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Radiohead ist eine englische Rockband, die 1985 in Oxford, Vereinigtes Königreich gegründet wurde. Damals noch unter dem Namen On A Friday auftretend, erfolgte 1989 bzw. 1992 die Umbenennung in Radiohead, nach einem Song der Talking Heads namens Radio Head auf deren Album True Stories (1986).

Mitglieder
Die Band besteht aus Thom Yorke (Gesang, Rhythmusgitarre und Piano), Ed O'Brien (Gitarre und Background Vocals), Jonny Greenwood (Gitarre, Keyboard, Ondes Martenot uvw.), Colin Greenwood (Bass) und Phil Selway (Schlagzeug). Produzent Nigel Godrich arbeitet mit der Band seit der Aufnahme von The Bends und hatte deutlichen Einfluss auf deren Klang, weshalb er bisweilen als sechstes Bandmitglied bezeichnet wird.

Bandgeschichte
Erster internationaler Erfolg von Radiohead war die Single "Creep", die sich über einen längeren Zeitraum in den Charts vieler Länder hielt. Später wandte sich die Gruppe von diesem Lied ab und weigerte sich, es zu spielen, weil sie fürchtete, der Inhalt würde als Selbsthass missverstanden und von den Fans überbewertet werden. Inzwischen jedoch wird das Lied auf jeder Tour hin und wieder gespielt, was zu enthusiastischen Reaktionen der Fans führt.

Ihr erstes Album Pablo Honey (1993) mutete noch recht traditionell an, mit Einflüssen der 1960er Jahre, aber auch Einflüssen von Bands wie den Pixies oder Nirvana. Doch schon mit ihrem nächsten, The Bends (1995), fanden sie zum für sie typischen, rockigen Ausdruck und reiften in lyrischer wie musikalischer Hinsicht. Das Album wurde weithin gelobt und zählt zu einem der besseren der mittleren 1990er Jahre.

Erwähnenswert ist die EP My Iron Lung (1994), die zwischen den beiden Alben veröffentlicht wurde und den Übergangszustand zwischen der poppigen Schlichtheit von Pablo Honey und der Härte und Tiefe von The Bends erkennen lässt.

Nach zwei Jahren, in denen die Band fast ausschließlich auf Tour war und dort neues Songmaterial wie "Airbag", "Paranoid Android" und unter anderem auch "Subterranean homesick alien" testete, veröffentlichte Radiohead das Album OK Computer (1997), das vor allem in Umfragen noch größere Zustimmung fand als The Bends. In OK Computer nahm die Band musikalische Risiken auf sich, die unüblich für die Welt des Britpop waren, indem sie mit Raumklang und Rauschen experimentierte. So ist zum Beispiel „Fitter Happier“ ein Song fast ohne Instrumentalbegleitung und mit einer computergenerierten Stimme.

Verunsichert durch den anhaltenden Erfolg und nach einer gewaltigen Welttournee am Rande der völligen Erschöpfung, verbrachte die Band die zweite Hälfte des Jahres 1998 und das gesamte Jahr 1999 in ziemlicher Stille und trat nur selten auf. Im Jahr 2000 kehrten sie mit der Platte Kid A zurück, einem gedämpfteren, elektronischen Album das lyrische und musikalische Aufhänger ihrer früheren Werke durch einen minimalistischeren Stil ersetzte, sowie einem Arrangement vergleichbar einer Mischung aus Pink Floyd und Aphex Twin. Die Band experimentierte wieder, nannte als Einflüsse Alice Coltrane und Paul Lansky sowie Warp Records. Kid A erschien ohne Medienrummel, die Band gab sehr wenige Interviews, es wurden Musikvideos produziert, die nur im Internet veröffentlicht wurden (z. B. "Motion picture soundtrack"), und so genannte 'Blips', sehr kurze Musikclips, liefen auf den Musiksendern. Trotzdem erreichte das Album Nummer-1-Status in den US-Charts, möglicherweise auch, weil das Album vor der Veröffentlichung auf Napster erhältlich war.

