Gedichte von H. Hesse / Lyrics by H. Hesse

 
  • Gedichte von H. Hesse / Lyrics by H. Hesse

    As the lyrics are all in German, I may write in German too..

    Was sind eure Lieblingsgedichte?
    Ich kenne bei weitem nicht alle von den - wie ich eben erfahren habe - etwa 1400 - aber das sind meine Favouriten:


    1. Im Nebel

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den andern,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamkeit.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.


    2. Ich weiß von solchen...

    In manchen Seelen wohnt so tief die Kindheit,
    Dass sie den Zauber niemals ganz durchbrechen,
    Sie leben hin in traumgefüllter Blindheit
    Und lernen nie des Tages Sprache sprechen.

    Weh ihnen, wenn ein Unheil sie erschreckt
    Und plötzlich hell zur Wirklichkeit erweckt!
    Aus Traum gescheucht und kindlichem Vertrauen
    Starren sie hilflos in des Lebens Grauen.

    Ich weiß von solchen, die der Krieg erst weckte,
    Da sie des Lebens Mitte überschritten,
    Und die seither am Leben wie erschreckte
    Traumwandler zitternd und geängstigt litten.

    Es scheint: in diesen Hoffnungslosen sucht
    Die Menschheit ihrer blutgetränkten Erden,
    Sucht ihrer Grausamkeit und Seelenflucht
    Erschauernd und beschämt bewusst zu werden.


    3. Auf den Tod eines kleinen Kindes

    Jetzt bist du schon gegangen, Kind,
    Und hast vom Leben nichts erfahren,
    Indes in unsern welken Jahren
    Wir Alten noch gefangen sind.

    Ein Atemzug, ein Augenspiel,
    Der Erde Luft und Licht zu schmecken,
    War dir genug und schon zuviel;
    Du schliefest ein, nicht mehr zu wecken.

    Vielleicht in diesem Hauch und Blick
    Sind alle Spiele, alle Mienen
    Des ganzen Lebens dir erschienen,
    Erschrocken zogst du dich zurück.

    Vielleicht wenn unsre Augen, Kind,
    Einmal erlöschen, wird uns scheinen,
    Sie hätten von der Erde, Kind,
    Nicht mehr gesehen als die deinen.


    4. Bei Nacht

    Nachts, wenn das Meer mich wiegt
    Und bleicher Sternenglanz
    Auf seinen weiten Wellen liegt,
    Dann löse ich mich ganz
    Von allem Tun und aller Liebe los
    Und stehe still und atme bloß
    Allein, allein vom Meer gewiegt,
    Das still und kalt mit tausend Lichtern liegt.
    Dann muß ich meiner Freunde denken
    Und meinen Blick in ihre Blicke senken,
    Und frage jeden still allein:
    "Bist du noch mein?
    Ist dir mein Leid ein Leid, mein Tod ein Tod?"
    Fühlst du von meiner Liebe, meiner Not
    Nur einen Hauch, nur einen Widerhall?"
    Und ruhig blickt und schweigt das Meer
    Und lächelt: Nein.
    Und nirgendwo kommt Gruß und Antwort her.


    So schön...

    Würde mich über weitere lesenswerte Gedichte freuen!

  • gedichte von h. hesse / poems by h. hesse

    hmmmm :-p

    always i have not read poems knowingly-unknowingly.
    bin dem lesen von gedichten immer bewußt-unbewußt aus dem weg gegangen.

    maybe it is an error.
    das ist vielleicht ein fehler.

    die konzentrierte form der behandlung eines ausgesuchten themas in für und wieder, entweder oder, gut und schlecht ist für mich schwer faßbar.

