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Biografie

  • Jahre aktiv

    1985 – heute (33 Jahre)

  • Gegründet

    Leipzig, Sachsen, Deutschland

Quelle: http://parocktikum.de/wiki/index.php/Die_Art

Die PostPunk-Band "Die Art" gründete sich 1985 in Leipzig aus der Vorgängerband "Die Zucht" und zählt zu den sog. "Anderen Bands", die die Wende in der DDR in musikalischer Hinsicht prägten.

Geschichte

Gründungsbesetzung von "Die Art":

Vocals - Makarios Oley,
Guitar - André Friedrich,
Bass - Christoph Heinemann,
Drums - Thomas Stephan

November 1985 wurde Gitarrist André Friedrich (später Mad Affaire) vom NVA-Grau-in-Grau verschluckt (die staatlich beurkundete "Spielerlaubnis" der ersten Einstufung als "Die Art" mit dem Prädikat "Mittelstufe" im Mai 1985 verschaffte ihm einige Erleichterungen während der 18monatigen Kasernierung). Thomas Gumprecht, bisher nur in diversen Blues-Kapellen aktiv, trat seine Nachfolge ab November 1985 an. Dieses Band-Line-Up bildet die konstante Kernbesetzung für die nächsten Jahre.

Zuvor gab es mit dem Bandnamen "Die Zucht" Probleme mit der Staatsmacht. Ohne die war aber eine damals notwendige Einstufung unmöglich. Denn wer in der DDR live und offiziell auftreten wollte, brauchte eine staatliche Musiker-Einstufung ("Amateurtanzmusiker"). Um die zu bekommen, musste jede Band/KünstlerIn vor einer sogenannten "Einstufungskommission" auftreten. Als "Die Zucht" im Mai 1985 vor dieser staatlichen Kommission steht, wird ihr Bandname als "unsozialistisch" kritisiert. Jedoch sei eine Spielerlaubnis kein Problem, wenn sich die Band umbenenne, so die staatliche Kommission. Dieses Band-Dilemma löst kurzerhand Drummer Thomas Stephan (Designer der ersten Tape-Cover) durch die Umbenennung von "Die Zucht" in "Die Art".

Noch aus Zeiten von "Die Zucht" gab es ein kurzes Intermezzo eines Saxophonisten (sein Mitwirken war auf den von Sänger Makarios eingefädelten Kuhhandel zurückzuführen, der die Benutzung des Proberaums in seiner früheren Berufsschule, der Leipziger Gutenbergschule, zu der folgenden Bedingung diktierte: wenn Proberaum - dann spielt ein Saxophonist bei Die Art - der bisherige Proberaum stand wg. der West-Ausreise des Keyboarders Harald Martin nicht mehr zur Verfügung).
Das Kapitel "Saxophon" erledigte sich mit einem neuen, von der Band organisierten Proberaum, in einer ehemaligen Bäckerei in einem Abrisshaus in Leipzig-Plagwitz. In dieser Zeit, Herbst 1985, entstanden in Zusammenarbeit mit DJ Holger Luckas (später DT64, Rockradio B, Radio Eins) erste Aufnahmen von "Die Art".

Die konstante Besetzung von Die Art ab 1987:
Gumprecht / Heinemann / Oley / Stephan

Wichtige Konzerte bis 1989:

Haus Auensee (Leipzig, 1985): Die Art, Billy Bragg & The Neurotics

X-Mal Konzertreihe (Berlin-Treptow, 1986):
Die Art, WK 13, Die Anderen, Komakino, Überraschungsgast: Billy Bragg

Parocktikum Session (Berlin - Treptow, 1987): Die Art (VÖ "Sie sagte" AMIGA Parocktikum Sampler und als Live - Tape)

Insel - Open - Air (Insel der Jugend, Berlin-Treptow, Sommer 1989:
Die Art, Die Skeptiker, The Neurotics, Disneyland After Dark, u.v.a

Die Art erspielte sich schnell ein größeres Publikum. Lutz Schramm von DT64 entdeckte Die Art 1987 für sein Radioprogramm Parocktikum. Er spielte die Coverversion von Chrome: "3rd from the sun", den Die Art kurzerhand mit eigenem deutschen Text von André Friedrich unter dem Titel "Chrome" veröffentlicht hatte. Diese Ausstrahlung trug maßgeblich zur weiteren Popularität der Band bei. In dieser Zeit stieß Andreas Seyffert (Keyboard) zu Die Art und wirkte am ersten Tape "Would You Mind Us Looking For?" mit, verließ die Band danach aber wieder.

Ende 1987 nahm der Radiosender DT64 die 2. "Parocktikum-Session" mit Die Art auf. Dieses Live-Konzert wurde später als 2. Tape "Just Another Hit" veröffentlicht.
Mangels Möglichkeiten ein eigenes Album zu produzieren, brachte Die Art bis 1989 vier Tapes im Eigenvertrieb (ab 1988 unter dem "Label" []) heraus. Davon gilt "Dry" als das bekannteste und meistverkaufte Underground-Tape der DDR.

