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Before Today ist ein Album von Ariel Pink's Haunted Graffiti (das erste Mal als Gruppe dargestellt), am 8. Juni 2010 veröffentlicht von 4AD. Das Album enthält einige Hommagen an Vintage Rock and Roll Songs , wie "Hell Lit Blue Skies", die ursprünglich von den Rockin 'Ramrods 1966 aufgezeichnet wurde, und "Beverly Kills", die stark stützt sich auf vor dem Jahr 1982 Track "For You." "Erinnerungen" ist eine instrumentale Abdeckung eines Ethopian Popsong "I Remember a Man" von Yeshimebet Dubale.

Ariel Pink war im zurückliegenden Jahrzehnt ein wahrer Meinungsspalter. Es gab vehemente Verfechter der Lo-Fi-Qualitäten seiner Musik und diejenigen, die seine verschleierten, chaotischen Heimaufnahmen entweder als die neuen Kleider eines talentlosen Kaisers ansahen oder als unnötigen Ballast großartigen Songwritings. „Wenn er doch nur mal in ein richtiges Tonstudio käme..,“ fingen alle Seiten Gedankengänge mit unterschiedlichem Ausgang an. Nun steht mit seinem ersten Studioalbum endlich Klärung an: Pendelt sich auf „Before Today“ der Tiefglanz-Zauber im Softrock-Mittelmaß aus, oder wird Pink als das enthüllt was er angeblich schon immer war – ein Nichtskönner bzw. Popgenie?

Dass jetzt die Wahrheit unspektakulär zwischen diesen extremen Positionen verhandelt wird, hängt neben den eingänglichen Überspitzungen auch damit zusammen, dass nicht nur die Klangqualität seiner Songs ein Resultat widriger Umstände (sprich: Geld- und Equipmentmangel) war. Auch Pinks Songwriting wurde durch die Art geprägt, in der er auf seinem 8-Track-Recorder eine gesamte Begleitband simulierte: Viele der extrem weich und feucht klingenden Drums waren mit Beatboxing dem eigenen Mund entlockt, ebenso Rauschen und andere Hintergrundeffekte. Ohne Sampling und Loops mussten Instrumentalparts, die Pinks mäßiges technisches Können überforderten, in Einzelteilen zusammengesetzt werden, bei Verspielern in Tempo oder Ton passte er den noch einzuspielenden Rest lieber dem Fehler an als nochmal von vorne zu beginnen.

All das gab der Musik diesen psychedelisch-benebelten Touch, machte den entrückten Klang ihrer Melodien aus, brachte aufregend verworrene Songs mit sich bei denen metallisch schwere Gitarrenritte unversehens in eine bis dato Chillout-Nummer einfallen konnten. Dass Pinks Ambitionen stets seine Möglichkeiten überstiegen, hinderte ihn nicht daran, derartige Experimente dennoch zu versuchen und oft genug damit Erfolg zu haben. Wohlgemerkt liegen diese Aufnahmen nun bereits längere Zeit zurück, denn obwohl Pink stets als hyperproduktiv charakterisiert wird, hat er schon mehr als ein halbes Jahrzehnt kein neues Album herausgebracht. Die letzten Veröffentlichungen auf u.a. Animal Collectives Label Paw Tracks, die Pink langsam einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machten, waren entweder schon Jahre zuvor woanders erschienen – das 2004er Meisterwerk „The Doldrums“ beispielsweise ursprünglich im Jahr 2000 – oder Compilations, wie die 2008er „Odditties Sodomies Vol. 1“ oder die letztjährige Best-Of-Tour-CD „Grandes Exitos“.

Pink hatte also genug Zeit, um sich erstmals eine feste, gut eingespielte Band zu suchen und neues Material zu erschaffen (wobei sich auf den oben angeführten Compilations bereits frühe Fassungen vieler dieser Songs finden). Erwartungsgemäß aufpoliert klingt „Before Today“ – aber weiterhin relativ unordinär. Das Tapeknistern mag gewichen sein, doch immer noch ist dieser westküstensonnengetränkte Weirdo-Pop von einem Rausch(en) durchzogen, von Gesang, der schizophren von hohem Miauen zu gequältem Tiefgang und von monotoner Lethargie zu völlig cartoonigem Quäken springen kann, von gesampelten Flugzeugtriebwerken oder Menschenmengen – meist bleibt der Wahnsinn jedoch im Hintergrund oder ist wohlbedacht in die Musik integriert. Unter Beteiligung von Pinks Mitspielern werden Vokalharmonien auf ihre wichtigste Aufgabe konzentriert, dem Tragen dieser Melodien für die Pink so ein fantastisches Gespür besitzt. Denn auch wenn man hier die verqueren Klangtexturen und wackelige Instrumentierung mit ihrem Effekt auf Atmosphäre und emotionale Wirkung seiner Songs vermissen kann, die Hauptattraktion waren doch immer die Hooks, zu denen das Ohr nun leichteren Zugriff hat, da es sich nicht mehr durch ein Pfund auraler Wattebällchen wühlen muss.

So wetzen „Bright Lit Blue Skies“ oder „Little Wig“ mit angepsychter Geradlinigkeit davon, funkelt „Can’t Hear My Eyes“ in bestechender mehrschichtiger Klarheit, anderswo sorgt „L’estat (Acc. To The Widow’s Maid)“ mit einem halben Dutzend Spurwechseln (u.a. flotten Synth-Ritts oder einer Spacerock-Exkursion) für köstliche Irritation. Die Krönung ist aber „Round And Round“, das den ersehnten Überrefrain ewig lange herauszögert und erst nach Beantwortung eines Telefonanrufs erlösend vom Ruder lässt. Falls es Zweifel gab, dass Ariel Pink auch jenseits seiner Schlafzimmerwände Songs schaffen kann, in denen sich große Momente nur so um die Ecke wiegeln: Hiermit sind sie beseitigt.

Titelliste

1. "Hot Body Rub" - 2:26
2. "Bright Lit Blue Skies" - 2:25
3. "L'estat (Acc. to the Widow's Maid)" - 4:26
4. "Fright Night (Nevermore)" - 3:35
5. "Round and Round" - 5:08
6. "Beverly Kills" - 3:56
7. "Butt-House Blondies" - 3:27
8. "Little Wig" - 5:46
9. "Can't Hear My Eyes" - 3:19
10. "Reminiscences" - 2:34
11. "Menopause Man" - 4:00
12. "Revolution's a Lie" - 3:49

Personalaufwand

Chris Cohen - Hintergrund Gesang
John Golden - Mastering
Aaron González - Bassgitarre
Dennis González - Trompete
Stefan González - Schlagzeug
Max "Sax" Kaplan - Saxophon
Douglas Lee - Bild
Jim Lehnert - alto sax, Bariton-Saxophon
Sunny Levine - Produzent, Ingenieur
Eric Lumbleau - Gesang
Rik Pekkonen - Ingenieur
Ariel Pinks Haunted Graffiti - Produzent, Ingenieur-, Mischen
Ariel Pink - Gesang, Gitarre, Orgel farfisa
Tamara Cauble - Violine
Aaron Sperske - Schlagzeug
Nedelle Torrisi - Hintergrund Gesang
Christian Wright - Mastering

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