Journal

  • Soviel Taschengeld für so wenig Spaß! MGMT im Uebel und Gefährlich, 16.11.2008

    17 Nov 2008, 23:07 by felixinlondon

    „Die sind ja weder sexy noch musikalisch“, brachte meine Freundin es bereits nach dem ersten Song trocken auf den Punkt. Tatsächlich. Wer seine optischen und musikalischen Erwartungen an Album oder Musik-Videos von MGMT geknüpft hatte, wurde am Sonntagabend schnell enttäuscht: nackte Oberkörper in Fellwesten, bunte Federn, Make-up-Maskerade oder mitreißende Feierstimmung? Fehlanzeige. Seltsam. Welcher Presse-Idiot hat uns diese amerikanischen Psychedelic-Wave-Rockband bloß als DIE Avantgarde-Performance-Künstler des überhöhten Glamrock-Gestus verkauft?! Wir finden uns einem Hype aufgesessen!

    Ohne missgünstig dick aufzutragen: bei Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser ist die Luft raus. Nix mit großen Posen oder wilder Live-Show. Auch der (laut Band-Biographie) „psychedelische Sound“ mutete beim Konzert im Uebel eher narkotisch als bewusstseinserweiternd an.

    Verzweifelte Erklärungsversuche eines echten „Oracular Spactacular“-Fans (Ich habe das Album in diesem Frühjahr wirklich abgefeiert):
  • 1000 Robota Geheimgug im Molotow

    16 Nov 2008, 13:05 by felixinlondon

    Glück muss man haben! Eigentlich wollten wir am Freitag nur zum Tanzen ins Molotow und ganz nebenbei den 2 jährigen Geburtstag des Dirty Dancing Club feiern. Doch kaum hatten wir unsere Jacken abgegeben und das erste Bier bestellt, standen drei bekannte Gesichter auf der Bühne und legten lautstark los: 1000 Robota!

    http://www.youtube.com/watch?v=MFlpt0bDDhA

    Anton, Basti und Jonas hatten sich wohl dazu entschieden, einen Geheimgig im Molotow zu spielen. Und weil sie den Termin erst im letzten Moment über ihre Myspace Seite bekannt gegeben hatten, war der Club zwar gut besucht, aber keineswegs überfüllt! Im Gegensatz zum Tour-Abschlusskonzert im Uebel & Gefährlich hatten die Jungs und Mädchen im Molotow genug Platz, umnach Herzenslust zu springen und tanzen. Was sie auch gemacht haben: Die Stimmung war großartig! Anton konnte sogar davon absehen, seine üblichen kryptischen Ansagen zu machen! Und als ob das nicht genug gewesen wäre…
  • White Denim are the shit! - live im Molotow 13.11.2008

    14 Nov 2008, 13:00 by felixinlondon

    Gestern war wieder einer dieser Tage, an denen mehrere tolle Konzerte anstanden und eine Entscheidung getroffen werden musste: Für mich waren es am Ende zwei Musiker, die grundverschieden waren: Joan as Police Woman auf Kampnagel oder White Denim im Molotow. Mit beiden hatte ich ein Interview geführt und zu beiden wollte ich hin. Nach langem Hin und Her war es letzten Endes dann der weite Weg zu Kampnagel, der mich von Joan abgebracht hat. Luxusprobleme, ich weiß. Egal, es war eine sehr gute Entscheidung, denn White Denim waren super! Ich hätte einfach sofort auf Bassist Steve's dreijährige Nichte hören sollen, die mir schon vor dem Interview erklärte, White Denim's Live Show sei, so die kleine wörtlich: "The Shit!"

    War sie nämlich auch!

    Die drei Texaner haben von Anfang an alles gegeben und waren schon nach dem ersten Song total verschwitzt. Das wunderschön rauhe 70s Psychedelic Gefühl der Platte wirkte auf der Bühne um einiges zerfahrener und frickeliger: Sänger und Gitarrist…
  • O Soundtrack My Night - Pivot am 9.9. im Molotow, Hamburg

