Wird über Spotify absgepielt Wird über YouTube absgepielt
Zum YouTube-Video wechseln

Player wird geladen ...

Von Spotify scrobbeln?

Verbinde deine Spotify- und Last.fm-Konten, um deine gehörten Inhalte von jeder Spotify-App auf jedem Gerät und jeder Plattform zu scrobbeln.

Mit Spotify verbinden

Verwerfen

Es steht eine neue Version von Last.fm zur Verfügung. Bitte lade die Seite neu.

Biografie

  • Geburtstag

    19. Mai 1948 (70 Jahre alt)

  • Geboren in

    Saint Catherine, Jamaika

Grace Jones (* 19. Mai 1948 in Spanish Town, Kingston, Jamaika) ist eine jamaikanische Sängerin, Model und Schauspielerin.
Sie ist bekannt für ihre extravagante Kleidung und ausgefallene Auftritte, in denen sie z. B. in Männerkleidung oder in Gorilla-Kostümen auftrat. Ihr gestyltes, androgynes und betont unterkühltes Image ist bedeutender Bestandteil der Bühnenperson Grace Jones. Durch ihr Spiel mit den Geschlechterrollen wurde sie im Umfeld des Studio 54 zu einem Idol der schwulen Gemeinschaft. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre wurde sie mit der „One Man Show“ zur Stilikone.

Der Vater von Grace Jones, Robert Winston Jones (* 1924; † 2008), stammte aus einer Familie, aus der Politiker und Verwaltungskräfte hervorgingen. Die Mutter Marjorie geborene Walters (* 1930) stammte aus einer religiösen Familie. Die Eltern gingen Mitte der 1950er Jahre nach Amerika, wo der Vater als Prediger arbeitete und 1956 die Apostolic Church of Jesus Christ in Syracuse bei New York gründete. Grace Jones und ihre fünf Geschwister blieben in Jamaika bei der Großmutter mütterlicherseits und ihrem zweiten, 20 Jahre jüngeren Ehemann Peart. In ihrer Autobiografie I’ll Never Write My Memoirs (New York, 2015) erzählt Jones von der strengen religiösen Erziehung, von Schlägen und Misshandlungen, die sie und ihre Geschwister durch den Mann ihrer Großmutter erlitten. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre holten die Eltern die Kinder nach Amerika. Dort wurde ein weiteres Kind geboren. Jones besuchte das Onandaga Community College in Syracuse. Sie trat in die Theater-Klasse ein und ging mit ihrem Lehrer und der neu gegründeten Gruppe „The Ruskin Players“ auf Tournee. In Philadelphia angekommen, kehrte sie nicht mehr ins Elternhaus zurück. Um nicht erkannt zu werden, arbeitete sie unter dem Künstlernamen „Grace Mendoza“ als Go-Go-Tänzerin in Nachtclubs und bewarb sich um kleinere Model-Jobs. Ein erstes Vorsingen bei den Musikproduzenten Kenny Gamble und Leon Huff in Philadelphia scheiterte aufgrund ihrer Nervosität. Nach einem Aufenthalt in New York, wo sie bei der Modelagentur Black Beauty unter Vertrag stand, wechselte sie zu der 1967 gegründeten Wilhelmina Models und befreundete sich u. a. mit dem Modezeichner Antonio Lopez.
