacherin. Sie erlangte, Jahre nach ihrem Debut, mit dem Antikriegslied "Everybody’s Gone to War" Popularität und erzielte daraufhin hunderttausende Verkäufe ihres Folk-Rock-geprägten Albums "Fires".

Biografie

Kindheit, Jugend und Ausbildung

Nerina Pallot ist die Tochter eines britisch-französischen Vaters und einer aus Allahabad (Indien) stammenden Mutter. Sie ist das erste Kind ihrer Mutter, und das vierte ihres Vaters. Sie hat eine Schwester und wuchs auf der britischen Kanalinsel Jersey auf, verbrachte jedoch auch bis zu ihrem 17. Lebensjahr regelmäßig Zeit in Indien; einige Zeit lebte sie als Kind auf Dauer in Indien. Schon im Alter von vier Jahren lernte sie Klavier zu spielen. Mit 11 Jahren lernte sie das Gitarrespielen auf der mit ihrem eigenen Taschengeld gekauften Gitarre.

Inspiration fand Pallot Musik in ihrem Elternhaus; so prägte sie sich ihren späteren Liedermachercharakter durch Alben von Simon and Garfunkel oder Carole King. Da sich dort jedoch nur wenige ihrem jungen Musikgeschmack entsprechende Stücke fanden, kaufte sie sich zunehmend eigene LPs; dies fing bei Michael Jacksons "Thriller" an und erstreckte sich bis zu Bobbie Gentry oder Bon Jovi. Jersey wurde mit der Zeit der Hauptwohnsitz der Familie (Sie pendelte jedoch weiterhin regelmäßig zwischen Großbritannien und Indien.). Als Teenager zog Pallot nach London, um an der English Boarding School Violine und Operngesang zu lernen. Danach ging sie ans Londoner Royal College of Art, um Kunst zu studieren und sich nach eigenen Worten von ihrer als „Musikwunderkind“ aufgebürdeten Stellung zu befreien, blieb jedoch aus Unzufriedenheit nicht lange und wechselte zurück zum Music College.

Dort studierte sie Klavier und Gesang und wechselte von der Violine zum Cello, welches ihren Worten zufolge mehr Spaß zu machen schien. Sie schrieb daraufhin ihre ersten ernsthaften Lieder am Klavier, entschied sich jedoch auf Grund ihrer Musikerfahrungen aus der Jugend, vermehrt Lieder mit der Gitarre zu schreiben. Sie hörte zu der Zeit das "White Album" der Beatles. Sie besorgte sich daraufhin eine Hofner Bassgitarre, die schon Paul McCartney einsetzte, und spielte die Basslinien dessen Lieds "Sexy Sadie" nach Gehör nach.

Für ihren Lebensunterhalt arbeitete sie damals als Sekretärin für Andrew King, einem Manager des Plattenlabels Mute Records; er hatte u. a. schon Künstler wie Ian Dury und The Clash betreut. Pallot wollte daraufhin ihr Hobby zum Beruf machen; so bat sie ihren Boss, sie beim Aufbau ihre Musikkarriere zu unterstützen. Im Anblick ihrer musikalischen 60er- und 70er-Jahre-Einflüsse beschloss er, mit ihr einige moderne Adaptionen in Form von Demoaufnahmen aufzunehmen. Nach vielen Einschickungen der Demobänder wurde das große Major-Label Polydor auf sie aufmerksam und schloss einen Vertrag zur Produktion eines Debutalbums mit ihr.

Debut

Pallot arbeitete an ihrem Album harmonisch mit King zusammen; dies äußert sich beispielsweise darin, dass sie ihren Manager immer leicht veräppelnd mit „Mr. King“ ansprach (siehe auch das Lied "Mr King" auf ihrem zweiten Album). King warnte Pallot jedoch auf Grund seiner Erfahrung mit ihrer ungebundenen Art vor ihrer Plattenfirma Polydor.