1989 schaffte es der Song "Sie Sagte" auf die erste Parocktikum-LP (Amiga / VEB Deutsche Schallplatten).
Im Frühjahr 1989 folgte im Auftrag von DT64 eine Aufnahme-Session im Studio-Krex in Berlin - Prenzlauer Berg. Aufgenommen wurden die Songs "Looking for my Mind" und "Eternal Fall". Zu verdanken war dieses Recording den Bemühungen von Radio-DJ Lutz Schramm.

Ebenfalls im Frühjahr 1989 gaben Thomas Stephan und Christoph Heinemann zusammen mit Andreas Falkenstein (g, ex- Kulturwille) und André Friedrich (g, voc) nach intensiver Probenarbeit ein Konzert unter dem Namen '''The Hartmuts''' im Leipziger Regina-Palast. Wegen der Indisposition des Sängers wurde der Auftritt ein komplettes Desaster. Es blieb das einzige '''Die Art''' Seitenprojekt bis zur Auflösung 2000. Erst 1993 erschien ein Mitschnitt des Konzertes auf MC im bandeigenen Mailorder-Versand.

Im Spätsommer 1989 verließ der Schlagzeuger Thomas Stephan die DDR via Ungarn. In Westberlin spielte er 1990 mit den "Eggmen Five" eine EP ("Hard boiled") ein. In dieser Zeit verstärkte Dirk "Scholle" Scholz (ex - Wartburgs für Walter, die anderen) die Band an den Drums.

Ein erster Plattenvertrag mit dem AMIGA-Label des einzigen in der DDR existierenden volkseigenen Schallplattenkombinates scheiterte 1989. AMIGA bestand ganz konkret auf einer Textänderung des Songs "Wide Wide World" oder auf den kompletten Verzicht des Songs und machte das zur Bedingung einer LP - Produktion. Die Art lehnte ab.

Liedtext-Auszug aus "Wide Wide World" (…the world is wide and here it's grey'n'grey, grey'n'grey is our city, grey'n'grey but I want to see the colours of the world, I want to see the wide wide world…)

Nach der Wende erschien 1990 das Debütalbum "Fear" beim Amiga-Nachfolgelabel "Z" mit "Wide Wide World". 1991 kehrte Thomas Stephan in die Band zurück. Im gleichen Jahr erschien das zweite Album "Gold". Im Gegensatz zu den ersten beiden sehr punk-rockigen Alben war das 3. Album "Gift" (1993) ein eher glattgebügeltes Pop-Album mit deutlich hörbarer Handschrift des von DSB verordneten Produzenten. Durch diesen musikalischen Stilbruch verkaufte sich das Album nur zögerlich. Dazu startete pünktlich zur Album - VÖ das Insolvenzverfahren der Plattenfirma DSB GmbH Berlin (Ex- VEB Deutsche Schallplatten). Und so stand "Die Art" nicht nur ohne funktionierenden Vertrieb, sondern auch mit einer Pleite gegangenen durch die Treuhand abgewickelten Plattenfirma Ende 1993 komplett ohne Label da. Im Frühjahr 1994 wurde ein neuer Partner gefunden: Our Choice/ Rough Trade. Euphorisch begonnen, endete diese Zusammenarbeit ernüchtert im Jahr 1999.

Das bei Rough-Trade erschienene Album "But" (VÖ Herbst 1994) war wieder deutlich härter und gilt als eines der besten und ausgewogensten. 1995 entschied sich die Band, ihre besten deutschsprachigen Titel von vor 1989 noch einmal auf dem Album "Das Schiff" zu veröffentlichen. 1996 folgte auf "Still" im Jahr 1997 das experimentelle Album "Adnama" inkl. einer ausgekoppelten Maxi-CD "Radiokrieg". Das Titelstück ist ein Cover von einem Amanda Lear-Song, wodurch sich der Albumname erklärt. Bei dem „fast unplugged“-Album "Mellow Versions" von 1998 und bei der anschließenden Club-Tournee spielte die Cellistin Susanne V. Thiele mit.

1999 trennten sich Die Art von Gründungs-Bassist und wichtigen Songschreiber Christoph Heinemann. Für die Produktion des letzten Studioalbums "Last" ersetzte ihn Christian Schierwagen. Die sich durch den Albumtitel bereits ankündigende Bandauflösung und damit einhergehende Abschiedstournee 2001 bestritt dann der nächste Nachfolgebassist Conrad Hoffmann aus Weimar. Am 22. Dezember 2001 löste sich "Die Art" nach ihrem letzten Konzert in der Leipziger Moritzbastei auf.