  • i also like "Im Nebel" very much! but i have to admit that i only know a fraction of his whole work of poems - something i have to make up for ;)
    the following is a longer one

    Wandlung

    Da ich ein Jüngling war,
    Da meine ersten schüchternen Gänge
    In das ersehnte Land der Liebe
    Alle mich trostlos und elend wiederbrachten
    In den unverstandenen grellen Tag,
    Da war es mir einziger Trost,
    Tief im Leid mit vollen Händen zu wühlen,
    Selbstzerstörend mit wollüstiger Bitterkeit
    Jede holde Farbe in Schwarz zu wandeln,
    Wild auf brechenden Saiten
    Hinzustürmen meiner Entbehrung Qual.
    Und am Abend floh ich das Licht,
    Floh die geselligen Gärten, um einsam
    Tief im Schatten der Buchen hinabwärts
    Am unwegsamen Ufer zu schleichen
    Dunkel treibenden Wellen nach,
    Sehnsucht nach Tod im glühenden Herzen.
    Heute aber, da mir ein karger Tag
    Ungefühlt in lose Stunden zerrinnt,
    Da meine verschüttete Seele
    Tief empor aus Trümmern voreilig gebauter
    Lebensschlösser den Weg zur Hoffnung verlor,
    Da mir der Jugend trübste, unseligste Stunde
    Noch wie ein Goldschatz aus ferner Tiefe lacht,
    Heute hab ich die finsteren Wege
    Schwelgerisch hingeflossener Schwermut,
    Süßer Klagen verlassen.
    Abends, wenn mir die stille Stunde kommt,
    Zünde ich hell meine Ampel an,
    Daß vor dem Fenster die feindliche Nacht versinke.
    Zärtlich spann ich die goldensten Saiten,
    Die mir geblieben, und gehe
    Im bedächtigen Spiel jeder lieblichen Form,
    Jeder heiter tröstenden Schönheit nach.
    Fern ist der Tod und ferne das Leid meinen Träumen,
    Sorgsam leit ich sie, daß ihr verwirrtes Gerank
    Nichts als Licht und Trost und glückliche Bilder zeige:
    Selige Gärten, Menschen voll kindlicher Lust,
    Inniger Liebesgenuß und blumengeschmückte Feste,
    Reine erhabene Frauen, Männer voll gütiger Glut,
    Dies erschaff ich mir träumend und suche,
    Was von zertrümmerten Schätzen mir blieb,
    Neu in Wohllaut zu schönen Gebilden zu sammeln.

    Einsam so in friedlichen Stunden spielt
    Meine Sehnsucht ihr Spiel,
    Sieh, und oft vermag ich wunschlos zu lachen,
    Überlistend des Lebens sinnlose Grausamkeit
    Durch mein sinnvoll träumendes Spiel.
    Und das herrlichste Mädchenbild,
    Dem ich in heißen Begehren einst,
    Trüben Entsagen den Glanz meiner Jugend geopfert,
    Wandelt (sie, die längst sich
    Weit im Grau alltäglichen Lebens verlor)
    Leuchtend, schöner als einst,
    Fleckenlos wie eine Blüte des Frühlings,
    Über den liebevoll hingebreiteten Teppich
    Meiner wohllautenden Träume.
    Wie sie schreitet und ganz zur Göttin ward,
    Sinkt meines Lebens Elend ferne dahin
    Und es wird meiner Tage
    Heimlicher Sinn, der Geliebten
    Widerhall und adelnder Spiegel zu sein.
    So von frühster Jugend herauf
    Bau ich, wenn meine Stunde kommt,
    All meine Jahre Gedächtnis zum Tempel
    Einer Liebe, die kein Begehren mehr,
    Keine Enttäuschung kennt.

    we need great, golden copulations.
  • im nebel - in the fog

    frage - question

    warum gefallt euch das gedicht im nebel - why do you like the poem in the fog

  • Im Nebel

    das lässt sich ja immer nicht ganz so leicht beantworten, ich versuchs mal.
    mich spricht auf alle fälle das thema an. es geht darum, dass jeder für sich allein ist. das, was zuvor vielleicht erschreckend war, bekommt jetzt eine neue, seltsame note. ohne die ablenkung und vielleicht auch ohne die manipulation durch andere leute kann man sich selbst erfahren und erkennt, dass das alleinsein ein quell des lebens ist. daher ist es auch nichts negatives, sondern im gegenteil etwas das zu mehr lebensqualität führt. der nebel ist dabei einfach ein grandioses bild, das vielfach deutbar ist. hinzukommt, dass nicht nur die bedeutungen mit dem bild des nebels sanft schwingen, sondern auch die melodie der sätze ist von gleicher sanftheit, dass man die seltsamkeit spüren kann und es eben nicht unheimlich ist