Nerina Pallot veröffentlichte am 20. August 2001 ihr Debutalbum "Dear Frustrated Superstar". Es erreichte einen bescheidenen 82. Platz in dern UK-Albumcharts und verfehlte damit die Offiziellen Top 75. Mit dem Album wurden die Singles "Patience" und "Alien" herausgebracht, jedoch verkauften sie sich mit den Höchstplatzierungen des 61. und dem nicht in den Top 75 befindenden 98. Platzes ebenfalls unter den Erwartungen. Die Lieder des Albums spiegeln viele Erfahrungen aus ihrem Leben wieder; zusätzlich beinhalten einige der Stücke einen politischen Themenschwerpunkt. Alle Stücke des Albums wurden von ihr geschrieben; teils auf Druck der Plattenfirma, teils auf Grund ihrer noch geringen Erfahrung mit der Albumproduktion, bekam sie von Jason Rebello bei "Someday Soon" und Jeremy Stacey bei den Stücken "Watch Out Billie" und "Daily Bread" Unterstützung beim Komponieren.

Nach einigen Promotionauftritten in diversen Radiostationen, auf Grund ihrer geringen Popularität zum Missfallen Pallots oft nur um Radio-Jingles einzuspielen, und Auftritten in weniger populären Fernsehsendungen trat sie 2002 in der national ausgestrahlten britischen Kinder-Vormittags-Fernsehshow "Live And Kicking" auf. Nachdem sie bereits Platz genommen hatte und höflich für die nächsten Gäste Platz machte, kam Faye Tozer, ehemalige Sängerin der Castingband Steps, und schuppste Pallot vor laufender Kamera von der Couch zu Boden. Pallot veröffentlichte, wenige Wochen nach ihrem blamablen Showrauftritt, im Musikindustrie-eigenen Industry Message board, wo viele Künstler Erfahrungsaustausch pflegen, einen Beitrag. Dieser schilderte ihre damalige miserable Lage, u. a. auch, dass sich ihr Plattenboss zu wenig für die Produktion und finanzielle Unterstützung ihres Remixes von "Photograph" einsetzte. "Photograph" war als Bonus-Track für die Re-Issue-Version von "Dear Frustrated Superstar" vorgesehen; die Urversion des Albums wurde kurz vorher zur Marktbereinigung aus dem Handel genommen. Des Weiteren beschrieb sie ihren Plattenboss als “barking mad” („wild rumbrüllend“). Ihr Beitrag bekam im Forum verständnisvolle Zustimmung durch andere Künstler; auf Grund des forschen Tons wurde sie jedoch zum Rapport gewiesen. Noch am gleichen Tag trennten sich die Wege von Pallot und Polydor. Die Re-Issue-Version des Albums wurde auf Eis gelegt, die ihr missfallene Interpretation von "Photograph" nicht veröffentlicht. Das bereits als Singleauskopplung eingeplante Lied "If I Know You" blieb gleichsam mit dem dazugehörigen bereits abgedrehten Musikvideo unveröffentlicht. Eine vom Label-Management bereits zugesicherte Opening-Act-Stelle bei der Bryan Adams-Tour wurde abgesagt.

Neuorientierung

Pallot musste daraufhin ihre Pläne für die Zukunft revidieren und zog sich aus dem Musikgeschäft zurück; sie veröffentlichte auf ihrer Website sogenannte Stories („Geschichten“), in denen sie detailliert die Geschehnisse ihrer Kündigung, teils sarkastisch teils verständnisvoll, reflektiert. Sie ging wieder zurück zur Universität und studierte Englisch, um Lehrerin zu werden und absolvierte ihr Zwischenjahr. Währenddessen finanzierte sie sich mit diversen Gelegenheitsjobs ihren Unterhalt u.a. als Näherin und Babysitterin.

2003 sang sie die Führungsstimme im Lied "Truly" auf dem Album "Chimera" von Delerium. Es wurde als zweite Singleauskopplung nach dem europaweit erfolgreichen Lied "Silence" mit Sarah McLachlan veröffentlicht. Es erreichte Platz 54 der britischen Singlecharts und Platz 1 der UK-Club-Charts und steigerte Pallots Reputation in der Clubszene.

Im Winter Ende 2003 komponierte sie, während sie noch an Universität studierte, das Lied "Idaho". Es bewirkte ihren eigenen Worten zu Folge einen Wendepunkt ihrer Laufbahn, weg von ihrer Ausbildung zur Englischlehrerin hin zu einem Neubeginn ihrer Musikkarriere. Sie begann daraufhin weitere Lieder zu schreiben und ein neues Album einzuplanen.