    10 Sep 2008, 08:59 by felixinlondon

    Keine Frage, Instrumentalmusik, vor allem synthielastige, ist nicht jedermanns Sache! Deshalb war ich auch ziemlich überrascht, als gestern im Molotow so viele Leute anwesend waren, um Pivot zu sehen. “Wir bringen den Streber-Chic zurück!” verkündet das Trio auf seiner Homepage und das scheint auch für Hamburg zu gelten. Das Publikum ist gemischt: vom Stirnbandtragenden-MGMT-Fanclub-Indie-Mädel bis zum langhaarigen Informatiker mit Metal Shirt sind alle anwesend. Mit gutem Grund: Das Konzert ist großartig! Virtuoses Schlagzeug und verzerrte Stromgitarre addiert mit Frickel Laptop und Syntheziser! Pivot klingen, als ob Aphex Twin und Crystal Castles im Partykeller von Jean-Michel Jarre und Vangelis ein 80s-darkwave-Fest feiern. Grimmiger Acid-Grime auf kosmischem LSD-Film!
    “I know it’s a Tuesday night. And you’re probably not quite drunk enough yet. But you can dance. So go fo it!” fordern die Australier auf und tatsächlich bewegen sich einige Körper stärker zum eingängigen Rhythmus des Schlagzeugs. …
  • At least we have the memories - Boy Omega im Grünen Jäger

    3 Sep 2008, 11:33 by felixinlondon

    "I hate set lists. I want to play another acoustic song. It's called The Good Times." Irgendwo jubelt jemand kurz auf, dann setzt Martin Gustaffson "today performing as a guy called Boy Omega" auf seiner Gitarre zu den ersten Tönen dieses großartigen Songs an. Ok, ich gebe zu, der Jubelkam nicht von irgendwo, sondern von mir. Das Lied zählt zu einem meiner Lieblings-iLIVE-Akustiksession-Songs. Und auch im Grünen Jäger lässt die Gänsehaut nicht lange auf sich warten. Martin zupft sanft die Saiten seiner Gitarre und setzt manchmal sogar ganz aus, um die Textzeilen fast a capella ins Mikrofon zu hauchen. Der Applaus bricht tosend in die Stille und wie der Song ist auch das Konzert des jungen Schweden viel zu schnell vorbei. Aber wie singt Martin selber so schön "and I will keep the good times. All of them."

    Felix * www.iloveilive.de
    Di., 2. Sep. – Boy Omega
    Boy Omega
    The Good Times
    iLIVE
  • Konfetti, Luftschlangen und tolle Musik - The Sea im Grünen Jäger

    26 May 2008, 16:42 by felixinlondon

    Eine Party ohne Konfetti ist wie iLIVE ohne Akustiksessions!

    Das wussten auch The Sea. Denn bei ihrer Albumreleaseparty am 23. Mai im Grünen Jäger gab es jede Menge von den kleinen bunten Papierschnipseln. Tütenweise schmissen euphorische Hände das Zeug in die Luft und bliesen Luftschlangen über die Köpfe hinweg auf die Bühne, an deren Rückwand eine bunte "Herzlichen Glückwunsch" Buchstabenkette flatterte. Um sich vor den tief fliegenden Partypapierluftgeschossen zu schützen, verteilten The Sea sogar Regenschirme. Durchsichtig versteht sich, so dass jeder dem Treiben auf der Bühne zusehen konnte.

    Wer die Musik der Band schon auf Platte oder Myspace gehört hat, wird sich anhand dieser Beschreibung sicherlich wundern: The Sea erscheinen eher ruhiger, fast melancholisch. Und das ist richtig. Dennoch schaffte es die Band ihren Liedern live einen mitreissenden Schwung zu geben. Plötzlich sang man zu Liedern mit, die man nur teilweise oder gar nicht kannte. Man tanzte zu ruhigen Klavierklängen. …
  • Rock'n'Roll Cliché mit großer Wirkung - 1000 Robota bei der Dockville Gala im Ü&G

    24 May 2008, 12:08 by felixinlondon

    8.10.2007, Molotow: "Grad spieln hier noch kleine aufgeregte jungs in engen hosen.." Als ich die SMS lese, komme ich gerade ins Molotow und muss lächeln. Denn da stehen drei wirklich sehr aufgeregte Jungs auf der Bühne, schrammeln zappelig hektische Lieder und scheinen die Nähte ihrer skinny Jeans zum Platzen zu bringen. Keiner kannte sie und wenige konnten etwas mit ihnen anfangen: 1000 Robota

    Gestern im Ü&G: Kleine aufgeregte Jungs in engen Hosen stehen hier nur vor der Bühne. Auf der Bühne steht eine Band, die bereit ist, das Ü&G zum Plazen zu bringen. Und das tun sie auch: Kaum ertönen die erste Akkorde fangen die Jungs und Mädels vor der Bühne an wild zu tanzen und feiern ausgelassen! Die 1000 Robota sind einen weiten Weg gegangen seit sie noch vor einem halben Jahr als Support von den Kilians gespielt haben. Der Sound ist tight, die Aufregung weg und jeder im Publikum kennt sie!