    we need great, golden copulations.
  • im nebel - in the fog

    interessante antwort. aber ich bin der geist der stets verneint.
    wie oben bemerkt tu ich mich mit gedichten schwer. ich kannte das gedicht im nebel nicht.
    der nebel ist bild --> ok.
    der sprachliche schliff der sätze von h. hesse --> ok ohne zweifel.
    das thema spricht an --> ok, aber warum?
    das jeder allein ist --> ok, aber warum?
    das alleinsein ein quell des lebens ist --> ok, aber warum?
    hesse beginnt und endet mit der einsamkeit. die einsamkeit ist für mich nicht a priori begründet. sie ist vielleicht ein teil des ganzen und an sich vorhanden. ich betrachte das gedicht als ausdruck persönlicher befindlichkeiten des autors - wie jedes geschriebene oder gesprochene wort. ich betrachte die einsamkeit nicht als notwendigkeit sondern als möglichkeit, meinetwegen notwendige möglichkeit. die einsamkeit als quell des lebens wird für mich erst nutzbar in gemeinsamkeit. die gemeinsamkeit wird von hesse im letzten satz ausgeschlossen, zumindest nachdem der nebel fällt.
    warum?
    nun zum bild - nebel
    was umfaßt der nebel? hesse schreibt: nun, da der nebel fällt. der nebel ist nicht allumfassend.
    ist der nebel persönliches unglück oder natürliche ( gottgewollte) erscheinung?
    ist er nur adjektiv zur beschreibung eines gefühls. oder eines sachverhaltes? ist er nur mittel mich zum nachdenken anzuregen? will hesse mich zum nachdenken anregen? - was habe ich übersehen?

  • im nebel

    okay, als erstes muss ich sagen, dass ein rest unbeantwortbar bleibt, einfach weil ein gedicht auch die seele anspricht, was sich rational nicht gänzlich erfassen, sondern höchstens einkreisen lässt. aus jeder kleinen deutung können sich auch viele weitere deutungen ergeben, das macht die sache schwierig.

    das thema spricht mich an, weil es ehrfahrbar ist. das ist das, was ich an hesse so mag. das gedicht ist ausdruck seiner persönlichen befindlichkeit und eben diese kann man so nachempfinden. um kurz in das bild des schöpferischen alleinseins abzuschweifen: als hesse das gedicht verfasst hat, muss er ja auch in eben dieser stimmung gewesen sein und war sicher auch allein. dadurch konnte er mit sich in kontakt kommen und daraus etwas schaffen, das gedicht. bei diesem prozess der inneren erfahrung, der ja nur in ablenkungsfreier umgebung (nebel), möglich ist, und dem sich daraus ergebenen prozess des tätigseins war er dem leben sicher sehr nahe, einfach weil es einen sehr bewussten prozess beschreibt. in dieser weise ist das alleinsein ein quell des lebens, nicht nur für ihn, sondern auch für uns.

