Till Brönner Biografie

 
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    • 2 Oct 2008, 12:18

    Till Brönner Biografie

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    Till Brönner
    Für die eine Seite der Medien ist Till Brönner ein "jazziger Pop-Star", für die andere "Deutschlands einziger Jazzer, der regelmäßig in die Pop-Charts steigt". Seinen Fans dagegen ist es egal, zu welcher Fraktion ihr Künstler gezählt wird, er hat sich schlicht und einfach mit der Qualität seiner Musik in ihre Herzen gespielt und darf sich nun über eine der treuesten Fangemeinden freuen, die sich ein Musiker wünschen kann.

    Vielleicht sollte man Till Brönners aktuelles "Christmas Album" daher nicht zuletzt als Geschenk und Dankeschön an seine Fans verstehen. Ein Weihnachtsalbum, das nicht nur als geschmackvolle Alternative zum sonst üblichen musikalischen Weihnachtseinerlei taugt, sondern, wie immer bei Brönner, ein vielseitiges Vergnügen ist, das auch nach den Festtagen nicht aus den CD-Playern und Shops verschwinden dürfte.

    Noch immer passiert es, dass Brönner in der Presse mit Begriffen wie "emporstrebend" und "Nachwuchs" bezeichnet wird. Erklärbar ist dies wohl nur mit dem nach wie vor jugendlichen Aussehen des mittlerweile 36jährigen Wahlberliners. Denn spätestens mit seinem im Jahre 2000 erschienenen Album "Chattin With Chet" ist er auch in der internationalen Jazzszene längst kein Unbekannter mehr.

    1971 in Viersen geboren, hatte Brönner mit 13 Jahren ein Schlüsselerlebnis, das ihn zum Jazz brachte: "Als ich zum ersten Mal den Bebop von Charlie Parker hörte, war das meine Initialzündung. Ich war 13, und es war fast so etwas wie die erste erotische Erfahrung. Ich dachte: So etwas Unanständiges kann man eigentlich nicht machen. Die Musik war wie eine Frau, die mich anbaggerte." Till, der aus einer Musikerfamilie stammt, absolvierte zuerst eine klassische Ausbildung, bevor er an der Kölner Musikhochschule begann Jazztrompete zu studieren. Nach nur drei Semestern überzeugt der damals gerade 20jährige bei einem Vorspiel den Chef des Berliner RIAS-Tanzorchesters. Bereits zwei Jahre später debütiert er als Bandleader mit einer eigenen CD, "Generations Of Jazz", die nicht zuletzt dadurch Aufmerksamkeit auf sich zog, dass die legendären Jazzgrößen Ray Brown und Jeff Hamilton mitwirkten.



    Auf "My Secret Love", seinem 1995 herausgekommenen zweiten Album, überraschte er die Jazzwelt u.a. mit der swingenden Interpretation eines Kölner Karnevalliedes. Großes Interesse wurde im folgenden Jahr seinem dritten Album "German Songs" zuteil, auf dem er legendäre UFA-Schlager mit Orchester und Jazzquartett in neuem Kontext interpretierte. Internationale Anerkennung erfuhr er mit dem Fusion-Jazz Album "Midnight" an der Seite der Jazzlegenden Dennis Chambers und Michael Brecker.

    1999 gab Brönner seinen Einstand beim legendären Verve-Label, mit dem balladesken Album "Love", auf dem er sich erstmals auch als Vokalist präsentierte. Das Album wurde nicht nur in Deutschland als Erfolg verbucht, in Japan erhielt Brönner vom berühmten Swing Journal einen Gold Disc Award. Mit der Chet-Baker-Hommage "Chattin With Chet" gelang ihm im Jahr 2000 ein großer Coup und das Kunststück, ein Vorbild zu ehren und sich gleichzeitig als ganz eigenständige Jazz-Persönlichkeit zu präsentieren. Quasi "nebenbei" produzierte Brönner für die Grande Dame des deutschen Chanson, Hildegard Knef, deren letztes Album "17 Millimeter", ebenfalls ein kommerzieller wie künstlerischer Erfolg. Mit dem Black-Music-inspirierten "Blue Eyed Soul" legte Brönner zwei Jahre später ein weiteres Verve-Album vor und schlug Kritikern, die versuchten ihn in eine stilistische Schublade einzuordnen, ein Schnippchen. Ebenso im Jahr 2005, in dem er sein erstes Vokalalbum "That Summer" herausbrachte, mit dem er Platz 17 in den deutschen Pop-Charts erreichte.

    Fast zur gleichen Zeit erschien Brönners Soundtrack-Album zu Pepe Danquarts Tour-de-France-Film "Höllentour", das von den Mitgliedern der Filmakademie in der Sparte "Beste Filmmusik" für den Deutschen Filmpreis 2005 vorgeschlagen wurde. Vorher hatte er bereits mit seinem Soundtrack zu Julian Benedikts Dokumentarfilm "Jazz Seen" geglänzt.

    Bevor Till Brönner im April 2006 sein inzwischen neuntes Soloalbum "Oceana" veröffentlichte, brachte er sich noch mit seiner ersten DVD "A Night In Berlin" und der Produktion des Comeback-Albums "Once To Every Heart" von Vocal-Kultstar Mark Murphy in Erinnerung. "Oceana" führte ihn dann erstmals ins Studio nach Kalifornien in die Obhut von Produzent Larry Klein (Joni Mitchell, Peter Gabriel, Leonard Cohen), der dem Trompeter hörbar Raum für seinen unverwechselbaren Spielansatz einräumte und die Gastvokalisten Carla Bruni, Madeleine Peyroux und Luciana Souza versammelte. Das ebenso relaxte wie intensive Album übertraf alle bisherigen Brönner-Erfolge und wurde mit dem Echo 2007 in der Kategorie Jazz ausgezeichnet. Auf sein "Christmas Album" und die darauf folgenden musikalischen Experimente des "deutschen Popstars unter den Jazzmusikern" (Musikexpress, 12/05) darf man also gespannt sein.

    10/2007

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