Wird über Spotify absgepielt Wird über YouTube absgepielt
Zum YouTube-Video wechseln

Player wird geladen ...

Von Spotify scrobbeln?

Verbinde deine Spotify- und Last.fm-Konten, um deine gehörten Inhalte von jeder Spotify-App auf jedem Gerät und jeder Plattform zu scrobbeln.

Mit Spotify verbinden

Verwerfen
Verwerfen

As your browser speaks English, would you like to change your language to English? Or see other languages.

Es steht eine neue Version von Last.fm zur Verfügung. Bitte lade die Seite neu.

Biografie

  • Geburtstag

    17. Juni 1927

  • Geboren in

    Berlin, Deutschland

  • Gestorben

    20. April 2019 (mit 91 Jahren)

Martin Hermann Böttcher (* 17. Juni 1927 in Berlin; † 19. April 2019, Pseudonym Michael Thomas) war ein deutscher Filmkomponist, Dirigent und Arrangeur.

Leben und Werk

Martin Böttcher ist Urenkel eines Weimarer Hofkapellmeisters und erwarb schon früh durch Klavierunterricht musikalische Kenntnisse. Zunächst wollte er indes Pilot werden. Knapp siebzehn Jahre alt, wurde er im Krieg bei der Luftwaffe ausgebildet. Zu einem Einsatz kam es aber aus Mangel an Treibstoff nicht mehr. Seit der Explosion einer Granate in unmittelbarer Nähe ist Martin Böttcher auf einem Ohr taub. Während der Kriegsgefangenschaft gelang es Böttcher, eine Gitarre zu organisieren und autodidaktisch das Gitarrenspiel zu erlernen.

Der Jazz-Gitarrist

Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft führte ihn der Weg nach Hamburg. Dort spielte Martin Böttcher Gitarre unter Günther Fuhlisch und Franz Thon im von Willi Steiner neu formierten Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks, das selbst im Big-Band-verwöhnten England mit Hochachtung erwähnt wurde. Nebenbei eignete sich Böttcher sein musikalisches Rüstzeug bei Generalmusikdirektor Richard Richter und auf dem U-Gebiet bei Kurt Wege an.

Seine bevorzugte Musikgattung war zunächst der Jazz, wo es Martin Böttcher schaffte, als Gitarrist zur Nummer 2 im deutschen Jazz-Poll aufzusteigen. Aber schon in dieser Zeit sammelte er Erfahrungen als Arrangeur bei Filmkomponisten wie Michael Jary oder Hans-Martin Majewski, für den er Teile der Musik zum Film „Liebe 47“ arrangierte.

Arbeit für den Film

Bereits ab 1946 schrieb Böttcher Arrangements. 1954 nahm er Abschied vom NDR und wechselte vom Notenpult zum Skizzenpapier. Dank Produzent Artur Brauner debütierte Böttcher 1955 mit der Musik zur Militärsatire Der Hauptmann und sein Held. Seine zweite Filmmusik schrieb er zu einem Meilenstein des deutschen Films der Nachkriegszeit: „Die Halbstarken“ (1957) von Georg Tressler, in der Hauptrolle Horst Buchholz. Es spielte die eigens hierfür gegründete Formation Mister Martin's Band, in der Musiker wie der Klarinettist Fatty George, der Vibraphonist Bill Grah, der Posaunist Ernst Mosch und, noch als Hans Last, der Bassist James Last mitwirkten.

Für Hans Albers schrieb Martin Böttcher drei Lieder in „13 kleine Esel und der Sonnenhof“ (1958), ebenso die Musik für Heinz Rühmanns „Pater Brown“-Filme „Das schwarze Schaf“ und „Er kanns nicht lassen“. In „Max, der Taschendieb“ fand die zuvor unter dem Pseudonym Michael Thomas geschriebene und nach kurzer Zeit weltberühmt gewordene Melodie „Hawaii Tattoo“ Verwendung, die als erste deutsche Single in die amerikanischen „Billboard-Charts" aufstieg.

Daneben schrieb Böttcher Chansons für Françoise Hardy, Romy Schneider, Peggy March, Elisabeth Flickenschildt und andere. Am 6. Februar 1960 nahm Martin Böttcher an der deutschen Endausscheidung zum Eurovision Song Contest mit dem Titel „Oh, wie schön“ teil. Den Titel sang der belgische Entertainer Tony Sandler, der später in Las Vegas Karriere machte. Das Lied schlug sich achtbar auf einem vorderen Platz, es gewann allerdings „Bonne nuit, ma cherie“ von Wyn Hoop vor „Wir wollen niemals auseinander geh'n“ von Heidi Brühl. Der Titel von Wyn Hoop wurde dann im eigentlichen Eurovision-Song-Contest Vierter.

