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Biografie

  • Geburtstag

    9. Mai 1934

  • Geboren in

    London, England, Vereinigtes Königreich

  • Gestorben

    18. Oktober 2020 (mit 86 Jahren)

Colin Wilkie (* 9. Mai 1934 in London; † 18. Oktober 2020) war ein britischer Singer-Songwriter, der seit den 1960er Jahren im Zabergäu in Deutschland lebte. Zusammen mit seiner Frau Shirley Hart (* 8. Dezember 1932 in Ost-London, † 23. August 2019) bildete er das Folkduo Colin Wilkie & Shirley Hart.

Ab seinem 18. Lebensjahr spielte Colin Wilkie in England Schlagzeug in Jazz- und Dancebands sowie Skiffle- und Popgruppen; später fand er dann als Autodidakt zum Gitarrespiel. Er eröffnete 1960 in Bromley zusammen mit seinem Freund John Glen einen eigenen Folkclub. Als Gäste traten unter anderem Alex Campbell, Redd Sullivan und Martin Winsor auf. Im Sutton Folk Club lernte er 1960 die englische Folksängerin Shirley Hart kennen. Gemeinsam machten sie in Frankreich Straßenmusik und spielten in den Niederlanden, Belgien, Schweden und in der Schweiz. Schließlich blieben sie ab 1966 in Deutschland, als Colin für Franz Josef Degenhardt für das Stück "Leben und leben lassen" Melodien zu einigen Texten komponieren sollte. Der Produzent Peter Palitzsch schlug vor, dass Shirley und Colin auf der Bühne selbst einige Lieder singen sollten. Das Stück (mit Hannelore Hoger) lief anderthalb Jahre lang im Staatstheater Stuttgart, und so wurden die beiden in Deutschland sesshaft. Nach kurzer Zeit in Stuttgart ließ sich das Paar in Stockheim und später in Pfaffenhofen nieder. Colin Wilkie war Mitinitiator des 1992 gegründeten Künstlertreffs Pfaffenhofen.

Wilkie schrieb in den späten 1950er Jahren seine ersten Lieder für die Popgruppe The Moonbeams. Von früh an hat er sich politisch engagiert, zum Beispiel bei den Ostermärschen. Er war mit dem amerikanischen Songwriter Phil Ochs befreundet, dessen Lieder er sehr schätzte. Das Folkduo Colin Wilkie & Shirley Hart trat auf fast allen Burg-Waldeck-Festivals auf, zusammen mit Hein und Oss, Reinhard Mey, Franz Josef Degenhardt, Hanns Dieter Hüsch und vielen anderen. Wilkie schrieb englische Texte für Werner Lämmerhirt, Konstantin Wecker und Pe Werner und verfasste viele Lieder, die von anderen Sängern übernommen wurden, beispielsweise von Hannes Wader, Le Clou und Liederjan. Seine am häufigsten von anderen Künstlern aufgenommenen Lieder sind"Icy Acres" und "You Won’t Get Me Down In Your Mine"; sein bekanntestes Lied wurde "One More City" (die von Hannes Wader ins Deutsche übertragene und gesungene Version lautet "Manche Stadt"). Für die 1996 erschienene CD "I Wish I'd Written That Song. A Tribute to Colin Wilkie" singen zahlreiche Künstler seine Lieder, so zum Beispiel Ray Austin, Julian Dawson, Le Clou, Franz Josef Degenhardt, Joana, Liederjan, Reinhard Mey und Bill Ramsey.

Von 1974 bis 1981 moderierte Wilkie jeweils Sonntags abends auf Ö3 die halbstündige Sendung Colin’s Folk Club, in der er Folkmusik vorstellte.

1969 wurde ihr Sohn Vincent Wilkie geboren, der unter anderem die CDs "I Wish I’d Written That Song" und "Empty Chairs" produziert hat. Zwischen 1995 und 2000 trat dieser als Lotte Ohm. auf, mittlerweile arbeitet er unter dem Namen Instant Wilkie als Musiker und DJ sowie als Webdesigner.

Colin Wilkie starb mit 86 Jahren im Oktober 2020.

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