    Das Set beginnt mit drei neuen Songs, die sich nicht vor den Hits der E.P. verstecken brauchen. …
  • Ich will Spaß! Ich will Spaß! - Dancing Pigeons Like Ice Cream

    17 May 2008, 11:53 by felixinlondon

    Die NDW Hymne von Markus kannte wohl keiner gestern in der Prinzenbar. Es hat sie auch keiner gesungen. Der Song wurde auch nicht von DJs gespielt. Aber er hätte gepasst! Denn bei dem Elektro-Mini-Festival gestern versammelte sich die Neue Deutsche Welle von jungen Hedonisten, die alle nur eines wollten: Spaß!
    Und Dancing Pigeons Like Ice Cream. Die Hamburger Band spielte ihren ersten offiziellen Gig (der Übungs-Geheimgig sei hier mal weggelassen). Ich kannte die Band von Myspace und bin auch eher nur hingegangen, weil die Jungs aus Hamburg sind. Überwältigend!
    Es war nicht so sehr die Musik, sondern was die Band im Publikum ausgelöst hat. Wilde Tanzorgien und Schweißaustausch, der den Fantastischen 4 Hit "Saft" ganz neu interpretiert! Wow!

    Felix * www.iloveilive.de

    http://www.youtube.com/watch?v=oetw7EsyTn8


    Fri 16 May – Dancing Pigeons Like Ice Cream, Isic, THE HAINA, MT Dancefloor
    Dancing Pigeons Like Ice CreamiLIVE
  • Bratzebratzebratzebratze, ja? - BRATZE im Grünen Jäger

    9 May 2008, 09:27 by felixinlondon

    Der Grüne Jäger scheint sich ganz still und leise zum neuen Hamburger Szenetreff zu entwickeln. Die Tage der Mutter sind ja schon lange gezählt, der Pudel ist zu überlaufen, das Uebel zu groß .. wo soll man also hin? In den Jäger! Scheint jedenfalls so. Nachdem bei These New Puritans die Hamburger Jung-Indie-Bands, allen voran 1000 Robota, vertreten waren, konnte man auch bei BRATZE ein who-is-who der Hamburger Indie Künstler antreffen. Aber vielleicht lag es auch an der Veranstaltung: Eine BRATZE Release-Party bringt natürlich auch viele Musikerfreunde, Künstlerbekannte und Labelgroupies in den Club..

    Den Anfang machten die Thüringer Captain Capa. Und... ich weiß nicht... Die Musik war etwas zu 80s, zu glatt und hatte mit dem typischen Elektro-Band Problem zu kämpfen: Zwei Menschen beim Drehen und Verschieben von Reglern zuzugucken ist eher.. langweilig. Mit einem DJ-Set wären die Jungs sicherlich besser dran gewesen, denn die Musik war auf jeden Fall tanzbar. Vor allem das Pokémon-Theme-song-Remix-Mashup (und auch das t. …
  • Da haste Dein East London - These New Puritans im Grünen Jäger

    8 May 2008, 11:52 by felixinlondon

    Da geht man einmal in H&M Hemd und alten Jeans zu einem Konzert und schon erwischt man die gesammelte Indie-Styler-Polizei. Was sich am gestrigen Abend im Grünen Jäger versammelt hatte, stand sicherlich etwas länger vor dem heimischen Spiegel als ich. Bad Taste Raubtierkatzen Print, Wurstpellenjeans, Insekten Sonnenbrillen und die obligatorischen American Apparel Leggings für die Damen. Wo man sonst schief angeguckt wird, weil man einen giftgrünen Second-Hand Cardigan trägt, wurde ich jetzt wegen meines mangelnden Style-Bewusstseins beäugt. Fast schon wollte ich mich nach hause begeben, um mein Outfit zu wechseln und beweisen, dass ich sehr wohl auch coole Klamotten in meinem Schrank habe, da stand die erste Band des Abends schon auf der Bühne.

    Die Scanners absolvierten ihr erstes Deutschlandkonzert. Mit Bravour. Ich bin zwar kein großer Fan von New Wave Revival Keyboards aber die Truppe aus Nord London (Camden) schaffte es vom ersten Song an das Publikum zum Tanzen zu bringen. …