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Biografie

  • Geburtstag

    1. Januar 1942 (79 Jahre alt)

  • Geboren in

    Washington, D.C., Vereinigte Staaten

Country Joe McDonald (* 1. Januar 1942 in Washington, DC als Joseph McDonald) ist ein US-amerikanischer Folk- und Rocksänger, Gitarrist und Singer-Songwriter. 1965 gründete er die Gruppe Country Joe and the Fish, und er wurde bekannt durch seinen Auftritt auf dem Woodstock-Festival mit dem "Fish Cheer" und dem "I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die Rag". Heute kann er auf eine über fünfzigjährige Musikerlaufbahn zurückblicken, in der er über 30 Musikalben herausbrachte und Hunderte von Songs schrieb.

McDonald wuchs in Los Angeles in Kalifornien auf. Mit siebzehn war er drei Jahre lang als Marinesoldat im Einsatz. Anfang der 1960er Jahre zog er nach Berkeley, wo er eigentlich studieren wollte, aber vor allem Musik in verschiedenen von ihm gegründeten Formationen machte und in einem Gitarrenladen Gitarren reparierte. Die Musik von McDonald wird stark von Politik und Zeitgeschehen bestimmt. 1965, zeitgleich mit der ersten Entsendung von regulären amerikanischen Kampftruppen nach Vietnam, schrieb und veröffentlichte McDonald den "I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die Rag", der ihn später berühmt machen sollte. Im gleichen Jahr gründete McDonald mit Barry Melton die Gruppe Country Joe and the Fish und brachte Anfang 1967 das Debütalbum "Electric Music for the Mind and Body" heraus. Das Album war stark psychedelisch geprägt von elektrischer Gitarre und Keyboard, romantische Liebeslieder und Folk wurden vermischt mit dem Protest gegen den Vietnamkrieg. Dem Debütalbum, das sich in den amerikanischen Top 40 platzierte, folgte bereits im gleichen Jahr das zweite Album "I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die". Neben dem "Fish Cheer" und dem anschließenden berühmten Titelsong waren viele Stücke wesentlich balladenhafter, mit der Stimme von McDonald und seiner akustische Gitarre, so zum Beispiel der Titel "Janis", der seiner vergangenen Beziehung mit Janis Joplin gewidmet war.

Die Gruppe wurde mit ihren politisch motivierten Rocksongs populär, bevor sie 1969 auf dem legendären Woodstock-Festival auftraten, wobei McDonald dort auch als Solo-Akt mit seinem Song, "I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die Rag", zu sehen war, der durch den "Fuck Cheer" eingeleitet wurde, und der sowohl ihn als auch die Gruppe weltbekannt machte.

Mit diesen beiden ersten Alben aus dem Jahr 1967 sollte die Gruppe bereits ihren Höhepunkt erreicht haben. McDonald wurde jedoch bald auch als Solokünstler aktiv. So nahm er 1969 für das Label Vanguard Records zwei Countrymusik-Alben auf: "Thinking of Woody Guthrie" und "Tonight I’m Singing Just for You".

1970 kam der Film "Woodstock" heraus, der die weltweite Popularität des Künstlers und seiner Gruppe entscheidend verstärkte. Aber fast zeitgleich erschien das (vorerst) letzte Album von Country Joe and the Fish (CJ Fish), die Gruppe löste sich auf.

McDonald tourte jetzt als Einzelkünstler durch ganz Europa, er gab Konzerte auf Festivals und in Konzerthallen. Während der Tourneen in Skandinavien wurde McDonald mit der Erstellung der Filmmusik für den dänischen erotischen Spielfilm "Stille Tage in Clichy"beauftragt, die im Jahr 1970 Teil des Soundtracks "Quiet Days in Clichy" wurde. Hierfür spielte McDonald auf seiner Gitarre und sang dazu. Sein Album "Hold On It’s Coming" (1971), auf dem unter anderem auch Peter Green zu hören ist, entstand in London. Weitere beachtenswerte Solo-Performances sollten folgen.

Im Schnitt kam fortan etwa ein Album pro Jahr heraus. Die Alben deckten eine große Bandbreite von Musikrichtungen ab, und jedes Album hatte seinen eigenen Stil: So gab es zum Beispiel

+ "War War War", ein Soloalbum mit sehr getragener Stimmung, in dem Gitarrenklänge die mächtigen Verse von Robert Service begleiteten,
+ "Incredible! Live!", ein freches Live-Soloalbum von McDonald, wo er vor einem kleinen Publikum mit seiner Gitarre Antikriegslieder anstimmte,
+ das Solo-Chanson-Album 2On My Own2, das in nur einer Nacht in einem Studio im deutschen Brackenheim aufgenommen worden war,
+ Alben mit Rockchansons wie "Country Joe" und "Goodbye Blues",
+ sentimentale Stimmungen mit "Love is a Fire",
+ "Reunion", ein Revival-Album von Country Joe and the Fish sieben Jahre nach ihrer Auflösung
+ und viele andere Alben, die eine Mischung mehrerer Elemente enthielten.

Das Live-Album "Into The Fray" (1982) entstand während einer ausverkauften gemeinsamen Tournee durch Süddeutschland mit den dort populären Wolle Kriwanek & Schulz Bros. Mit "Peace on Earth" (1984) setzte McDonald sich weiterhin für Natur- und Umweltschutz ein und mit "The Vietnam Experience" (1986) arbeitete er erneut die Folgen des Vietnamkriegs auf.

Danach wurde es ruhiger um McDonald, und er veröffentlichte nur noch sporadisch Platten. "Superstitious Blues" (1991), mit Jerry García an der Gitarre, und "Carry On" (1994) waren gelungene Folkalben. 1999 belebte er zusammen mit der britischen Neo-Psychedelic-Band The Bevis Frond für das Live-Album "Eat Flowers And Kiss Babies" den alten Sound von Country Joe And The Fish. Neuere Veröffentlichungen vertreibt McDonald nur noch über den Online-Shop seiner Webseite, die er im Jahr 2000 einrichtete. Hier findet man außerdem aktuelle Artikel zu seiner Musik und zu politischen und anderen Themen.

2004 gründete McDonald mit David Bennett Cohen, Bruce Barthol und Chicken Hirsh (alle drei ehemals bei Country Joe and the Fish) die Country Joe Band, die den Sound von Country Joe and the Fish erneut wiederbelebte. Die Band veröffentlichte 2005 ein Live-Album und eine DVD.

Im September 2012 brachte er die Doppel-CD "Time Flies By" heraus, auf der er Stücke aus den 45 Jahren seit 1967 neu interpretierte und einige neue Titel hinzufügte.

Der Beginn der Musikerlaufbahn von McDonald fiel mit dem Vietnamkrieg zusammen, gefolgt von den Studentenprotesten. Und so zieht sich sein Engagement in Politik und Gesellschaft und insbesondere die Aufarbeitung des Vietnamkriegs wie ein roter Faden durch seine Musik, die ein Teil seines Engagements ist. In seiner Musik halten sich der Text und die Musik die Waage. Zunächst waren seine Alben und die von Country Joe and the Fish stark auf „Peace and Love“ konzentriert. Drogen (im Besonderen LSD) wurden im Debütalbum noch angepriesen, im zweiten Album des gleichen Jahres "I-Feel-Like-I’m-Fixin’-to-Die" im Acid Commercial allenfalls ironisch beworben, in der Musik der späteren Alben jedoch als Unheil bekämpft. In den 1970er Jahren beschäftigte sich McDonald dann auch mit den aktuell werdenden Themen Umwelt- und Naturschutz und sozialen Themen wie der Gleichberechtigung der Frau.

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