Neuanfang ihrer Musikkarriere

Am 24. April 2005 erschien ihr zweites Album "Fires". Es wurde von Chrysalis Music Publishing unter ihrem selbstgegründeten Independent-Plattenlabel Idaho veröffentlicht. Die Publisher von Chrysalis Music Publishing unterstützen Pallot trotz ihrer Kündigung bei Polydor und stellten ihr für dieses Album 50.000 Britische Pfund zur Verfügung. Da diese Summe unzureichend für die Bezahlung eines Produzenten und die Studioaufnahmen war, musste sie zusätzlich eine Hypothek auf ihr Haus aufnehmen. Mit dem nun zur Verfügung stehenden Geld konnte sie ihre Arbeit am Album fortsetzen und sogar vom Rest des Geldes über ihre Bedürfnisse leben. Sie schmuggelte sich, immer wenn andere Musiker die Aufnahmestudios vorübergehend verließen, in diese ein und nutzte die Zeit für ihre eigenen Aufnahmen.

Sie schrieb sämtliche Lieder auf "Fires" selbst und arbeitete eng mit ihrem Produzenten Howard Willing zusammen, was sich durch ihre Liierung mit ihm manifestierte. Willing konnte sich bereits als Produzent vieler Künstler einen Namen machen. So produzierte er schon für OK Go, Stevie Nicks, Lisa Marie Presley, Melissa Auf Der Maur, Liz Phair, The Smashing Pumpkins und Van Hunt. Zusätzlich arbeitete das Zweckbündnis Pallot/Willing mit dem Produzenten Eric Rosse (Tori Amos, Lisa Marie Presley, Anna Nalick) zusammen; so produzierte Rosse "Learning to Breathe" und gemeinsam mit Willing "Heart Attack". Gänzlich ohne Willing produzierte Wendy Melvoin (Mitglied von Prince’s Band The Revolution) Pallots Lied "Damascus". Nachdem die wesentlichen Stücke den letzten Schliff bekommen hatten, vervollständigten Pallot und Willing das Album und pendelten zwischen London und Los Angeles. Dabei bekamen sie Unterstützung durch Willings viele Berufskontakte mit hochqualifizierten Musikern. Sie verarbeitet ähnlich wie in ihrem ersten Album wieder viele biografische Gegebenheiten; so schrieb sie anspielend auf ihre Kündigung bei Polydor und als Dank an ihren früheren Manager Andrew King und für dessen, nach eigenen Angaben leider meist ignorierten, Ratschläge, das Lied "Mr King".

Über Mundpropaganda u. a. auch via Yahoo!-E-Mail-Gruppe und viele Auftritten in diversen Konzerten als Vorgruppe von gestandenen Künstlern, insbesondere James Blunt, wuchs ihre Fangemeinde an. So kam es häufig zu Ausverkäufen ihres Albums an den Verkaufsständen der Konzerte, allein über ihre MySpace-Präsenz wurden zusätzlich über 11.000 Exemplare ihres Albums verkauft. Dem Album wurde die Antikriegs-Single "Everybody’s Gone to War" als Download vorausgeschickt. Sie greift die Problematik des Irak-Kriegs 2003 auf und wird häufig aus Unkenntnis über den eigentlichen Titel als "The War Song" („das Lied über den Krieg“) bezeichnet.

Im Juni 2005 folgte die Nachfolgesingle "Damascus". "Damascus" ist wie die meisten ihrer Lieder eine Versinnbildlichung ihres Lebens; das Lied beschreibt ihren Schmerz nach der Trennung von ihrer Studienfreundschaft und verarbeitet dabei auch ihre Reiseerfahrungen, da sie regelmäßig zwischen Großbritannien und dem Heimatland ihrer Mutter Indien pendelte. Station machte sie dabei regelmäßig im syrischen Damaskus. Diese Situation beschrieb sie in einer ihrer Geschichten - bezeichnenderweise "Damascus".

Im September 2005 kam noch die dritte poppige „Gute-Laune-Single“ "All Good People" hinzu; zu ihr wurde im Gegensatz zu allen bisherigen Single-Veröffentlichungen kein Musikvideo gedreht.

