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Biografie

Joy Division war eine britische Postpunk-Band, die sich im Jahre 1977 zunächst unter dem Namen Warsaw in Manchester zusammenfand. Der spätere Name Joy Division leitete sich von der Bezeichnung für Zwangsprostituierte der deutschen Wehrmacht ab, die im Roman The House of Dolls des ehemaligen KZ-Häftlings Yehiel Feiner (erschienen unter seiner KZ-Registriernummer Ka-Tzetnik 135633) beschrieben werden. Joy Division waren eine der wichtigsten Bands, die sich auf dem Höhepunkt der Punk-Bewegung gründeten. Nach dem Suizid des Sängers Ian Curtis gründeten die drei verbleibenden Mitglieder (zusammen mit der Musikerin Gillian Gilbert) 1980 die Band New Order.

Die ersten Jahre

Die ursprüngliche Besetzung von Joy Division kam offenbar durch Inspiration durch ein Konzert der Sex Pistols in Manchester im Juni 1976 und eine Anzeige zustande. Peter Hook, Bernard Albrecht (eigentlich Bernard Sumner, weiteres Pseudonym Bernard Dicken) und Terry Mason, die bei dem Konzert anwesend waren, beschlossen, eine Band zu gründen und gaben eine Anzeige auf, auf die sich Ian Curtis als Sänger meldete. Die Band sollte ursprünglich Stiff Kittens heißen, doch wurde als Bandname bald Warsaw gebraucht. Zudem wurde der wohl wenig talentierte Schlagzeuger Mason erst gegen Tony Tabac und dieser dann gegen Steve Brotherdale ausgetauscht. In dieser Besetzung, mit Hook am Bass, Albrecht an der Gitarre, Brotherdale am Schlagzeug und Curtis als Sänger sind auch die ersten erhaltenen Aufnahmen aus dem Juni 1977 eingespielt. Diese finden sich auf verschiedenen Bootlegs sowie als Zugabe auf der 1995 erschienenen CD Warsaw.

Das erste Konzert fand in Manchester am 29. Mai 1977 unter dem Namen Warsaw statt. Als erste Veröffentlichung erschien Juni 1978 die EP An Ideal For Living, die musikalisch dem Punk Rock jener Zeit noch recht nahe stand. Die vier im Dezember 1977 aufgenommenen Tracks erschienen auf dem bandeigenen Label Enigma. Am Schlagzeug saß nun Stephen Morris, der wie zuvor Ian Curtis über eine Anzeige zur Band gestoßen war.

Um Verwechslungen mit der Londoner Band Warsaw Pakt zu vermeiden, benannten sich Warsaw im Januar 1978 in Joy Division um. Im März des Jahres wurden in den Arrow Studios von Manchester elf Stücke für ein Debütalbum aufgenommen, darunter frühere Versionen ihrer späteren „Meisterwerke“ Shadowplay und Transmission. Dieses Album wurde jedoch wegen Unstimmigkeiten zwischen Band und dem Produktionsteam, vor allem bezüglich der eingesetzten Synthesizer, nicht veröffentlicht. Auch diese Aufnahmen wurden erst auf der CD Warsaw (1995) offiziell veröffentlicht. Im Dezember 1978 erschienen die ersten beiden Stücke unter dem Namen Joy Division auf einem Sampler des neu gegründeten Factory-Labels, A Factory Sample. Auf dieser Doppelsingle waren neben Songs von John Dowie, The Durutti Column und Cabaret Voltaire die Joy Division-Stücke Digital und Glass zu hören. Zudem war dies ihre erste Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten Martin Hannett, der Factory Records mitbegründet hatte.

Steigende Popularität

Zwischen Mitte 1978 und Anfang 1979 hatte sich die Band zu regionaler Bekanntheit gespielt, einen Auftritt in London absolviert und die Titelseite des NME geziert. Außerdem wurden für ein Unterlabel von Warner Brothers vier Demo-Tracks eingespielt, die jedoch erst auf der Compilation Heart and Soul (1997) zu finden sind. Im Februar 1979 wurde die erste John Peel-Session mit vier Tracks aufgenommen und auf der BBC ausgestrahlt. Ab Anfang des Jahres wurde die bei Ian Curtis diagnostizierte Epilepsie zum ständigen Problem für die Band, vor allem da sich die Krankheit bisweilen auch auf der Bühne äußerte. Doch insbesondere ihre eindrucksvollen Live-Shows und die charismatische Bühnenpräsenz von Ian Curtis sorgten für den Ruf von Joy Division in der Szene in und um Manchester. Allerdings waren viele ihrer Konzerte von Prügeleien im Publikum begleitet.

Mit ihrem auf Factory Records erschienenen Album Unknown Pleasures, das im Juni 1979 veröffentlicht wurde, wandten sich Joy Division musikalisch endgültig vom Punk ab. Das Album wurde von Martin Hannett produziert, das Design übernahm Peter Saville, der bis heute fast alle Plattencover von Joy Division und New Order in einem sachlich-minimalistischen Stil entworfen hat. Im Gegensatz zur anfangs strikt ablehnenden Haltung der Musiker gegen Synthesizer wurden in einigen Songs dieses ersten offiziellen Albums elektronische Klänge integriert. Bis heute gilt Unknown Pleasures als Meilenstein der Rockmusik.