Das Album Amnesiac wurde in der Mitte des folgenden Jahres veröffentlicht, und bestand aus weiterem Material der selben Aufnahmesessions wie von Kid A. Die Alben sind einander ähnlich und enthalten zwei verschiedene Versionen des Liedes "Morning Bell". Um die Beziehung der beiden Platten zu beschreiben, vergleicht die Band Kid A mit dem Betrachten eines Feuers aus großer Entfernung, wohingegen man sich bei Amnesiac im Inneren des Feuers befinde. Auch erwähnte Thom Yorke den folgenden Vergleich: Kid A ist zu vergleichen mit einer Nachricht auf einem Anrufbeantworter, wohingegen Amnesiac die Antwort, der Rückruf ist.

2003 veröffentlichte die Band ihr sechstes Album Hail To The Thief, das sich weniger auf elektronische Experimente stützt als seine beiden Vorgänger, sich aber gleichfalls vom gitarrengetriebenen Rock der Anfangszeit absetzt. Der Titel sorgte für Aufsehen, da er als Anspielung auf den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2000 zu interpretieren war. Hail To The Thief war zur Verärgerung der Band schon einige Monate vorher in einer roh gemixten Version im Internet verfügbar.

Das siebte Album, "In Rainbows", erschien am 10. Oktober 2007 als Downloadversion. Das Besondere dabei ist der Preis: Der Käufer kann ihn selbst wählen und nach Abbuchung per Kreditkarte die Tracks downloaden. Über eine herkömmliche Verlegung wird noch diskutiert (Gerüchten nach spricht die Band zur Zeit mit Parlophone), jedoch kann man ebenfalls auf deren offizieller Website die sogenannte "Discbox" bestellen, die neben den Downloadrechten auch noch die auf CD und Vinyl gepressten Tracks sowie ein umfassendes Booklet enthalten wird. Die Discbox ist voraussichtlich ab Dezember verfügbar und kostet etwa 40 Pounds (das entspricht etwa 60 Euro).

Am 14. Februar 2011 kündigten Radiohead schließlich ihr achtes Studioalbum an, welches am 18. Februar in digitaler Form erschien und am 25. März auch in physischer Form veröffentlicht wurde und den Namen "The King of Limbs" trägt

Als erstes Bandmitglied veröffentlichte Jonny Greenwood 2003 ein Soloalbum: Bodysong, den Soundtrack zur gleichnamigen Dokumentation von Simon Pummel. Der Film zeigt die Entwicklung und wichtigsten Lebensstationen des Menschen von der Geburt bis zu seinem Tod. Die Musik ist sehr jazzig und experimentell. Greenwood setzte für das Album auch mehrere Ondes Martenot ein, ein Instrument aus der Anfangszeit der elektronischen Instrumente. Auch ist sein Bruder Colin auf dem Album zu hören. 2006 veröffentlichte Thom Yorke mit dem Album The Eraser eine Soloplatte mit elektronisch untermalten Popsongs. Als erster Song wurde der Titel "Harrowdown Hill" ausgekoppelt.

In der Verfilmung von Harry Potter und der Feuerkelch traten 2005 Phil Selway und Jonny Greenwood gemeinsam mit Jarvis Cocker, dem Frontmann von Pulp, als Zauberer-Rockband Weird Sisters beim Weihnachtsball auf.

Stil
Während Radiohead oft als Britpop-Band eingeordnet wird, ist ihr Einfluss auf den zeitgenössischen Britpop spürbar, besonders bei Bands wie Coldplay, Muse oder Travis. Die elektronischen Experimente der letzten Alben haben sie ins Umfeld des Labels Warp Records gebracht und dazu beigetragen, den Begriff Postrock zu etablieren.