Neuer Erfolg – Neues Major-Label

Auf Grund ihres Erfolgs mit ihrem zweiten Album trat 2005 das Plattenlabel 14th Floor Records (Teil der Plattenfirma Warner Music Group) an Pallot heran und bot ihr einen neuen Vertrag an. Mit dem Gedanken an ihren Rauswurf bei Polydor sicherte sie sich diesmal ab: So standen bereits die ihr bekannten und ebenfalls der starken Kommerzialisierung der Musik abgeneigten Künstler Damien Rice und Joseph Arthur dort unter Vertrag, was bedeutete, dass sie beim neuen Label mehr Freiheiten hatte und nicht einem Pop-Diven-Image entsprechen musste. Mit dem Vertrag in der Tasche veröffentlichte Pallot daraufhin am 24. April 2006 die Re-Issue-Version ihres Albums "Fires". Diese Version ist O-Ton Pallot “more spangly”, also ausgefeilter als die Urversion. Die Lieder wurden neu eingespielt und kommen beispielsweise bei einigen Stücken mit zusätzlichen Streichern daher; auch das Artwork wurde grunderneuert und die Titel "All Good People" und "Learning To Breathe" wechselten die Plätze. Das Album erreichte Platz 21 der britischen Albumcharts und wurde nach kurzer Zeit mit Gold prämiert, was für 100.000 verkaufte Exemplare steht. Bis Oktober 2006 wurden bereits über 300.000 Exemplare verkauft, womit das Album Platin erreichte.

Die erste Single des aufgemöbelten Albums wurde wieder "Everybody’s Gone to War". Die Single war das dritt-meistgespielte Lied im britischen Radio und erreichte Platz 14 der UK-Singlecharts. Das dazugehörige Musikvideo wurde im Gegensatz zu all ihren vorigen Videos regelmäßig im europäischen Musikfernsehen ausgestrahlt. Am 2. Oktober 2006 wurde die zweite Single "Sophia" aus dem Re-Issue-Album veröffentlicht; sie stieg auf Platz 32 der britischen Singlecharts ein. "Sophia" wurde mit Produzent Mitchell Froom (bekannt als Produzent Daniel Powters und dessen Lied "Bad Day", oder von Elvis Costello, Randy Newman, Crowded House) in Los Angeles neu eingespielt.

Anknüpfend an ihren Erfolg mit dem Fires-Album brachte ihr ehemaliges Major-Label Polydor 2006 die bis dahin ca. für vier Jahre auf Eis gelegte Re-Issue-Version des Debutalbums "Dear Frustrated Superstar" heraus. Da Pallot jedoch aus oben genannten Gründen nicht mehr mit Polydor arbeitete, wurde es kurzerhand mit den B-Seiten-Liedern "The Girl From Lakeville" und "57 Flavours" aufgefüllt, die bereits mit der 2001 erschienenen Single "Alien" veröffentlicht wurden. Das Artwork blieb auf Grund fehlender aktueller Fotoaufnahmen nahezu unverändert.

Am 8. Januar 2007 veröffentlichte Pallot mit "Learning to Breathe" ihre mittlerweile fünfte Singleauskopplung aus ihrem Album "Fires". Das bereits am 29. November 2006 veröffentlichte Musikvideo wurde von Lee Lennox, dem Regisseur des Videos "All Sparks" der Editors, gedreht.

Nerina Pallot erhielt am 16. Januar 2007 die Nachricht der Nominierung zur Besten britischen weiblichen Solokünstlerin bei den Brit Awards 2007; der Preis ging jedoch an Amy Winehouse.

Am 14. Februar 2007 heiratete Pallot den Musikproduzenten und Komponisten Andy Chatterly. Im Mai 2007 kündigte Pallot die Sommersingle "Peg" an. "Peg" ist eine von Richard X produzierte Coverversion von Steely Dans gleichnamigen Lied "Peg" und wurde am 9. Juli 2007, zusammen mit einem Richard-X-Remix des Liedes "Geek Love", veröffentlicht.

