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Biografie

The Posies sind – neben den nur äußerst sporadisch aktiven Young Fresh Fellows und den zwischenzeitlich aufgelösten Pure Joy – eine der am längsten existierenden Bands aus dem 80er-Underground von Seattle und nach dem Ableben der Fastbacks 2001 wohl die letzte Power-Pop-Gruppe jener Tage. Das Kernduo Jon Auer und Ken Stringfellow ließ es sich zwar seit jeher nicht nehmen, auch in anderen Projekten oder solo zu musizieren, doch ist ihre gemeinsame Band nach wie vor präsent. Kennengelernt hatten sich die zwei Sänger und Gitarristen – Auer hatte zuvor unter anderem bei The Squirrels, Stringfellow bei Sky Cries Mary gespielt – an der University of Washington, wo man seine gemeinsame Vorliebe für klassischen Gitarrenpop mit Wunderbar-Gesangsharmonien der Marke Beatles, Big Star und The Hollies entdeckte. Die Posies begannen also als Duo, als welches Auer und Stringfellow auch ihr erstes Werk namens "Failure" aufnahmen. Dieses erschien 1988 zunächst als Eigenrelease und wurde später vom lokalen Label Popllama veröffentlicht. Inzwischen war die Gruppe mit Schlagzeuger Mike Musburger (der allerdings 1994 nach einem Handgemenge mit Stringfellow die Band Richtung Fastbacks verlassen sollte) und Bassist Rick Roberts auf ein Quartett angewachsen, so dass man auch live richtig loslegen konnte. Der hochmelodiöse Gitarrensound der Band wurde so rasch beliebt, dass sich bereits 1989 Majorlabels für die Posies interessierten, und Ende des Jahres signte schließlich der Geffen-Ableger DGC Records die Band. 1990 kam das Album "Failure" heraus, welches das eingängige, intelligente Songwriting der Posies mit einem Major-Budget verband und international auf die Band aufmerksam machen konnte. Eine besondere Ehre für die Beatles-Verehrer Auer und Stringfellow dürfte dabei gewesen sein, dass der "Fab Four"-Drummer Ringo Starr ihr Stück Golden Blunders auf einem seiner Alben coverte.

Als jedoch 1993 das nächste Album namens "Frosting on the Beater" veröffentlicht wurde, war Seattle inzwischen zum Schauplatz des Grunge-Hypes geworden, und so fiel denn auch jener Longplayer eine gute Idee kantiger aus als der recht verträumte Vorgänger. Von einem Punk-Noise-Metal-Hybriden, wie ihn Nirvana, Alice In Chains oder Soundgarden spielten, waren die Posies allerdings dennoch weit entfernt. Das Album wurde ein Erfolg, bemerkenswerterweise jedoch in Europa mehr als in den USA, und die Single Dream All Day, welche in den Staaten zwar auch freundlich von MTV und Radio angenommen wurde, wurde ausgerechnet in Frankreich ein Nummer-Eins-Hit. (Außerdem waren Auer und Stringfellow im selben Jahr Teil der Reunion-Besetzung ihrer großen Vorbilder von Big Star, deren Lineup sie bis heute mit bestreiten.) Die Posten an Bass und Schlagzeug bei den Posies blieben jedoch weiterhin schwierig zu besetzen, denn neben dem faustkampfbedingten Abgang von Mike Musburger schien das Duo Auer/Stringfellow auch recht eifersüchtig über ihre Songwriting-Hegemonie zu wachen, was Rick Roberts nach drei eingereichten selbstgeschriebenen Stücken bitter erfahren mußte: 1994 wurde er diskret gebeten, sich eine andere Band zu suchen.

Die zwei Neuen – ohne größere Ambitionen auf kreative Eigenbeiträge – hießen Joe Howard (Bass) und Brian Young (Schlagzeug), und mit ihnen ging es wieder auf Tour und 1995 wieder ins Studio. "Amazing Disgrace" hieß die vierte Posies-LP, deren Material vom Label DGC zunächst jedoch für zuwenig hitverdächtig befunden wurde, so dass Auer, Stringfellow & Co noch einmal ins Studio marschierten und unter anderem mit der Single Ontario zurückkehrten, die schließlich die Gnade der Labeloberen fand. "Amazing Disgrace" fiel wiederum eine Spur härter aus als der Vorgänger, was in den USA vom Publikum jedoch nicht honoriert wurde. Anders wiederum in Übersee, wo die Verkäufe in Europa und dem Rest der Welt die Platte zur insgesamt bestverkauften Posies-LP werden ließen. Das Klima innerhalb der Band schien mittlerweile jedoch nicht mehr das beste zu sein, denn nach Abschluss der Welttournee 1997 widmete sich jedes Bandmitglied anderen Projekten und tauchte vorerst nur noch für einzelne Shows als Posies wieder auf. Gerüchte über eine Trennung wurden erhärtet, als Anfang 1998 "Success" veröffentlicht wurde, eine Sammlung von neu aufgenommenen, alten Songs der Band. Da nach diesem Release erneut Solo- und andere Aktivitäten der Bandmitglieder folgten, wähnte man die Posies aufgelöst.

Anfang 2000 jedoch kamen Jon Auer und Ken Stringfellow für eine Duo-Akustikshow wieder als The Posies auf die Bühne, was in einer wahren Flut von neuen Veröffentlichungen gipfelte; darunter eine Best Of, eine Live-EP sowie ein 4-CD-Boxset namens "At Least, At Last", das die sprichwörtlichen B-Seiten und Raritäten als Geschenk an die Fans beinhaltete. Mit Matt Harris und Darius Minwalla waren 2001 dann auch wieder Bass und Schlagzeug besetzt, und so tourten die wiedererstandenen Posies bis 2004 durch die Welt, ohne jedoch wirklich neues Material abzuliefern. Dies erschien erst im Jahre 2005 auf dem Album "Every Kind of Light", dessen zwei Tracks Love Comes and I Guess You're Right es immerhin als Demosongs auf das Microsoft-Produkt Windows Vista schafften. Eine ganze Reihe von Musikerkollegen aus aller Welt wird den Posies zudem auf einem 3-CD-Boxset Tribut zollen, das 2008 veröffentlicht werden soll.

Ken Stringfellow lebt inzwischen mit seiner zweiten Frau – von 1993 bis 1996 war er mit der Fastbacks-Gitarristin Kim Warnick verheiratet – und dem gemeinsamen Kind in Frankreich, ist aber aufgrund seiner Verpflichtungen für Big Star, R.E.M. (in derern Tourband er spielte) und nicht zuletzt den Posies aber oft unterwegs. Jon Auer hat unter anderem Platten von Love Battery, TAD, Truly und Redd Kross produziert und ebenso wie sein Kollege Soloalben veröffentlicht.

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