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Biografie

Dalida (* 17. Januar 1933 als Yolanda Christina Gigliotti in Kairo; † 3. Mai 1987 in Paris) war eine französische Sängerin und Schauspielerin italienischer Abstammung, die ihre Kindheit und Jugend vorwiegend in Ägypten verbrachte, da ihr Vater als erster Geiger am Opernhaus in Kairo engagiert war. Sie fand internationale Beachtung mit Titeln wie „Bambino“ und „Ciao, ciao Bambina“ und verkaufte weltweit etwa 150 Millionen Schallplatten. Ihr erfolgreichstes deutsches Lied ist „Am Tag als der Regen kam“.

Für ihre zahlreichen Hits erhielt sie 55 Goldene Schallplatten, Platinplatten und eine Diamantene Schallplatte.

Leben

In ihrem Leben wechselten sich berufliche Erfolge mit privaten Tragödien ab. 1954 wurde sie zu Miss Ägypten gewählt und spielte kleine Nebenrollen in den Filmen Joseph et ses frères, „The Mask of Toutankhamon“ und „A Glass and a Cigarette“. Am 25. Dezember 1954 ging sie nach Paris, um Schauspielerin zu werden, und wirkte in zwei Filmen als Nebendarstellerin mit.

Dalidas Laufbahn als Sängerin begann 1956, als sie sich an einem Chanson-Nachwuchswettbewerb im Pariser Olympia beteiligte. Dabei fiel sie dem Chef des Hauses, Bruno Coquatrix, dem Plattenproduzenten Eddie Barclay und dem Programmdirektor des Senders „Europe 1“, Lucien Morisse auf.

Goldene Schallplatten

Bereits ihre erste Schallplatte „Bambino“ aus dem Jahr 1956 entwickelte sich zum Superhit und brachte ihr eine Goldene Schallplatte ein. 1958 wählte man Dalida zur „Sängerin des Jahres“ und zeichnete sie zusammen mit dem Franzosen Yves Montand mit dem „Music Hall Bravo“ aus.

Weitere Goldene Schallplatten bekam Dalida 1959 für „Ciao Ciao Bambina“, „Guitare et Tambourin“ und „Am Tag als der Regen kam“; das letztgenannte Lied erreichte Platz 1 der Hitparade und behauptete sich ein halbes Jahr lang unter den zehn erfolgreichsten Schlagern. Sie galt in einschlägigen Publikationen als „Königin der Jukebox“. Allein 1960 verdiente sie sich fünf Goldene Schallplatten mit „Romantica“, „T'aimer follement“, „Les enfants du Pirée“, „Itsi-Bitsi“ und „Milord“.

Hochzeit und Trennung

Am 18. April 1961 heiratete Dalida in Paris ihren Entdecker Lucien Morisse. Die Ehe scheiterte schon einige Monate später, als die 28-jährige Dalida mit dem etwas jüngeren polnischen Maler Jean Sobieski zusammenzog.

Künstlerisch war auch 1961 für Dalida ein erfolgreiches Jahr. Damals überreichte man ihr Goldene Schallplatten für „Last Waltz“, „Achète-moi un jukebox“ und „Garde moi la dernière danse“. Im Dezember 1961 bezog Dalida auf dem Montmartre in Paris eine Villa und trennte sich von Sobieski.

1964 begleitete Dalida für den Rundfunksender „Europe 1“ die Tour de France. Jeden Abend trat sie nach dem Rennen auf der Bühne auf. Sie fuhr durch ganz Frankreich und sang fast 3.000 Lieder. Im September 1964 nahm Dalida für mehr als zehn Millionen verkaufte Schallplatten ihre erste Platinplatte entgegen. 1967 ehrte man sie in Italien als populärste Sängerin mit dem „Oscar Canzonissima“.

Private Krise

Tragisch endete die Teilnahme von Dalida und ihrem neuen Freund, dem italienischen Komponisten und Sänger Luigi Tenco, am Festival in San Remo. Am 25. Januar 1967 sangen erst Tenco und dann Dalida das Chanson „Ciao amore, ciao“. Vom Lampenfieber gelähmt, versagte ihm die Stimme, Dalida dagegen wurde bejubelt. Als die Jury um 1 Uhr morgens entschied, dass beide Künstler nicht am Finale teilnehmen durften, schrieb Tenco im Hotel „Savoy“ einen Abschiedsbrief, in dem er die kommerzielle Entscheidung der Jury anprangerte, und tötete sich durch einen Schuss in den Kopf.