Stil

Pallot die Musikerin

Nerina Pallot bildete schon in ihrer Kindheit durch ihre Klavier-, Gitarren- und Gesangsausbildung eine Charakteristik des Sänger-Liedermachertums heraus. Die oft gehörte Plattensammlung ihrer Eltern, stark geprägt durch den späten 60er- und 70er-Jahre-Stil, inspirierten Pallot durch Simon and Garfunkels Folk-Rock und Carole Kings Liedermachercharakter in eben diese Gefilde. Die selbst zugelegten Platten von Michael Jackson "Thriller" (R&B / Pop), Bobbie Gentry (Country) und Bon Jovis rockige Stücke erweiterten jedoch ihren musikalischen Horizont und öffneten ihr die Augen für moderne Interpretationen. Später setzte sie ihre musikalische Ausbildung am College fort. Sie schulte ihren Gesang und komponierte erste Stücke am Klavier. Den darauffolgenden Sommer hörte sie das "White Album", speziell das Lied "Sexy Sadie", und begann danach Hofner Bass zu spielen. So integrierte sie auch die dort vorkommenden Blues- und Swing-Elemente in ihr Repertoire. Bass und insbesondere Gitarre bildete daraufhin ihre bevorzugten Instrumente für neue Kompositionen.

Die daraus entstandenen Stücke zeigten zusätzlich zu den erwarteten Grundbestandteilen des Pop-Rock bzw. Folk-Rock mit Liedermachereinflüssen auch oft einen jazzigen Grundtenor ("My Last Tango") oder repräsentieren oftmals durch ihre klare und traurig wirkende Stimme eine melancholische Passion, was sich in Stücken wie "Dear Frustrated Superstar" oder "Damascus" zeigt. Regelrecht einfache Popstücke wie "Alien" oder "All Good People", angelehnt an einige ebenfalls einfach gehaltene Lieder der Beatles oder Michael Jacksons, stellen ihren Hang dar, aus ihrem gewohnten angelernten „Stilkäfig“ auszubrechen. Die gewissenhaft mit Klavier begleiteten Stücke wie "Idaho" und "Sophia" oder ihre Sänger-Liedermacherin geprägten Pop-Rock-Stücke wie "Patience" und "Everybody’s Gone to War" bilden jedoch weiterhin ihr grundlegendes Timbre. Seit ihrem Debutalbum wird sie fortan durch ihre Folk-Rock-Einflüsse mit Sheryl Crow oder Tori Amos verglichen. Ihre oft starke melancholische Ader lässt Assoziationen mit Heather Nova erkennen. Ihre streckenweise vorkommenden Jazz- und Blues-Anklänge erinnern an Katie Meluas balladeske Ohrwürmer.

Pallots Texte

Nerina Pallots Lieder spiegeln fast durchgängig ihre aus dem Koffer gelebten Erfahrungen und Einflüsse wider. Dies fängt bei ihren Beziehungen und ausladend widergegebenen Trennungen an, erstreckt sich über einige Belanglosigkeiten bis hin zu sarkastisch widergegebenen politischen, religiösen und allgemeinsozialen Weltanschauungen. Schon in ihrem Debutalbum finden sich einige dieser Aspekte wieder: So warnt sie im Lied "Watch Out Billie" junge Frauen vor den Nebenwirkungen eines Pop-Star-Lebens, wirft im Lied "God" (zu deutsch Gott) ebendiesen vor, im Anblick der tagtäglichen Gewalt beim Kreieren des Menschen dessen Herz vergessen zu haben, oder stellt im Lied "Jump" bzgl. ihrer Beziehungssituation makabere Vergleiche an.

“I go on and jump, give it a try
Checking the parachute, see if it flies.
Oh if I should break my neck I never bruise…
I go on and just, give it a try
Don’t call the ambulance, I’m still alive
And if I should break my neck I’ll make the news.”

– Nerina Pallot: Jump (Dear Frustrated Superstar)

In ihrem zweiten Album "Fires" verarbeitet sie im Lied "Everybody’s Gone to War" ihre pazifistische Einstellung zum Irak-Krieg 2003 “If love is a drug/ I guess we’re all sober/ If love is a song/ I guess it’s all over”. Im Liebeslied "Geak Love" bewirkt sie beim Hörer aufgrund ihrer ungebundenen Art ein Schmunzeln “So hey, you, could you give it a rest?/ Just take me home and get me undressed,/ Put on a fire and make it enough,/ Oh, we're geeks, but we know this is love.”, das durch die starke Bedrücktheit, die der Text des balladenhaften Liebeslieds "Sophia" kurz darauf bewirkt, wieder in Melancholie vergeht.

Konzerte

Pallot tourte bereits viele Male als Vorgruppe etablierter Künstler wie Sheryl Crow, James Blunt, Suzanne Vega, Joseph Arthur, Ray LaMontagne und Missy Higgins. Sie trat 2005 beim Guilfest Music Festival auf und zusätzlich auch in populären Veranstaltungsstätten wie Bush Hall in Shepherd’s Bush (London), London ICA, the Bloomsbury Theatre und Regent’s Park Open Air Theatre.