Der Weg zu Karl May

Anfang der sechziger Jahre beauftragte Rialto Film-Chef Horst Wendlandt den Komponisten mit Filmen aus seiner Edgar Wallace-Reihe. 1967 produzierte Oswald Kolle den ersten Aufklärungsfilm „Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe“ in Deutschland. Martin Böttcher wurde mit der Komposition der Musikuntermalung beauftragt. Die Titel lehnte dann der wissenschaftliche Berater des Films als „nicht unterkühlt genug“ ab (er befürchtete, dass sich das männliche Publikum zu unzüchtigen Handlungen hinreißen lassen könnte). Die Musik ging aber nicht verloren. Kolle verwendete sie als Hintergrundmusik für seine Hörplatte „Das Wunder der Liebe“, und das Titelthema Wonderland of Love wurde ein oft verwendeter Titel auf Sampler-Platten von Martin Böttcher.

Mit seiner Musik für die Karl-May-Filme avancierte Martin Böttcher in den 1960er-Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Das Titelthema zum Karl-May-Film „Der Schatz im Silbersee“ - die „Old Shatterhand-Melodie“ - führte 1962 siebzehn Wochen lang die Charts in Deutschland an und wurde mehr als 100.000 mal verkauft, ein Novum in der deutschen Musikgeschichte zu dieser Zeit.

Zu insgesamt zehn Karl-May-Kinofilmen komponierte er die Musik, außerdem in den 1970er Jahren zur 26-teiligen ZDF-Karl-May-Serie „Kara Ben Nemsi Effendi“. „An dem Erfolg des Films ist zur Hälfte die Musik beteiligt“, schrieb ein Kritiker nach der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“. Die Musikstücke werden als Medley in den siebziger und achtziger Jahren mehrfach in den damals populären Musik- und Galashows des Fernsehens wie „Musik ist Trumpf“ gespielt und zu dieser Zeit erstmals als Sampler herausgebracht. Auch heute noch ist die Karl-May-Filmmusik erfolgreich und wird immer wieder in Cover-Versionen oder auf CDs herausgegeben.

„Für mich war es eine besonders schöne Zeit, als ich die Musik zum Schatz im Silbersee und all den anderen Filmen komponieren durfte. Es hat wahnsinnig viel Freude gemacht - nicht nur, weil mir die Melodien so viel Erfolg brachten, sondern weil die Filme meiner Mentalität entgegenkamen. Das Grundmotiv war die Freiheit und die Ungebundenheit des Menschen. Ich musste nicht lange überlegen, bis mir die passenden Noten einfielen, die Musik kam aus dem Bauch. Vielleicht ist sie gerade deshalb so ein Erfolg geworden."
Martin Böttcher, Zitat aus „Michael Petzel: Karl-May Filmbuch"

Arrangements für das Fernsehen

Mit dem Kinosterben Ende der sechziger Jahre verlegte Martin Böttcher seinen Wirkungskreis verstärkt auf das Fernsehen. So ertönte in der allerersten Krimiserie, die im frisch gegründeten ZDF lief, „Das Kriminalmuseum", als Titelmelodie eine Böttcher-Komposition. Es folgte in den 1970er Jahren eine Vielzahl von Musiken, zur Serie Sonderdezernat K1 oder für diverse Episoden von Der Alte und Derrick, z.B. die Salzburg-Melodie aus der Derrick-Episode „Ein Koffer aus Salzburg" von 1975. Böttcher komponiert seither regelmäßig für Fernsehserien, zuletzt für Pfarrer Braun.

Insgesamt schrieb Böttcher die Musik zu rund 60 Spielfilmen und 400 Fersehspielen und -serien.

Am 17. Mai 1996 wurde die Komposition „Friedensmelodie" im Rahmen der Radebeuler Karl-May-Tage im Rahmen eines Benefizkonzertes für das Kinderkrankenhaus in Mostar live uraufgeführt.

Rezeption

Die deutsche Gruppe Superboys erreichte am 12. September 1998 den ersten Platz in der ZDF-Hitparade mit einer Adaption der Winnetou-Melodie unter dem Titel Wish U Were Here - wünscht', Du wärst bei mir. In Tschechien erhielt im März 2000 eine Cover-Version mit dem Titel „Vinetů" der Gruppe Těžkej Pokondr aus dem Album „Vypusťte Krakena" Doppel-Platin. Ein weiterer Erfolgstitel der Gruppe war der Titel „Vontové", eine Gesangsfassung der „Old Shatterhand-Melodie“ auf dem Album „Ježek v peci“.

Diese Wiki bearbeiten

Du möchtest keine Anzeigen sehen? Jetzt abonnieren

Externe Links

API Calls