Nach diesem Vorfall litt Dalida unter psychischen Problemen und Depressionen. Ein Suizidversuch scheiterte. Dalida überwand die damalige Krise mit Hilfe der Psychoanalyse. Der Schriftsteller Arnaud Desjardins, der sein Leben fernöstlichen Religionen gewidmet hatte, wurde ihr neuer Freund. Sie begleitete ihn nach Indien und bereiste das Land drei Jahre lang alleine, um sich in die Obhut eines geistlichen Führers zu begeben.

Auszeichnungen

1968 überreichte man Dalida für ihre Verdienste um das französische Chanson die Medaille des Präsidenten Charles de Gaulle. Das „Maison des Intellectuels“ erhob sie zum „Commandeur des Arts, Sciences et Lettres“ und verlieh ihr das „Ehrenkreuz von Vermeil“. Außerdem nahm sie für „Les temps des fleurs“, „Gigi“ und „J'attendrai“ weitere Goldene Schallplatten entgegen.

Nach etwa 15-jähriger Zusammenarbeit mit der Firma „Barclay“ übernahm Dalida 1970 selbst die Produktion ihrer Schallplatten und stellte ihren jüngeren Bruder Bruno (genannt Orlando) Gigliotti als Produzent und Manager ein.

Comeback

Im November 1971 trat Dalida nach vierjähriger Pause mit neuem Repertoire wieder im „Olympia“ in Paris auf. Da man nicht an ihr Comeback glaubte, musste sie selbst die Saalmiete tragen. Doch ihr Auftritt wurde ein Riesenerfolg.

1972 wurde der Maler und Sänger Richard Chanfray Dalidas neuer Lebensgefährte. Chanfray war in der Pariser Gesellschaft als „Graf von Saint-Germain“ bekannt. Mit ihm lebte sie auf der Mittelmeerinsel Korsika.

1973 nahm sie das Duett „Paroles, paroles“ (Wörter, Wörter) mit dem Schauspieler Alain Delon auf. Der Song wurde in Frankreich, Kanada, Japan und weiteren Ländern ein Hit.

1974 tauchte sie mit „Gigi l’amoroso“ (Gigi, der Geliebte) und „Il venait d'avoir 18 ans“ (Er war gerade 18 Jahr) erneut an der Spitze der Hitparade auf. Sie erhielt zum zweiten Mal den „World Oscar for the Hit-Record of the Year“. Für „Gigi“ erhielt sie 1975 eine Platinplatte.

1978 trennte sich Dalida von Richard Chanfray; er beging im Juli 1983 Selbstmord.

Weitere Erfolge

1977 trat Dalida zum ersten Mal in der berühmten New Yorker Carnegie Hall auf. Im selben Jahr feierte sie auch ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum im Pariser „Olympia“. Mit „Salma Ya Salama“, das sie in fließendem Arabisch im Raï-stil sang, landete sie einen weiteren Hit. Man nannte sie deswegen auch „Friedenssängerin“ von Ägypten. Die Konzerttournee in Ägypten und dem Libanon war ausverkauft. Mit dem Lied „Monday, Tuesday“ war sie 1979 auch in der Disco-Welle erfolgreich.

1980 gastierte Dalida als Revue-Star im Pariser „Palais des Sports“. Im selben Jahr überreichte man ihr anlässlich ihres 25-jährigen Künstlerjubiläums die seltene Diamantene Schallplatte. Kurz danach zog sie sich aus dem Showgeschäft zurück.

1986 feierte man sie in ihrer Geburtsstadt Kairo bei der Uraufführung des Films „Le sixième jour“ (Der sechste Tag) von Youssef Chahine, in dem sie die Hauptrolle spielte und das Titellied sang.

Tod

Am Sonntag, dem 3. Mai 1987, gegen 18 Uhr wurde Dalida in ihrem Pariser Haus in Montmartre von einer Hausangestellten tot aufgefunden. Die Polizei teilte mit, sie sei an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben. Im Abschiedsbrief der 54-jährigen stand nur der Satz: „Das Leben ist mir unerträglich geworden – vergebt mir.“ Dalida wurde auf dem Friedhof Montmartre beigesetzt. Es ging ihr der Ruf nach, eine Jettatrice gewesen zu sein.

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