Im Mai 2006 folgte ihr erstes auf das Album "Fires" ausgerichtetes Konzert, mit dem sie weiterhin in Großbritannien rauf und runter tourte. Am 22. September gab Nerina Pallot ein Konzert zum SWR3 New Pop Festival 2006, welches für das deutsche Fernsehen aufgezeichnet wurde. Im November gab sie für AOL Music ähnlich dem deutschen SWR3-Auftritt eine Musik-Session. Für Ende 2006 war ein europaweites Solokonzert geplant, das jedoch auf Grund von Überlastung auf zwei Konzerte in Oslo und Brüssel, zulasten aller Deutschlandauftritte, zusammengestaucht wurde. Dafür fand im Frühjahr 2007 eine intensivere Tour durch das Vereinigte Königreich statt.
m Oktober 2009 und damit nach drei Jahren Pause begann Pallot eine Konzerttour durch das Vereinigte Königreich; diese führte unter anderem zu einem Auftritt im Òran Mór in Glasgow.

Musikvideos

Pallot veröffentlichte mit ihren Alben "Dear Frustrated Superstar" and "Fires" fünf Musikvideos. Ihr erstes Video zur Single "Patience" zeigt Pallot in diversen Szenen, inkl. einer Klaviersession. Nach ihrer Zeit beim Label Polydor kritisierte sie ihr Video zu "Patience", insbesondere die Szenen, in denen sie fliegt.

„Diese Erfahrung hat mich vieles gelehrt, aber vor allem, dass es niemals eine gute Idee ist, ein Video zu machen in dem man fliegt.“
– Nerina Pallot: Nerina Pallot in her own words.

Im zweiten Video "Alien" liegt Pallot anfangs auf einem Autodach. Es stellt sich heraus, dass sie aufgrund des plattgedrückten Autos “like an alien” (Textauszug) (dt. Wie ein Alien) vom Himmel gefallen sein muss; auch dieses Video kritisierte Pallot im nachhinein und bezeichnete ihre Darstellung im Video als zu “goofy”, in Anlehnung an die gleichnamige Disneyfigur. Das unveröffentlichte Video zu "If I Know You" zeigt unter der Regie von Julian Temple multiple Nerinas, die in einem Theater u.a. gegeneinander antreten. Im Video zu "Damascus" wird durch die Regieanweisungen von Tim Devine wieder von mehr Realität gezeugt, Pallot wird hier beim Klavierspielen und Singen im Aufnahmestudio gefilmt. Das darauffolgende Video zu "Everybody’s Gone to War" ist, aufgrund des mit ihm verbundenen internationalen Erfolgs, das mit Abstand populärste. Es spielt in einem Supermarkt, wo sich die Kunden gegenseitig z. B. mit Fruchtsaft „beschießen“ oder mit Ananas und Weißkohl „bebomben“, wodurch ein kleiner Lebensmittel-Kriegsschauplatz entsteht. Das Video zur Single "Sophia" wurde vom Produzenten John Hillcoat gedreht. Hillcoat drehte bereits Videos für Nick Cave, Bush, Depeche Mode und Richard Ashcroft. Es wurde in der morokkanischen Wüste gefilmt; auch hier spielt sie wieder Klavier und singt, während um sie herum ein Feuerkreis brennt, der sich ihr und dem Klavier langsam aber stetig nähert.

Für "Learning to Breathe" aus dem Album "Fires" ließ sie angeregt vom Lied "All Sparks" der Editors Lee Lennox das Musikvideo drehen. Das Video verbindet die aus dem All Sparks-Video bekannten kleinen esoterischen Puppen mit dem melancholischen Text und der Geschichte von "Learning to Breathe".

Das Musikvideo der ersten Singleauskopplung "Real Late Starter" aus "The Graduate" thematisiert Pallot als Spätentwicklerin. Im infantilen Marc-Klasfeld-Video spielt Pallot in einem Kinderzimmer mit (Hand-)Puppen, hält ein imaginäres Teetrinken, Popstarsingen sowie eine Modeschau ab.

Offizielle Internetseite: http://www.nerinapallot.com

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