Der größte Teil des Jahres 1979 verging mit gut 70 Konzerten, die mit einer einzigen Ausnahme (Paris) in Großbritannien stattfanden, die meisten davon in Manchester und Umgebung. Außerdem erschien die Single Transmission, die zweite Peel Session wurde aufgenommen und gesendet, und die Band trat mit zwei Songs, Transmission und She's Lost Control, im Fernsehen auf BBC 2 auf.

Im Januar 1980 brach die Band zu einer einmonatigen Europatour auf, mit Konzerten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland (Köln und Berlin). Im März des Jahres veröffentlichten sie die Single Licht und Blindheit mit den Songs Atmosphere und Dead Souls, im April die Single Love Will Tear Us Apart. Diese blieb – wie alle vorausgehenden Veröffentlichungen – zunächst ohne nennenswerten kommerziellen Erfolg. Ebenfalls im März fanden in den Londoner Britannia Row Studios die Aufnahmen für das wiederum von Martin Hannett produzierte und von Peter Saville gestaltete zweite Album Closer statt. Außerdem wurde für den Frühsommer eine Amerika-Tour geplant.

Überraschendes Ende

Das Ende von Joy Division kam abrupt, als Ian Curtis im Mai 1980 Selbstmord beging und sich zwei Tage vor der geplanten ersten Amerika-Tour in seinem Haus in Macclesfield bei Manchester erhängte. Motive für diese Tat finden sich wahrscheinlich sowohl in seiner Krankheit als auch im persönlichen Umfeld begründet. Die Epilepsie war in den vergangenen Wochen verstärkt aufgetreten, die Anfälle wurden zudem bei Konzerten oft als besondere Einlage fehlinterpretiert. Zudem hatte er sich von seiner Frau, mit der er eine damals einjährige Tochter (Natalie) hatte, offenbar zunehmend entfremdet.

Die Single Love will tear us apart wurde nach Curtis' Tod, im Juni 1980, erneut veröffentlicht. Sie ist nur das bekannteste Beispiel für die musikalische Ausdruckskraft von Joy Division. Im Juli 1980 wurde die LP Closer veröffentlicht. Die Veröffentlichung war ursprünglich für den 8. Mai 1980 vorgesehen, wegen des Todes von Ian Curtis jedoch verschoben worden. Das Album wurde ein beachtlicher kommerzieller Erfolg und wird wegen seiner stilistischen Vielfalt und reiferen Spieltechnik meist als Höhepunkt des Schaffens von Joy Division gefeiert.

Philosophie

Insbesondere in der Anfangszeit wurden Joy Division immer wieder Vorwürfe wegen einer angeblichen geistigen Nähe zum Dritten Reich gemacht. Dazu trug zunächst die Benennung der Band nach einer Prostituierten-Riege in einem deutschen Konzentrationslager bei. Angeblich trug sogar der für englische Ohren sehr harte Klang von Bernard Sumners deutschem Pseudonym Albrecht dazu bei. Außerdem wurde, ähnlich wie bei der britischen Industrialgruppe Throbbing Gristle, die zu den Einflüssen von Joy Division zählte (Curtis selbst war mit Genesis P-Orridge befreundet), auf Plattencovern und in Booklets (An Ideal for Living) sowie bei Konzerten mit Nazi-Ästhetik oder ähnlichen Designs „experimentiert“. Auf der Tonspur ihres ersten Videos befindet sich die Rede des Polizeichefs von Manchester, in der er die Einrichtung von Arbeitslagern für die vielen Arbeitslosen der Stadt fordert. Daran schließen sich gebrüllte Nazi-Parolen deutscher SS-Leute an. Die Band selbst reagierte Berichten zufolge auf die Vorwürfe kaum oder nur ausweichend bis ungeschickt. Diese Elemente, wie auch der Name Warsaw, werden heute meist als bitter-sarkastischer Kommentar zu Militarismus und Gewaltherrschaft interpretiert.

Doch handelt es sich bei dieser Art von Symbol- und Sprachgebrauch zu dieser Zeit und in diesem Umfeld um nichts Unübliches. Viele Punkbands verhielten sich ähnlich. Neuen Auftrieb für Gerüchte um die politischen Positionen der Bandmitglieder gab es, als sich die verbliebenen Musiker den neuen Namen New Order gaben, die englische Bezeichnung für Hitlers Neue Weltordnung. Der Name kann aber auch schlicht als "Neue Ordnung" oder "Neue Richtung" interpretiert und auf die musikalische Wandlung nach Curtis' Tod bezogen werden.

Nachwirkungen und Bedeutung

Die Musik von Joy Division nimmt auch heute noch einen bedeutenden Platz in der Geschichte der Rockmusik ein und beeinflusste etliche andere Bands. Die Musikszene Manchesters, mit Bands von The Smiths bis The Chemical Brothers, wurde von Joy Division – und auch von den Nachfolgern New Order – nachhaltig geprägt. In Frankreich legten die Alben von Joy Division den Grundstein für die Cold-Wave-Bewegung, aus der Anfang der 1980er zahlreiche Bands hervorgingen. Darüber hinaus gilt die Band als Inspirationsquelle für ungezählte Musikgruppen wie Interpol, Editors, , Moby, Therapy? u.v.a. Auch viele der seit Mitte der 1990er Jahre aktiven Postrock-Bands, vor allem Mogwai, geben Joy Division als eine ihrer maßgeblichen musikalischen Inspirationquellen an.

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