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Biografie

The Drifters war der Name einiger schwarzer Vokal-Rockgruppen, die besetzungsmäßig nichts miteinander zu tun hatten.

Die ersten Drifters

Die erste Formation wurde 1953 von dem Tenor Clyde McPhatter ins Leben gerufen. Nachdem Ahmet Ertegun erfuhr, dass die Dominoes ihren ehemaligen Leadsänger McPhatter entlassen hatten, nahm er diesen unter Vertrag, falls er eine neue Band gründen würde. Das tat er dann auch, allerdings war Jerry Wexler mit den entstandenen Aufnahmen nicht zufrieden, sodass McPhatter im Juni eine neue Band gründete. Neben ihm selbst sangen dort Willie Ferbee (der kurz darauf ausstieg und durch Bill Pinkney ersetzt wurde) und die Brüder Andrew Thrasher und Gerhart Thrasher. In dieser Formation nahmen die Drifters dann Money Honey auf, das in den R&B-Charts Platz 1 erreichte. Doch bereits im Frühling 1954 musste McPhatter seinen Wehrdienst antreten. Kurzzeitig wurde er von David Baughn ersetzt, den Johnny Moore bald darauf ablöste. 1955 verließ auch Andrew Thrasher nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Drifters-Manager George Treadwell die Band. Für ihn kam kurze Zeit später Charlie Hughes. Ende des Jahres waren die Drifters mit dem bekannten Weihnachtssong White Christmas erstmals in den Pop-Charts anzutreffen. 1956 war McPhatters Wehrdienst beendet, doch anstatt zu den Drifters zurückzukehren startete er eine Solo-Karriere. 1957 führte eine Zusammenarbeit mit den bekannten Komponisten und Produzenten Jerry Leiber und Mike Stoller zu einigen kleineren Hits. Trotzdem kehrte Moore der Band den Rücken, sein Platz wurde durch Bobby Hendricks ausgefüllt. Auch Pinkney und Hughes verließen im Folgejahr die Drifters, als Ersatz kamen Jimmy Millender und Tom Evans. Diese hatten davon aber nicht mehr besonders viel, denn bereits im Sommer 1958 kam es zu Problemen mit Treadwell und die Band trennte sich. Sie hinterließen einen unerfüllten Plattenvertrag.

Diese erste Formation, die noch ganz dem R&B-Vocal-Group-Sound ("Doo Wop") verschrieben war und zu den erfolgreichsten Gruppen dieses Genres zu zählen ist, brachte es zwischen 1953 und 1958 auf ca. 10 Platzierungen in den Top 10 der US-R&B-Charts. Ihr letzter Hit "Drip Drop" aus dem Jahr 1958 brachte ihnen die bis dahin höchste Platzierung in den Pop-Charts (US Pop 58, Mai 1958). Allerdings bestand schon hier zwischen der Besetzung von 1953 und der letzten von 1958 bis auf den Gruppennamen keine personelle Übereinstimmung mehr.

Die zweiten Drifters

Treadwell war noch im Besitz der Rechte für den Namen der Band. Die schwarze Gesangsgruppe Five Crowns erklärte sich bereit, in den laufenden Vertrag einzusteigen und den Namen The Drifters anzunehmen. Sie bestand aus Elsbeary Hobbs, Charlie Thomas und Doc Green. Kurze Zeit später musste auch Hobbs den Wehrdienst antreten. Neuer Leadsänger wurde Ben E. King. Ihre ersten folgenden Hits, There Goes My Baby und Dance with Me, waren 1959 noch von Leiber und Stoller komponiert. Da sich diese nun jedoch vor allem mit den Coasters beschäftigten, wurden Mort Shuman und Doc Pomus als neue Produzenten und Komponisten engagiert. 1960 wurde Save the Last Dance for Me, ein Pomus/Shuman-Song, der größte Drifters-Hit überhaupt. Charakteristisch für die Combo war der Call and Response-Gesang des Gospel zwischen King und den anderen Bandmitgliedern, kommerziell eingefärbt. 1961 startete nun auch King eine recht erfolgreiche Solo-Karriere, man fand Ersatz in Rudy Lewis. Zahlreiche Komponisten des Brill Buildings schrieben jetzt für die Drifters, darunter Pomus und Shuman, Leiber und Stoller, Gerry Goffin und Carole King sowie Burt Bacharach. Es folgte Hit auf Hit. Die größten waren Up on the Roof (1962), On Broadway (1963) und Under the Boardwalk (1964). Kurz vor den Aufnahmen zu Under the Boardwalk starb Lewis allerdings, weshalb Moore zurückkehrte. 1965 begann die Hit-Anzahl dann deutlich zu sinken, bis sie 1966 vorerst verebbte.

