Original veröffentlicht auf [url= www.nur-die-tat.de] www.nur-die-tat.de
So kündigte Jacoby Shaddix von Papa Roach am Freitag den Hauptact des Abends an. Er sollte recht behalten.
Gegen 14 Uhr hatte ich mich von Saarbrücken aus mit Nickel auf den Weg nach Ludwigshafen gemacht. Am Bahnhof trafen wir dann auf Genge, David und Anhang. Bis zum Südwest-Stadion war es von dort aus nicht mehr so weit, so dass wir uns zu Fuss weiter bewegten. Gute Entscheidung, sonst hätten wir ja was verpasst.
Bei unserem Eintreffen hatte Lauren Harris, die Tochter des Bassisten von Iron Maiden bereits angefangen zu spielen. Da das Stadion noch nicht ganz voll war suchten wir uns erstmal einen Platz im Schatten und hörten uns in Ruhe den Rest des ersten Acts an. Für meine Begriffe klang sie schon ganz solide, bis es an den Papa heran reicht wird aber noch ein wenig Zeit ins Land gehen.
Die erste (und glücklicherweise auch letzte) Enttäuschung des Abends erlebten wir am Merch stand: 30 € für ein T-Shirt sah dann doch keiner von uns ein, also haben wir unsere Flocken lieber in Bier investiert.
Anschließend traten Mastodon auf die Bühne. Über diese Gruppe hatten wir im Vorfeld viel diskutiert, denn uns dreien war sie unbekannt. Viele andere Leute hatten jedoch bestätigt die Jungs zu kennen. Jetzt kennen wir sie auch:
Mastodon ist nicht nur die Bezeichnung für einen prähistorischen Kollegen des gängigen Mammuts, sondern auch der Namen einer aus Atlanta, Georgia stammenden Band, die ähnlich wie das namensgebende Urzeitvieh so ziemlich alles platt walzt, was nicht bei zweieinhalb auf den Bäumen ist.
Quelle: laut.de
Viel ist dem nicht hinzuzufügen. Geile Show mit gutem, harten aber melodischem Trashmetal, auf jeden Fall mal ein Album wert.
Die dritte Band des Abends war, wie oben erwähnt, Papa Roach. Wie ich es mir schon gedacht hatte passte deren Stil nich zu 100% zum Rest der Bands. Wer Nu-Metal mag (ich tue das nicht sooo sehr, finde ihn aber durchaus hörbar) kam sicher auf seine Kosten.
Mit der letzten Vorgruppe ging es dann richtig rund. Von In Flames hatte ich schon viel gutes gehört und auch das reinschnuppern in verschidene Alben machte mir Hoffnung auf einen Sound nach meinem Geschmack. Jetzt machten Genge und ich uns auch mal daran unseren Standpunkt etwas zu verbessern. Nickel blieb lieber ein wenig weiter hinten, was sich im Nachhinein als garkeine schlechte Idee herausstellen sollte… Wir beiden unerschrockenen hingegen kämpften uns erstmal bis etwa in die zwanzigste Reihe vor. Tatsächlich haben die Schweden das Haus mächtig gerockt und ich schätze mal, dass diese Gruppe mich nicht zum letzten mal gesehen hat. Nachdem wir festgestellt hatten, dass der Drummer von In Flames uns irgendwie bekannt vorkam machten wir uns einen kleinen Spaß, indem wir mal bei seinem Dopelgänger durchklingelten Dopelgänger durchklingelten …
Nach dem Auftritt von In Flames nutzten wir die Chance uns noch einige Reihen in Richtung Bühne vorzuarbeiten. Mitlerweile war es fast neun Uhr und immernoch unerträglich heiß. Die Wasserbecher, die die Securitys ab und an ins Publikum reichten verdampften in viel zu vielen durstigen Kehlen. Aber sowas kann zwei alte Veteranen, die in Slowenien diverse kilometerhohe Berge bei gefühlten 70 Grad Lufttemperatur erklommen haben natrülich nicht schocken und so warteten wir gespannt auf den Auftritt von Iron Maiden.
Als der Vorhang viel gab es in der Menge kein halten mehr. Wir wurden wild hin und her geschleudert ohne auch nur den Hauch einer Chance die Richtung zu bestimmen. Glücklicherweise ging es immer weiter nach vorne, so dass wir irgendwann in der zweiten Reihe standen. Die Show lässt sich fast nicht beschreiben. Die neuen Titel haben genau so reingehauen wie die Klassiker und es ist einfach ein Erlebnis diesen Leuten zuzusehen, von denen altersmässig jeder locker mein Vater sein könnte. Vor dem Konzert hatte ich mir drei Titel gewünscht die ich unbedingt hören wollten. Und tatsächlich wurden Number of the Beast, Fear of the Dark und Run to the Hills sogar direkt nacheinander gespielt. Danach war ich klinisch tot und hätte gut eine Nacken-Transplantation gebrauchen können. Nach knapp zwei Stunden ging eine der geilsten Shows, die ich jeh gesehen habe, mit Teufelsköpfen, riesigen Eddies und natürlich den Urvätern des Heavy Metal zu Ende.
Durch die viele Pokerei habe ich schon einige blaue Flecken abbekommen und eine meiner Rippen fühlt sich auch komisch an… aber das gehört wohl einfach dazu.
Nun warte ich gespannt darauf etwas vom Genge zu hören, der nicht wie ich in der komfortabelen Situation war mit privater Fahrerin (danke nochmal, liebe Nickel) unterwegs zu sein und aufgrund der tollen Zugverbindung die Nacht am Frankfurter Bahnhof verbringen musste. Junge! Lebst du noch?!