In der ersten Hälfte der 1970er Jahre wechselte Jones nach Paris und arbeitete mit Jerry Hall und Jessica Lange für die Agentur Euro Planning (später Prestige). Größere Aufträge folgten: Jones wurde von Helmut Newton fotografiert und erschien zum ersten Mal auf einer Titelseite des französischen Jugendmagazins 20 Ans. Später folgten Titelseiten für die Vogue und Elle. In dieser Zeit erhielt Jones ihren ersten Plattenvertrag und nahm Gesangsstunden. Ihren ersten Auftritt als Sängerin hatte sie 1976 während einer Tournee mit Issey Miyake durch Japan. Zum Ende der Show Issey Miyake and Twelve Black Girls präsentierte sie in einem Hochzeitskleid I Need a Man, das ihre erste von Tom Moulton produzierte Single wurde. Bis 1979 veröffentlichte sie die Alben Portfolio (1977), Fame (1978) und Muse (1979), die von der Disco-Mode geprägt waren. Die Albumcover wurden von Richard F. Bernstein gestaltet. Der Karrierebeginn von Grace Jones als Sängerin ist mit der Geschichte des Studio 54 in New York verbunden. Mit Bianca Jagger, Andy Warhol, Truman Capote, Divine, Keith Haring, Michael Jackson und Debbie Harry zählte sie zu den regelmäßigen Gästen des Nachtclubs. Zu ihrem 30. Geburtstag gab sie ein Konzert im Studio 54. Bekannt ist die Geschichte, dass Nile Rodgers und Bernard Edwards keinen Einlass erhielten, obwohl sie von Jones eingeladen waren, aber nicht auf der Gästeliste standen. Ihren Ärger verarbeiteten sie in einem Song, der den Arbeitstitel „Fuck off“ erhielt und kurz darauf, in Le Freak umbenannt, ein Welthit für ihr Projekt Chic wurde. In diesen Jahren pendelte Grace Jones zwischen Paris und New York und gab Konzerte in der Pariser Diskothek Le Palace und in der New Yorker Paradise Garage. Von den Disco-Alben blieb vor allem die 7:27-minütige Coverversion von Édith Piafs La vie en rose (1977) in Erinnerung, die Jones einer radikalen Wandlung unterzog. In Deutschland verklagten 1978 Alice Schwarzer, Inge Meysel und weitere prominente Frauen die Zeitschrift stern aufgrund entwürdigender Frauendarstellungen im Rahmen der sogenannten Sexismus-Klage. Auslöser war u. a. ein Titelbild des Magazins von Helmut Newton, das Jones unbekleidet in Fußketten gelegt dargestellte.

