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Biografie

Van Morrison (* 31. August 1945 in Belfast; eigentlich George Ivan Morrison) ist ein irischer Musiker, Sänger und Komponist.

Die Anfänge

Van Morrison hatte schon in seiner Kindheit nur ein Ziel: Er wollte Musiker werden. Sein Vater war ein begeisterter Sammler alter Jazz- und Bluesplatten, die Van schon früh beeinflussten. Schon im Alter von sechs Jahren ging er mit seinem Vater in Plattenläden und hörte die Musik von Mahalia Jackson, Fats Domino, Muddy Waters, John Lee Hooker, Ray Charles und vielen anderen. Mit seiner Mutter besuchte er des öfteren Kirchen, in denen Gospelmusik gespielt wurde, was Morrison ebenfalls schon früh beeinflusste. Mit zwölf Jahren gehörte er bereits der Band Deannie Sands And The Javelins an. Zu Beginn der 1960er Jahre spielte er in der Band The Monarchs Saxophon und Mundharmonika und absolvierte noch als Teenager Tourneen in Deutschland und Schottland.

Die 1960er Jahre

1964 wurde Van Morrison Frontmann der Rockband Them, die eine Reihe von Hits hatte, u.a. Gloria, Here comes the night und It´s all over now, baby blue, einer Coverversion der Bob Dylan-Komposition. Nachdem er bei "Them" ausgeschieden war, bot ihm der Manager Bert Berns aus New York einen Vertrag für eine Solokarriere an. Mit Studiomusikern nahm Morrison 1967 ein Album auf, das mit Brown-eyed girl einen Hit enthielt. Als jedoch Berns unvermittelt an einem Herzinfarkt starb, musste Morrison die Plattenfirma wechseln. Später erhob er schwere Vorwürfe gegen Berns und klagte noch 25 Jahre später über die "Haie" des Musikbusiness. Bis zum Album des Jahres 2005, Magic Time, ist dies ein Standardthema vieler seiner Songs geblieben. Innerhalb von drei Tagen nahm er 1968 mit Jazzmusikern ein ungewöhnliches Album auf: Astral Weeks. Es entstand eine bis anhin noch kaum gehörte Fusion von Folk-, Blues- und Jazz. Dieses Album errang Kultstatus, verkaufte sich damals aber eher mäßig. Auf der nachfolgenden Platte ist mit dem Titelsong ein Klassiker enthalten: Moondance. Über drei Jahrzehnte hinweg hat Van Morrison diesen Song in unzähligen Konzerten gespielt und ihn immer wieder neu arrangiert.

Die 1970er Jahre

Morrison konnte mit Domino vom Album His Band and the Street Choir mittlere Hitparadenplätze verbuchen. Inzwischen hatte er sich mit seiner Familie in Woodstock, New York, angesiedelt, angeblich um Bob Dylan nahe zu sein, der jedoch Distanz zu Morrison hielt. Die ländliche Atmosphäre schlug sich im Country-orientierten Album Tupelo Honey nieder. Auf Hard Nose the Highway setzte Morrison erstmals das so genannte "Caledonia Soul Orchestra" ein, eine Rockgruppe mit Streicherbegleitung, das 1973 eine erfolgreiche Tournee durch die USA und Europa absolvierte. Ein Konzert aus dem Londoner Rainbow Theatre wurde zum ersten Mal in der Rockgeschichte simultan im Fernsehen und im Radio übertragen; Teile davon finden sich auf dem Konzertalbum It's Too Late to Stop Now. Es wurden nur minimale Eingriffe vorgenommen und nichts im Studio nachgebessert oder verändert, wie es bei vielen anderen Künstlern üblich ist. Nach einem längeren Aufenthalt in den USA kehrte Van Morrison in seine Heimat Irland zurück, was sich auf der Platte Veedon Fleece bemerkbar machte. Hier dominiert eine keltisch-irische Stimmung.

Van Morrison fühlte sich ausgebrannt und machte drei Jahre lang Pause, unterbrochen nur von wenigen Auftritten. So beteiligte er sich 1976 am Abschiedskonzert von The Band im Winterland Ballroom San Francisco durch einen Auftritt, der im Konzertfilm The Last Waltz festgehalten wurde. Dort kam er in Kontakt mit Dr. John alias Mac Rebennack und nahm mit ihm A Period of Transition auf. Diese Platte stieß jedoch auf wenig Resonanz. Auch das nächste Werk, Wavelength, wurde von der Kritik sehr unterschiedlich beurteilt. Der Titel Kingdom hall auf diesem Album verweist auf die Zugehörigkeit seiner Mutter zu den Zeugen Jehovas, deren Versammlungssäle "Königreichssaal" genannt werden. Zum Ende des Jahrzehnts erschien dann Into the music, wieder geprägt von einer irischen Stimmung. Die beiden Songs Bright side of the road und Full force gale mit ihren religiösen Texten eröffneten die Phase des christlichen Spiritualismus, der Morrison über ein Jahrzehnt lang immer wieder beschäftigen sollte.

Die 1980er Jahre

Den großen Erfolg von Into the Music konnte Morrison mit dem experimentellen Album Common One nicht wiederholen. Ursprünglich waren die beiden Alben als Doppelalbum geplant gewesen.

Mit Beautiful Vision knüpfte Van Morrison wieder eher an seine frühen Werke an und wurde allgemein von der Kritik gelobt. Die Songs Vanlose stairway, Northern muse (solid ground) und Cleaning windows daraus gehörten in den folgenden Jahrzehnten zu den meistgespielten Stücken in seinen Konzerten. Ein Konzertauftritt in der Fernsehsendung Rockpalast (4. April 1982), der vom WDR im Fernsehen und im Radio gleichzeitig aus der Gruga-Halle Essen übertragen wurde, machte Van Morrison europaweit bekannter.