Im Laufe der Zeit hat Thom Yorke (auf den CDs als 'Tchocky', 'Dr Tchock', 'The White Chocolate Farm' usw. erwähnt) zusammen mit Stanley Donwood ein eigenwilliges Artwork entwickelt. Die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Studienkameraden begann mit The Bends. Das Artwork entwickelte sich immer weiter und besitzt seit OK Computer einen sehr hohen Stellenwert für die Band. In Kid A und Amnesiac besteht sie hauptsächlich aus düsteren Landschaften.

Für Hail To The Thief entwickelten Yorke und Donwood ein Design, das einem farbenfrohen Stadtplan ähnelt, der mit verschiedenen „medialen“ Begriffen versehen wurde. Diese entnahm Thom den Nachrichten, da sie in ihm bestimmte Gefühle auslösten und seiner Meinung nach darum auch gezielt von Sendern, Firmen und Politikern eingesetzt wurden. In einem Interview verweist er auf das Neusprech (Newspeak), eine in George Orwells Roman 1984 vorkommende Sprache. Auf diesen wird offenbar auch mit dem Liedtitel „2+2=5“ angespielt.

Videoclips
Auch in Radioheads Videoclips drückt sich ihr unverwechselbarer Stil aus:

"Paranoid Android": Das Clip ist ein 6:36 Minuten langer Zeichentrickfilm. Er beginnt damit, dass ein dunkelhäutiger Jugendlicher (Kind?) seinen wollmützentragenden Freund mit dem Taxi abholt, aufgeregt, ihm offenbar etwas zeigen wollend. Gleichzeitig sieht man einen übergewichtigen, glatzköpfigen Mann, der in einer Sitzung (offenbar ein UNO-Kongress oder ähnliches) Schweiß von seiner Stirn tupft. Die Jugendlichen fahren einstweilen zu einem einsamen Baum, an dem sie eine in ein weißes Gewand gekleidete Frau erwartet. Diese entblößt sich vor den beiden. Unverrichteter Dinge ziehen sie davon und kaufen in der nächsten Szene einen Fisch in einer Zoo-Handlung. Nun sieht man den Übergewichtigen in einer Bar, wo er neben den beiden Jugendlichen ein Bier trinkt. Einer der zwei Jungs verschüttet beim Sturz von seinem Barhocker Bier auf die Hose eines anderen Gastes und wird daraufhin von diesem gewürgt. Der dunkelhäutige Freund vergnügt sich währenddessen mit der Bardame. Während nunmehr auch das Lied immer hektischer wird, sieht man einen Mann, der einen offenbar aus seinem Bauch herauswachsenden Kopf vorführt. Anschließend flüchtet der Junge mit der Wollmütze auf einen Laternenpfahl, der auf einer Brücke steht. Der Dicke folgt ihm, entkleidet sich bis auf eine Leder-Unterhose, schnallt sich eine Zorro-Maske um und bearbeitet den Laternenpfahl mit einer Axt. Der Junge wird von einem Engel in einem Hubschrauber mitgenommen, während sich der Dicke selbst alle vier Gliedmaßen abhackt. Nach einem Rundflug mit dem Hubschrauber wird der wollmützentragende Junge wieder abgesetzt und macht sich mit seinem Freund per Taxi auf den Nachhauseweg. Der verletzte Mann stürzt in den Fluss, wird von Meerjungfrauen verarztet und in das Geäst eines Baumes gelegt.

Über den Sinn oder die Aussage dieses Videos lässt sich nur spekulieren. Angesichts der sehr absurden Handlung ist am naheliegendsten, eine Verbindung zu Drogen anzunehmen, was jedoch im Fall von Radiohead nicht das wahrscheinlichste ist. Auch ein Blick auf den Text des Liedes erklärt nicht viel. Wenn man jedoch die Zeilen „kicking squeeling gucci little piggy“ oder „the yuppies networking, the vomit, the vomit“ betrachtet, scheint auch ein globalisierungs- oder kapitalismuskritischer Ansatz denkbar, für den Thom Yorke steht. Der Bezug zum Clip bleibt jedoch fraglich.