    jeder ist allein, weil jeder erst einmal ein universum aus gedanken, gefühlen, erfahrungen, erkenntnissen usw. für sich selbst bildet. wir können zwar in kommunikation treten, diese ist jedoch stets von ablösungen geprägt, d.h. dadurch, dass schon allein die wörter, die ich benutze, zu einer reduktion der eigentlichen fülle meiner inneren vorgänge führt, kann ich diese auch nie ganz vermitteln. deutlich wird das alleinsein bei jeder selbsterfahrung. wenn du bspw. doll krank bist und sich jemand um dich kümmert, ist zwar jemand da, aber du bist dennoch mit dir und deinem kranksein allein.
    vielleicht sollte man allein nicht unbedingt so krass durch die abwesenheit von personen bestimmen, obwohl es hier zur besten entfaltung kommen kann. der fokus richtet sich mehr darauf, wie und was man wahrnimmt. in kontakt mit anderen leuten ist man sehr schnell von sich abgelenkt und auf andere konzentriert. das alleinsein ist die beschäftigung mit sich selbst, der nebel macht alles unsichtbar oder dunkel, so dass man nur noch sich selbst erfährt. das erkennen des eigenen selbst, finde ich, ist dann die notwendige voraussetzung, um mit dem leben im sinne des selbst in einklang zu kommen und ihrer vollen entsprechung zu folgen. durch diese orientierung besteht eine direkte verbindung zwischen dir und dem leben. deshalb ist für mich alleinsein ein quell des lebens.
    mit dieser orientierung wird man dem leben insgesamt und somit auch anderen menschen gerecht, weil es zu wachstum führt. so löst sich der scheinbare widerspruch zwischen alleinsein und gemeinschaft auch auf.
    es heißt ja "Kein Mensch kennt den andern". das bedeutet für mich, dass es gar nicht wichtig ist, zu wissen, wer der andere ist. wichtig ist, dass er mit sich selbst in kontakt kommt und frei von äußerer manipulation lebendig wird und ist. genau so funktioniert ja die welt im lichte: jeder kennt den anderen und hat ein bild von ihm, auf dessen grundlage der gegenseitige kontakt stattfindet. auf grundlage dieser bilder lebt man dann, schließlich hat man über die referenz der anderen auch ein selbstbild gewonnen. es bleibt aber nichts weiter als eine theoretische konstruktion, die reflektiert, was ist, was einen dann daran hindert zu sein.
    und der nebel. tja, der is wie ich schon meinte bestimmt vielfach deutbar. er ist aber besonders kaum fassbar! wenn das alleinsein tatsächlich ein quell des lebens ist, ist der nebel die einforderung des lebens durch sich selbst.

    entscheidend ist, dass hesse uns mit seinem gedicht für etwas sensibilisieren will. interessant ist die seltsamkeit. man könnte sich ja durchaus fragen, wieso das etwas seltsames und nicht etwas anderes ist.

    we need great, golden copulations.
  • im nebel - in the fog

    interessante philosophische ansätze.
    wir reden ÜBER hesse, beschreiben empfindungen.
    alleinsein als quell des lebens
    kommt für mich im gedicht nicht zum ausdruck. hesse schreibt: als noch mein leben licht war, nun da der nebel folgt,
    die einsamkeit ist folge von ETWAS, aber anscheinend so mächtig das alles überschattet wird.
    für mich ist das leben vor der empfindung vorhanden. mein leben als teil des sternenstaubes. dieses menschliche leben ist a priori in der lage empfindungen zu entwickeln. ein neugeborenes ins wasser geworfen hält die luft an. ertrinkt nicht sofort. hat empfindungen. ist vielleicht einsam. die einsamkeit wird für das baby nicht zum quell des lebens.
    ich entnehme den von mir oben zitierten zeilen den einfluß von außen. den wurf ins wasser, die vielleicht daraus folgende einsamkeit. mein gewähltes beispiel hinkt sicher irgendwo, wie alle beispiele. es läßt aber offen ob die kraft des babys reicht für das leben.
    ich stimme zu, daß eine innere RUHE erforderlich ist um sich selbst zu erfahren. bestehe auch ausdrücklich darauf das ich diese ruhe aktiv suche. damit kann ich die erfahrungen des lebens besser bewerten. es wird immer MEINE bewertung sein. sie kann nicht von anderen übernommen werden, sondern muß neu erfahren werden. es ist vielleicht eine anregung - mehr nicht. hesse so gelesen ist eine bereicherung.
    worte als reduktion innerer vorgänge(gefühle?)
    das wort ist uns mittel der verständigung. gefühle können nur unzureichend beschrieben werden. vielfach werden nur optische reize mit worten beschrieben. ein durch optische reize entwickeltes gefühl ist oftmals schnell schal. es ist für mich vorstellbar, daß geschriebenes wort gefühle erahnen läßt. erweckt werden die gefühle durch das leben.
    ich habe mich auf zwei abschnitte bezogen, dabei dem inneren vorgang gefühl unterstellt. auf die verwendung anderer worte bin ich nicht eingegangen (z.b. alleinsein). sie haben für mich teilweise föllig andere bedeutung.

