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Biografie

  • Geburtstag

    13. Oktober 1927 (89 Jahre alt)

  • Geboren in

    Chicago, Cook County, Illinois, Vereinigte Staaten

Lee Konitz (* 13. Oktober 1927 in Chicago, Illinois, USA) ist ein Saxophonist des Modern Jazz. Auf seinem Hauptinstrument, dem Altsaxophon, stellte er am Ende der 1940er Jahre den einzigen originären Beitrag neben Charlie Parker dar und zugleich beginnend mit seiner ersten Einspielung von Subconscious-Lee „den wichtigsten neuen Einfluss nach diesem“. In seiner motivischen Arbeit erreichte die Soloimprovisation Martin Kunzler zufolge „einen ästhetischen und inhaltlichen Höhepunkt.“ Mit seiner linearen Spielhaltung prägte der neben Lennie Tristano „bedeutendste Cool-Innovator“ Musiker wie Paul Desmond oder Bill Evans ebenso wie Hans Koller und Albert Mangelsdorff und schließlich sogar Avantgardisten wie Anthony Braxton.

Konitz kaufte 1938 eine Klarinette und eine Selbstunterrichtungsmethode, dann 1939 ein Tenorsaxophon. Er war zunächst als Altsaxophonist bei Teddy Powell und Jerry Wald tätig, bevor er zwei Jahre das Roosevelt College besuchte. Seine ersten Aufnahmen machte Konitz 1947 und 1948 mit Claude Thornhill.

Mit 21 Jahren war er in New York Mitglied im berühmten Miles Davis/Gil Evans-Nonett, das an den Plattensessions von Birth of the Cool beteiligt war. Diese Aufnahmen (1948-50) sind einer der Ursprünge des Cool Jazz. Die Mitgliedschaft in dieser Band zeichnete ihn aus, weil er als Weißer in diese Band aufgenommen wurde, obwohl es zu dieser Zeit genügend arbeitslose afroamerikanische Altsaxophonisten gab. Gleichzeitig arbeitete er mit dem Pianisten Lennie Tristano und dem Tenorsaxophonisten Warne Marsh zusammen.

Ab Anfang der 1950er entfernte er sich vom Cool Jazz: 1952 spielte er in Kanada mit Tristano, dann in Stan Kentons Band 1952 bis 1954; als Solist ist er 1952 zu hören auf New Concepts of Artistry in Rhythm. 1953 entstanden Aufnahmen mit Gerry Mulligan. Im Sommer 1955 trat er mit Tristano in einem New Yorker Restaurant auf, die Aufnahmen erschienen unter dem Titel Lennie Tristano auf Atlantic. Im Januar 1956 ging er auf Europatournee mit Hans Koller, Lars Gullin und Zoot Sims.

Konitz nahm über 150 Alben auf, als Leader und als Sideman. Ab den 1960er Jahren spielte er vermehrt in Europa in kleinen Formationen, häufig nur von einem Pianisten begleitet. 1974 spielte er eine bis heute beachtenswerte Soloaufnahme „Lone Lee“ ein. Ein sehr großer Erfolg war die Reunion mit Warne Marsh Ende 1975. Von 1980 bis heute tourt er regelmäßig durch die Jazzclubs Europas und ist oft in Studios mit jungen modernen Formationen (z.B. in Franz Koglmanns We Thought About Duke), verfolgt aber auch Avantgarde-Projekte mit avancierten Musikern wie Andrew Hill, Attila Zoller, Derek Bailey oder dem Theo Jörgensmann Quartet. Weiterhin sind Duo-Projekte mit Musikern wie Gitarrist Jim Hall, Posaunisten Albert Mangelsdorff, Jiggs Whigham, Tenorsaxofonist Joe Henderson oder Pianist Frank Wunsch erwähnenswert. Konitz zeigt sich auch für Musik von Debussy, Satie und Bach offen; gemeinsam mit einem Streichquartett ging er mit dem "Lee Konitz String Project" auf Tournee und improvisierte über Musik des französischen Impressionismus. Im November 2000 spielte Konitz mit dem Brandenburgischen Staatsorchester bei zwei Konzerten in Frankfurt (Oder) und Potsdam das für ihn geschriebene Konzert "Prisma" von Günter Buhles.

Die LPs und CDs von Konitz erschienen bei großen Labels wie Universal, oft auch bei Independent Labels wie z. B. Philology in Italien, Nabel und Enja in Deutschland, Nato in Belgien und Frankreich oder HatHut Records in der Schweiz.

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