Es steht eine neue Version von Last.fm zur Verfügung. Bitte lade die Seite neu.

Biografie

Clock DVA sind bzw. waren (seit 1994 wurde nichts mehr veröffentlicht) eine Band aus Sheffield, England, deren Name sich aus Anthony Burgess' A Clockwork Orange, sowie dem Zahlwort für „zwei“ („dva“) in den meisten slawischen Sprachen herleitet. Im Covertext des Albums Buried Dreams bezieht die Band das DVA auf das hebräische Wort avd (od) für die magische Zahl 11 in der Kabbalistik.

Bandgeschichte

Die Band Clock DVA wurde 1978 von Adi Newton und Steven Turner gegründet, nachdem Adi Newton zuvor schon mit Martyn Ware (später Human League und Heaven 17) in der Band The Future, sowie mit Mitgliedern von Cabaret Voltaire und Genesis P-Orridge (später Throbbing Gristle und Psychic TV) gespielt hatte.

Nach zwei selbst produzierten Cassetten („Fragment“ und „Deep Floor“) erschien mit der dritten Cassette „White Souls In Black Suits“ auf Genesis P. Orridges Label Industrial Records die erste kommerzielle Veröffentlichung von Clock DVA, welche noch stark von teilweise jazzigen Improvisationen, aber auch schon von Adi Newtons prägnanter Stimme geprägt war.

Im Anschluss an diese beiden Frühwerke erschien das erste reguläre Album „Thirst“, das sich weit oben in den britischen Independent-Charts platzieren konnte und sich bis heute fast 100.000 mal verkaufte.

Nach diesem Achtungserfolg unterzeichnete die Band einen hoch dotierten Vertrag bei Polydor und veröffentlichte 1982 das Album „Advantage“; allerdings ohne Steven Turner, der die Band mittlerweile verlassen hatte, dafür mit Paul Browse und Dean Dennis. Nach der Welttournee zu diesem Album kam es zur zwischenzeitlichen Auflösung der Band, da ausgerechnet Adi Newton die Band verließ und zusammen mit Robert Baker das Projekt The Anti Group (auch T.A.G.C. genannt) ins Leben rief, um seine Visionen von experimenteller Musik zu verwirklichen. Erst 1987 versöhnte er sich mit Dennis und Browse und startete Clock DVA neu.

Der Stil von Clock DVA änderte sich nun deutlich. Das 1989 erschienene Album „Buried Dreams“ war rein elektronisch erzeugt, weniger experimentell und spiegelte Newtons Interesse für digitale Technologien wider. Auf diesem Album werden viele (Klang- wie Sprach-) Samples aus Filmen wie THX 1138, Robocop oder Das Ding aus einer anderen Welt verwendet und verstärken die düstere Atmosphäre der Songs. Themen wie digitaler Terrorismus („The Hacker“) und repetitive Songstrukturen legen eine Beeinflussung durch die deutsche Band Kraftwerk - vor allem mit ihren Alben Die Mensch-Maschine und Computerwelt - nahe .

Kurz nach der Veröffentlichung von „Buried Dreams“ verließ Paul Browse die Band und gründete mit Johnny Klimek das Techno-Ambient Project Effective Force. Ersetzt wurde er von Robert Baker, der auch bis zum vorläufigen Schluss dabei blieb.

Das '92er Album „Man-Amplified“ war das erste Konzeptalbum von Clock DVA und schließt thematisch an die Single „The Hacker“ an. Der Stil von Buried Dreams wurde fortgeführt und verfeinert und repräsentiert auch musikalisch die hart-kühle digitale Ästhetik. Zusätzlich zur Musik gibt es für jeden Song des Albums im Booklet der CD ein von Adi Newton verfasstes Essay zur jeweiligen Thematik. Bei der anschließenden Tour präsentierten sich Clock DVA auch optisch analog zu Kraftwerk, da die statische Bühenshow durch Projektionen von computeranimierten Videos untermalt wurde.

Das noch im selben Jahr erschienene Album „Digital Soundtracks“ ist deutlich ambient- oder trancelastiger als „Man-Amplified“ und stellt eine Sammlung von fiktiven, gesanglosen Filmmusiken dar. Laut dem Begleittext geht es auf Arbeiten während der Aufnahmen zu „Buried Dreams“ zurück. Die Textbeilage des Albums beruft sich auf den Schweizer Arzt Hans Jenny, den Schriftsteller Stéphane Mallarmé sowie die Beeinflussung des menschlichen Gehirns durch Mindmachines.

Während der Aufnahmen zu dem 93er Album „Sign“ verließ Dean Dennis die Band; Adi Newton und Paul Baker vollendeten das bislang letzte reguläre Clock DVA-Album als Duo. Dieses Album dreht sich um außerirdische Intelligenzen und ist stilistisch wieder näher an „Buried Dreams“, weniger kühl und deutlich eingängiger.

1994 erschien mit der Retrospektive und Mixcompilation der Jahre '89-'93 „Collective“ das bislang letzte Album von Clock DVA.

Dean Dennis veröffentlichte Solo-Aufnahmen unter dem Namen Sector. 2006 erschien sein neues Album "Metropolis", unter dem Namen Nohno auf seinem eigenen Label, Out To Lunch Recordings.

2004 veröffentlichte Paul Browse das Album Sensitive Disruption, mit Bandnamen Visions of Excess, welches ähnliche Klänge hervorbringt wie Clock DVA's frühe Werke.

Adi Newton hat sich ebenfalls noch nicht ganz aus dem Musikgeschäft zurückgezogen.

Diese Wiki bearbeiten

Du möchtest keine Werbung sehen? Werde jetzt Abonnent

Externe Links

API Calls