"No Surprises": Im Video sieht man zu Beginn undeutliche Schemen in einem offenbar abgedunkelten Raum. Als es heller wird, sieht man Thoms Kopf, der in einem großen Glas (einer Art Goldfischglas) steckt. An der Außenseite des Glases kann man nun, von unten kommend, spiegelverkehrt den Text des Liedes lesen, den Thom Yorke wie von einem Teleprompter abliest. In der Mitte des Songs füllt sich das Glas mit Wasser und der Sänger muss die Luft anhalten, bis bei der letzten Strophe des Liedes das Wasser wieder abgelassen wird.

"There There": Thom Yorke schleicht sich in diesem Video in einen Wald und beobachtet das Leben der dort ansässigen Tiere. Diese wohnen in kleinen, puppenstubenartig ausgestatteten Häuschen. Thom beobachtet die Hochzeit zwischen zwei Eulen, die von einem als Pfarrer fungierenden Raben zelebriert wird. Alle Tiere im Video wirken leblos, wie ausgestopft. Als Thom auf einer Lichtung einen schimmernden Mantel und ein paar Schuhe entdeckt, zieht er diese an. Daraufhin erwachen einige Raben, die bislang unbeweglich verharrt hatten, zum Leben und greifen den Eindringling an. Thom flieht panikartig, kann aber nicht entkommen und wird zum Ende bei lebendigem Leibe in einen Baum verwandelt.

"Karma Police": Das Clip beginnt in einem Auto, die Kameraperspektive vermittelt den Eindruck, man säße auf dem Fahrersitz. Nach einem langsamen Schwenk durch das Wageninnere fährt das Auto los. Der Blick durch die Windschutzscheibe zeigt eine unbeleuchtete Landstraße. Nach kurzer Zeit taucht am Straßenrand eine Person auf. Das Auto verfolgt diese Person, die nunmehr davonläuft. Ein weiterer Schwenk durch das Wageninnere zeigt, dass Thom Yorke auf dem Rücksitz Platz genommen hat. Er wirkt gelangweilt und fläzt sich herum. Der Kameraschwenk zurück zeigt, dass die fliehende Person immer noch da ist. Plötzlich bleibt der Mann stehen, ebenso das Auto. Der Verfolgte bemerkt eine Benzinlache unter dem Auto und fingert hinter seinem Rücken ein Streichholz aus der Hosentasche. Als der Fahrer sieht, dass der Mann das brennende Zündholz in der Hand hält, legt er den Rückwärtsgang ein und versucht, der brennenden Benzinspur zu entkommen - natürlich vergeblich. Das Auto fängt Feuer, Thom Yorke sitzt inzwischen nicht mehr auf der Rückbank.
Das Auto in diesem Video, eine ältere Limousine der Marke Chrysler, soll die Industrie symbolisieren, die den hilflosen Mann nach belieben unterdrücken kann. Somit zeigt sich wieder die für Thom Yorke übliche Kritik an der Globalisierung und dem Kapitalismus. Das entzünden des Benzins, einem wichtigen Bestandteil und Machtsymbol der Industrie, zeigt, wie der ausgebeutete Arbeiter zurückschlägt. Thom Yorke sitzt möglicherweise im Auto, weil er selber in der (Platten)-Industrie gefangen ist und nicht besonders eingreifen kann. Möglicherweise "spielt" er auch einfach einen gelangweilten Boss eines großen Konzerns.

Die Video-Sammlung unter dem Titel "7 Television Commercials" erschien 2003 und enthält die Clips "Paranoid Android", "Street Spirit", "No Surprises", "Just", "High and Dry", "Karma Police" und "Fake Plastic Trees".

Offizielle Internetseite: www.radiohead.com/

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