Die Stimmung von Beautiful vision nahm Morrison auf der Platte Inarticulate speech of the heart wieder auf. Für Verwirrung sorgte die Widmung der Platte an L. Ron Hubbard, den Begründer der Scientology-Bewegung. Verhaltener präsentierte sich A Sense of Wonder. Wieder mehr irisch-keltisch angehaucht, enthielt die Platte mit Let the slave einen Song, in dem Van Morrison das Gedicht The price of experience von William Blake rezitierte. Dann folgte eine Platte, die zu den beliebtesten seiner Fans gehört: No guru, no method, no teacher. Nach dem Erscheinen dieser Platte trat Van Morrison auch mit Big Bands auf, so mit der Denmark Radio Big Band, der BBC Big Band und schließlich auf dem Montreux Jazz Festival 1989 mit dem Dallas Jazz Orchestra. Manche dieser Konzerte fanden ein sehr positives Echo, während bei anderen die eher statischen Arrangements bemängelt wurden.

Nach der Platte Poetic Champions Compose folgte 1988 eine erfolgreiche Kooperation mit der irischen Folkband The Chieftains, mit denen Van Morrison eine Fernsehshow aufgezeichnet hatte. Man beschloss, ein Album mit irischen Traditionals aufzunehmen (Irish Heartbeat, auf der auch zwei Morrison-Kompositionen in einem traditionellen Arrangement zu hören sind) und auf Tournee zu gehen. Gegen Ende einer Konzertreise durch Europa kam es jedoch zu so starken Spannungen zwischen den Musikern, dass das Projekt aufgegeben wurde. Der Kontakt blieb trotzdem erhalten, wie weitere einzelne Aufnahmen mit den Chieftains belegen.

Am Ende des Jahrzehnts legte Van Morrison mit Avalon Sunset ein Album vor, auf dem christlich inspirierte Songs in meditativ-ruhiger Stimmung, teilweise mit Orchesterarrangements von Fiachra Trench, enthalten sind. Das Duett Whenever God shines his light on me mit Cliff Richard konnte sich in Großbritannien in den Charts platzieren.

Die 1990er Jahre

Einer seiner Auftritte wurde im Juli 1990 beim Montreux Jazz Festival vom schweizerischen Radio DRS ausgestrahlt. Morrison bot nicht nur einen Querschnitt seiner künstlerischen Entwicklung seit den 1960er Jahren, sondern arrangierte seine Songs auch neu. Morrison nahm zur selben Zeit zusammen mit vielen Musikerkollegen an einem musikalischen Großereignis teil, das Roger Waters, der ehemalige musikalische Kopf von Pink Floyd auf dem Potsdamer Platz in Berlin organisierte: einer Aufführung von The Wall in Anspielung auf den Fall der Mauer zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.

Es folgten von der Kritik unterschiedlich bewertete Arbeiten. Auf dem Album Too Long in Exile (1993) wandte er sich sehr stark dem Blues zu und spielte eine seiner bekanntesten Kompositionen, Gloria, aus den 1960er Jahren zusammen mit seinem Idol John Lee Hooker neu ein.

Van Morrison engagierte den jungen Sänger Brian Kennedy für Plattenaufnahmen und Tourneen und liess ihn seine Songs auf der Bühne singen - angeblich weil sich Morrison zu der Zeit ausgelaugt fühlte. Das in Großbritannien erfolgreiche Album Days Like This, dessen Titelsong zur Hymne der irischen Friedensbewegung erklärt wurde, war von einer überaus düsteren Stimmung getragen, die ganz im Gegensatz zu einer viel beachteten Liaison mit dem Model Michelle Rocca stand. Seine Konzerte verstand Morrison in dieser Zeit als "Jazz and Soul Revue", bei der er mit einer großen Besetzung teils sehr lange Songs und Medleys darbot. Die Konzerte konnten bis zu zweieinhalb Stunden andauern.

Morrison begann immer stärker, sich auf seine Wurzeln zu besinnen. How Long Has This Been Going On enthielt Jazz-Standards, Tell Me Something war den Werken des Jazzkomponisten Mose Allison gewidmet, auf der Liveplatte The Skiffle Sessions musizierte Van Morrison mit Lonnie Donegan und bot mit Skiffle die Musik dar, welche viele britischen Musiker der 1960er Jahre beeinflusst hatte. Schließlich nahm Morrison eine Duettplatte mit der Countrysängerin Linda Gail Lewis, der Schwester von Jerry Lee Lewis, auf: You Win Again mit Standards der Country-Musik. Eine von der Sängerin öffentlich behauptete Liaison führte nach einer Tournee zum Bruch und zog Prozesse nach sich.

In den 1990er Jahren erhielt Van Morrison viele Ehrungen. Unter anderem wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Zum Anlass erschien er aber nicht.

Die Jahre seit 2000

Nicht nur die von der Country-Musik beeinflusste Platte You Win Again löste bei Fans und Kritikern Kontroversen aus, sondern auch die beiden folgenden Alben Down The Road und What's Wrong With This Picture. Er legte inzwischen größere Pausen zwischen den Konzerten ein und spielte häufig ein 90-Minuten-Standard-Set. Dies kam seinen Vorstellungen nahe, nur an den Wochenenden aufzutreten. Das eher ruhige Album Magic Time konnte sich 2005 sofort in den Charts platzieren. Schließlich wandte sich Van Morrison auf seinem Album Pay the devil 2006 erneut der Country-Musik zu und trat zum ersten Mal in Ryman-Auditorium in Nashville, Tennessee - bekannt als Grand Ole Opry - auf.

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