  • im nebel

    es ist schön, dass jeder darin was anderes liest. was ich geschrieben hab, steht sicher nicht so im gedicht drin, es ist aber der horizont, der sich mir beim lesen des gedichtes eröffnet, weshalb ich es halt so mag (das war ja deine frage). ein richtig oder falsch gibt es natürlich nicht.
    generell sind allein und einsam verschieden, weil einsamkeit ja eigentlich ein verlangen nach überwindung des alleinseins zum ausdruck bringt, vielleicht ist das die seltsamkeit. es heißt weiter "einsamkeit ist leben". wenn einsamkeit die folge von etwas ist, das mächtig ist, dann - wie ich finde - ist es die forderung des lebens, es zu entsprechen. es ist dann eine ode an das leben. irgendwie schließt sich für mich dort jedenfalls der kreis. das einstellen des nebels nach dem licht ist vielleicht, obwohl man wegen dem vorhergegangen leben im lichte es als seltsam empfindet, der übergang zur autonomie, die man vergessen hat.
    das mit dem alleinsein wollte ich auch gar nicht so überstrapazieren ;) nur es heißt ja auch: "Wahrlich, keiner ist weise, / Der nicht das Dunkel kennt"
    der nebel stellt sich auch von selbst ein und nicht willentlich durch den menschen. das licht ist dabei genauso wenig negativ oder positiv wie der der nebel. beides sind zustände, die außerhalb der bewertung stehen. man braucht wohl beides. da das licht aber meist dominiert, besonders in den ersten jahren des lebens (für das baby ist einsamkeit natürlich schädlich - wenn man kleine kinder beobachtet, kann man jedoch sehen, wie unverfälscht sie dem leben zugewandt sind; für mich eine folge der erfahrung des alleinseins, sie sind noch nicht so sehr sozialen netzwerken und deren bewertungen "ausgesetzt"), bedarf es des ausgleichs. denn, und deswegen bin ich darauf so stark eingegangen, das alleinsein erfüllt uns ja erstmal mit schrecken, weil wir ans leben im lichte mit all seinen facetten gewöhnt sind. ich wiederhole mich bestimmt, aber im nebel, im dunkeln ist die leere. bewertungen verlieren ihre bedeutung, es fehlt die fläche, an der man sich reflektieren kann. der geist kann so zur ruhe kommen und das leben eröffnet sich unverfälscht (im "glasperlenspiel" ist das bspw. auch ein motiv: auf der einen seite der ständig strapazierte geist in der wissenschaft und dessen ausgleich in der meditation). deshalb meine ich, dass hesse uns die furcht vor dem alleinsein nehmen will

    we need great, golden copulations.
  • im nebel - in the fog - fazit

    ... zeit...unendlichkeit...!...?...!...ich...einsamkeit...unendlichkeit...zeit...

    ich werde meinen hesse wieder hervorsuchen zwischen descartes und tolstoi, böll und hegel, bhagavadgita und zola, bloch und truman capote, ... , stecke ihn ein gehe raus, das wetter wird gut, und lese im schatten bis es dunkel wird und die sonne über dem fluß untergeht.
    :-)

  • ach das ist immer das schöne am sommer, man kann rausgehen und sich wohlfühlen
    das folgende gedicht gewinnt dabei (bald) an aktualität :)


    Spätsommer

    Noch schenkt der späte Sommer Tag um Tag
    Voll süßer Wärme. Über Blumendolden
    Schwebt da und dort mit müdem Flügelschlag
    Ein Schmetterling und funkelt sammetgolden.

    Die Abende und Morgen atmen feucht
    Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau.
    Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht
    Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau.

    Eidechse rastet auf besonntem Stein,
    Im Blätterschatten Trauben sich verstecken.
    Bezaubert scheint die Welt, gebannt zu sein
    In Schlaf, in Traum, und warnt dich sie zu wecken.

    So wiegt sich manchmal viele Takte lang
    Musik, zu goldener Ewigkeit erstarrt,
    Bis sie erwachend sich dem Bann entrang
    Zurück zu Werdemut und Gegenwart.

    Wir Alten stehen erntend am Spalier
    Und wärmen uns die sommerbraunen Hände.
    Noch lacht der Tag, noch ist er nicht zu Ende,
    Noch hält und schmeichelt uns das Heut und Hier.

    we need great, golden copulations.
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