Als Nachfolgeprojekt gründete sich die Band "Wissmut" (Line-Up: Makarios- voc, Thomas Gumprecht- git, Conrad Hoffmann- bass, sowie Shiva Rudra aka Sven Löbert- drums). Parallel wurden diverse Solo- und Nebenprojekte betrieben (Oley mit Prumskibeat, später The Russian Doctors, ab 2004 Goldeck; Shiva Rudra ab 2006 mit Die Kaelte, Thomas Gumprecht veröffentlichte 2007 ein Solo-Album, André Friedrich und Thomas Stephan ließen 2007/08 mit dem gemeinsamen Projekt "Terminal Five" von sich hören).

Mit einem Konzert am 28. April 2007 in Chemnitz endete die Camouflage-Phase als "Wissmut". In neuem Line-Up trat die Band unter dem alten Namen "Die Art" im Vorprogramm von Fliehende Stürme auf. Im März 2007 erschien das Album "Pale". Darauf zu finden sind rare Tracks sowie bisher unveröffentlichte Demo- und Titelversionen. Neues Songmaterial war dann wieder auf dem am 5. Oktober 2007 veröffentlichten Album "Alles was dein Herz begehrt" zu hören.

Im August 2017 gab "Die Art" überraschend die Trennung von Schlagzeuger Sven Löbert bekannt, auch sein Engagement bei Goldeck wurde beendet. Ende 2017 ersetzte ihn Jens Halbauer von Verbrannte Erde.

Zeitschriften-Artikel

* URGH! Nr. 2, Oktober 1991
* "Von der Zucht zur Art", Ebi Fischel & Ronald Galenza, 3/1989 "Journal für Unterhaltungskunst"
* "Leiden an Leipzig", Ronald Galenza "Melodie & Rhythmus" 10/1989
* "Die Art - Fear", Ronald Galenza Dezember 1990 tip-Stadtmagazin Berlin 26/90 S. 188

Diskografie
Tapes

* 1987: Would You Mind Us Looking For?
* 1988: Just Another Hit - Live
* 1989: Dry
* 1989: Just Another Hit Again

Alben/CD´s

* 1990: Fear LP/CD
* 1991: Gold LP/CD
* 1993: Gift CD
* 1994: But CD
* 1995: Das Schiff CD
* 1996: Still CD
* 1997: Adnama CD / Adnama plus LP mit Bonus 12"
* 1998: Mellow Versions CD
* 1999: Dry CD (Wiederveröffentlichung des Tapes von 1989)
* 2000: Last CD
* 2002: LastLive Sequences CD
* 2004: Das Schiff LP (Wiederveröffentlichung)
* 2007: Pale (Collectors Edition) LP
* 2007: Alles was dein Herz begehrt CD
* 2008: Would You Mind Us Looking For? CD (Wiederveröffentlichung des Tapes von 1987)
* 2008: Funeral Entertainment CD/LP
* 2009: Für immer und ewig (Best of) CD
* 2011: Arcane CD+DVD

Singles und EP´s

* 1990: I Love You Marian / Das Schiff - 7"
* 1991: My Colour is black / Scarlet snow II - PROMO only 7"
* 1992: Jane Plays Guitar - MCD
* 1993: Black Hearts - MCD
* 1993: Trance - 3"MCD
* 1995: Das Schiff - MCD
* 1996: Nur 1 Traum - MCD
* 1997: Radiokrieg - MCD
* 1997: Age of consent + The Secret Markt 9 Sess. - MCD
* 1999: Mellowash XL - MCD
* 1999: The early broadcast sessions - 7"EP
* 2000: Hour Of Parting - MCD

Samplerbeiträge (Auswahl)

* 1990: I'm losing you - auf: "Celebrating the eggman" (LP Zong)
* 1991: My Colour is black - auf: "Berührungsängste sind nicht widernatürlich" (LP P.N.G.)
* 1993: Garden of Frost, auf: "Gewalt ätzt / 27.3.93 Leipzig Augustusplatz" (CD BMG)
* 1999: Vereinsamt - auf: "Rosebud / Songs of Goethe and Nietzsche" (CD Mastermind/SPV)
* 2001: I want my planet back - auf: "Lieber aus Leipzig / DerGrosseReiz^4" (CD IG Pop)
* 2001: Vereinsamt - auf: "Brachialpop 1" (4 Track Labelsampler, mit den Nebenprojekten Wissmut und Prumskibeat + H.Makarios Oley solo)

Besonderheiten

* 1992: Warsaw (VHS Live in Warschau + Promo-Clip zu "Black Dust", Hartmut Productions)
* 1993: The Hartmuts (Tape mit dem einzigen Konzert, Frühjahr 1989 im Regina-Palast Leipzig)
* 1993: Trance (CD-Single als numerierte Eintrittskarte zum Recordrelease-Konzert der CD "Gift")
* 1994: Gold (Re-Release mit 4 zusätzlichen Tracks)
* 1994: But (Erstauflage mit zus. 5-Track-CD)
* 1995: Das Schiff 10" (Collectors Edition, blaues Vinyl, Wild Honey Label)
* 2002: Ein Abend mit Die Art (VHS mit Konzertmitschnitt und Interview)

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Externe Links

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