Nach der Veröffentlichung von Muse verspürte Grace Jones das Bedürfnis nach einer Veränderung: „Disco war ein Unfall, innerhalb von ein paar Jahren hatte ich meine drei Disco-Alben veröffentlicht, produziert von Tom Moulton. Sie wurden mehr seine Version als meine… Ich wurde zur Dekoration, und das langweilte mich.“ Mit Chris Blackwell, dem Gründer von Island Records, stellte sie eine Gruppe von Studiomusikern zusammen, die „Compass Point All Stars“, die aus Sly Dunbar, Robbie Shakespeare, Barry Reynolds, Wally Badarou und Alex Sadkin bestanden. In dieser Kombination entstanden die drei folgenden Alben Warm Leatherette (1980), Nightclubbing (1981) und Living My Life (1982), die heute stellvertretend für den typischen Grace-Jones-Sound stehen. Die Musik bestand aus einem Stilmix von Reggae, New Wave und elektronischen Elementen und bezog sowohl afrikanische, jamaikanische als auch europäische Einflüsse ein. Jones entwickelte einen kühl wirkenden Sprechgesang und war an den Produktionen beteiligt. Aufgenommen wurden die Alben in den Compass Point Studios in Nassau auf den Bahamas. Sie enthielten Coverversionen von Nightclubbing, ursprünglich gesungen von Iggy Pop (geschrieben von Pop und David Bowie), Love Is the Drug von Roxy Music, Private Life von den Pretenders, Walking in the Rain von Flash and the Pan, Warm Leatherette von The Normal und She’s Lost Control von Joy Division. Optisch wurde der Imagewandel von dem französischen Illustrator Jean-Paul Goude umgesetzt, den Jones Ende der 1970er Jahre kennenlernte. Zusammen entwarfen sie die „One Man Show“, in der Jones mit ihrem androgynen Image spielte. Ihre Konzerte eröffnete sie, in Anlehnung an Marlene Dietrichs Auftritt in Blonde Venus, in einem Gorillakostüm, in dem sie trommelnd eine Treppe auf der Bühne bestieg und, auf dem Plateau angekommen, aus der Verkleidung stieg. Begleitet wurde sie von männlichen, sich roboterhaft bewegenden Komparsen, die Grace-Jones-Masken trugen und in die gleichen Armanianzüge wie die Sängerin gekleidet waren, so dass der Betrachter diese über Strecken auf der Bühne nicht mehr identifizieren konnte. Die Bühnenausstattung und die wechselnden Kostüme waren durch den Minimalismus und Kubismus beeinflusst, enthielten Elemente des Musiktheaters, des Absurden und des Happenings. Über weite Strecken der Show wurden die Scheinwerfer auf das Publikum gerichtet. Zu Pull Up to the Bumper lief Jones über einen Laufsteg in die Zuschauer, zog einzelne Personen auf die Bühne und deutete eine Penetration an, in der sie die männliche Rolle einnahm. Zu Living My Life trug sie einen Rock, der an die Kostümentwürfe Oskar Schlemmers erinnerte, und führte einen Revolver an die Schläfe. Nach Auslösen des Schusses setzte die Musik ein. Jones fiel zu Boden und sang im Liegen: „You hate me for living my life, you kill me“. Zitat Jones: „Als wir es zuerst aufführten, klatschten die Leute nicht. Sie verstanden nicht, was vor sich ging. Und dann klappten ihre Kiefer nach unten. Es war ein leichter Schockzustand. Da war nicht Grace Jones auf der Bühne, es war Grace Jones, die Grace Jones spielte, mit Hilfe von anderen, die Grace Jones spielten. Unmittelbar während der Show dachte ich, es wäre ein kompletter Flop, außer dass niemand das Theater verließ. Sie blieben. Sie schauten…“ Die „One Man Show“ erschien 1982 als 45-minütiges Video und erhielt eine Grammy-Nominierung.
Mit Goude hatte Grace Jones eine mehrjährige Beziehung, aus der der 1979 geborene Sohn Paulo hervorging. Das Kulturmagazin Aspekte widmete der Sängerin 1981 einen Beitrag zum Erscheinen des Albums Nightclubbing und zeigte einen Ausschnitt aus der „One Man Show“, in dem Jones I’ve Seen That Face Before (Libertango) von Astor Piazzolla sang. Nightclubbing wurde von der englischen Musikzeitschrift New Musical Express zum Album des Jahres 1981 gewählt. Duncan Fallowell veröffentlichte im Mai 1981 in Sounds eine Titelgeschichte über Grace Jones, Pop der polymorphen Perversionen. Anfang 1982 veröffentlichte Diedrich Diederichsen den Artikel Sexualität und Wahrheit über Jones im gleichen Magazin. Ein weiterer Artikel erschien in der Zeitschrift twen. 1982 veröffentlichte Goude das Buch Jungle Fever, in dem er das Konzept und die Entwürfe zur „One Man Show“ darlegte.