Spätere Besetzungen/"britische Besetzung"

Die Drifters blieben weiterhin bestehen, wechselten aber ständig ihre Besetzung. Um 1970 waren die Drifters faktisch aufgelöst, ehe Leadsänger Johnny Moore, der allen Besetzungen seit den 50er Jahren zumindest zeitweise angehört hatte, mit einer neuen Formation sein Glück in Großbritannien versuchte und der Gruppe noch einmal späte Top 10-Hits brachte. Nach der erfolgreichen Wiederveröffentlichung zweier Singles aus den 60er Jahren in Großbritannien im Jahre 1972, die prompt beide die Top 10 der UK-Charts erreichten, schloss die Gruppe einen Plattenvertrag mit "Bell"-Records. Aus dieser Kooperation entsprangen zwischen 1973 und 1976 noch einmal 6 Top 10-Platzierungen in Großbritannien, darunter mit "Kissin' in the Back Row of the Movies" (US R&B Nr. 83, UK Pop Nr. 2, 1974) die letzte Chart-Platzierung in den USA.

Die Drifters nahmen seit den Siebzigern an verschiedenen Oldie-Revival-Konzerten teil. Außerdem wurden diverse Sampler veröffentlicht. 1988 erfolgte die Aufnahme der Drifters in die Rock and Roll Hall of Fame. Dabei führte die Vielzahl der Bandmitglieder ein wenig zu Verwirrung; innerhalb des 35-jährigen Bandbestehens gehörten 57 Sänger der Gruppe an! Als weiteres Problem kommt hinzu, dass es mittlerweile diverse Formationen der Gruppe mit ehemaligen Mitgliedern gibt, die alle damit werben, die "Original-Drifters" zu sein.

So tourten bisher in den USA drei Versionen der Drifters durch das Land. Eine Formation, die die Namensrechte hält und in der Nachfolge des Ende 1998 verstorbenen Leadsängers Johnny Moore steht, in der aber keine Mitglieder aus den 50er oder 60er Jahren sind. Eine Formation um Bass-Sänger Bill Pickney (Mitglied der ersten Formation von 1953 - 1956), die bereits 1958 von ihm gegründet wurde und sich "Bill Pickney's Original Drifters" nennt. Hinzu kommt noch eine Gruppe von Charlie Thomas (Mitglied der zweiten Formation von 1958 bis 1967), die als "Charlie Thomas' Drifters" auftritt.

Am Mittwoch, dem 4. Juli 2007, verstarb mit dem 81jährigen Bill Pickney, der insbesondere für seine markante Bass-Stimme auf der Drifters-Hitsingle "White Chistmas" (US R&B Nr. 2, Pop Nr. 80, 11/1954) bekannt war, das letzte Mitglied der ersten Besetzung aus den 50er Jahren. Somit leben zur Zeit mit Ben E. King und Charlie Thomas nur noch zwei Original-Mitglieder der zweiten Besetzung aus den 60er Jahren.

Cliff Richard & the Drifters

Cliff Richards langjährige Begleitband, The Shadows, hieß auf den ersten Veröffentlichungen 1958/1959 The Drifters. Auf Druck der gleichnamigen US-Formation benannten sie sich um.

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