1985 erschien nach der Greatest-Hits-Veröffentlichung Island Life das von Trevor Horn produzierte Konzeptalbum Slave to the Rhythm. Die gleichnamige Singleauskopplung erreichte Platz 4 in den deutschen Single-Charts und war ein internationaler Hit. Im selben Jahr hatte Jones neben Arnold Schwarzenegger eine Hauptrolle in Conan der Zerstörer. 1985 spielte sie in James Bond 007 – Im Angesicht des Todes. Zur Veröffentlichung des Films erschien sie auf dem Titel von Andy Warhols Zeitschrift Interview. Zusätzlich erschien sie auf dem Titel des Magazins Playboy. Der Beitrag beinhaltete eine Fotostrecke von Helmut Newton mit Jones und Dolph Lundgren, den die Sängerin 1981 während einer Tournee in Australien in Sydney kennengelernt hatte. Eine weitere Titelseite folgte für die englische Popzeitschrift The Face. 1985 erschien Jones in einer von Jean-Paul Goude gestalteten Werbung des französischen Autoherstellers Citroën, in der das neue Modell CX 2 beworben wurde. 1986 veröffentlichte sie das von Nile Rodgers produzierte Album Inside Story. Das Video zur ersten Single-Auskoppelung I’m Not Perfect (But Perfect for You) gestaltete Keith Haring, der den Körper von Jones mit Graffiti bemalte, Andy Warhol und der amerikanische Psychologe Timothy Leary hatten Gastauftritte. 1988 wurde ihr Titel I’ve Seen That Face Before (Libertango) Teil des Soundtracks von Frantic. Im selben Jahr erregte sie eine Medienöffentlichkeit, als sie den britischen Gastgeber Russell Harty in einer Fernsehsendung angriff, als dieser sich einem anderen Gast zuwandte. 1989 erschien das Album Bulletproof Heart im Dance- und Hip-Hop-Stil, an dessen Produktion neben Jones Chris Stanley, David Cole und Robert Clivilles beteiligt waren. Ab 1989 erschienen bis auf wenige Singleveröffentlichungen keine neuen Alben. In den 1990er Jahren heiratete Jones Atila Altaunbay, den sie in Belgien kennenlernte. Altaunbay stammte aus der Türkei. Das Paar lebt mittlerweile getrennt, ist aber nicht geschieden.
Weitere Filmproduktionen, in denen Jones mitwirkte, waren Vamp von 1986, in dem sie die Hauptrolle des Vampirs Katrina spielte und eine ihrer Stage-Shows zitierte. 1987 spielte sie die MG-bewaffnete Sekretärin von Dennis Hopper in Straight to Hell, zusammen mit anderen Musikern, u. a. Elvis Costello. 1987 spielte Jones in Siesta, 1992 in Boomerang mit Eddie Murphy. 2001 spielte sie einen Hybrid, halb Mann halb Frau, im Horrorfilm Wolfgirl. 2007 war Jones in einer Nebenrolle in der Falco-Biographie Falco – Verdammt, wir leben noch! zu sehen.
2002 sang sie in Modena ein Duett mit Luciano Pavarotti auf dem Benefiz-Konzert Pavarotti & Friends für Angola. 2008 erschien das Album Hurricane, das von Ivor Guest produziert wurde. Nick Hooker führte Regie beim Video zur ersten Singleauskopplung Corporate Cannibal. Die Band bestand aus den Musikern Sly Dunbar, Robbie Shakespeare, Brian Eno, Bruce Woolley, Wally Badarou, Tricky, Wendy and Lisa, Uziah „Sticky“ Thompson, Mikey „Mao“ Chung, Barry Reynolds, John Justin, Martin Slattery, Philip Sheppard, Paulo Goude, Robert Logan, Don-E und Tony Allen. Das Album erschien am 7. November 2008 in Deutschland und schaffte den Sprung in die Top 20 der Albumcharts. 2009 kehrte Jones mit ihrer „Hurricane Tour“ auf die Bühne zurück und war auch in Deutschland zu sehen: Am 17. März 2009 trat sie im Tempodrom in Berlin auf, am 25. März 2009 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt am Main und am 26. März 2009 in der Philipshalle in Düsseldorf.
2012 sang sie im Rahmen des Diamond Jubilee Concerts zu Ehren des 60. Thronjubiläums von Königin Elisabeth II. Slave to the Rhythm. Während der gesamten Dauer des Auftrittes ließ sie einen Hula-Hoop-Reifen um ihre Hüften kreisen.
Am 18. Mai 2016, am Vorabend ihres 68. Geburtstags, gab Grace Jones ein Konzert im Kölner E-Werk.

Diese Wiki bearbeiten

Du möchtest keine Anzeigen sehen? Jetzt abonnieren

Externe Links

API Calls