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Biografie

Nelly Kim Furtado (* 2. Dezember 1978 in Victoria, British Columbia, Kanada) ist eine portugiesisch-kanadische Sängerin, Songwriterin und Musikerin.

Kindheit und Jugend

Nelly Furtado wurde am 2. Dezember 1978 als drittes Kind der portugiesischen Einwanderer Maria Manuela und António José Furtado geboren. Ihren Namen erhielt sie in Anlehnung an die sowjetische Turnerin Nelli Kim. Die Eltern waren 1967 vor dem Salazar-Regime von São Miguel auf den Azoren geflüchtet und nach Kanada emigriert. Durch ihren ethnischen Hintergrund und die soziale Stellung ihrer Eltern als Haushälterin und Steinmetz wurde Nelly Furtado schon früh nachhaltig geprägt. Ihre Eltern erzogen sie im katholischem Glauben und nach der Auffassung, dass man allein durch harte Arbeit im Leben voran kommt. Sie besuchte die Mount Douglas Secondary School und begann als Zwölfjährige im Sommer zusammen mit ihrer Mutter als Zimmermädchen im Robin Hood Motel von Victoria zu arbeiten. Dieser Tätigkeit ging sie insgesamt acht Jahre lang nach.

In ihrer Jugend litt Nelly Furtado unter Depressionen und hatte ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern. Dementsprechend verließ Nelly Furtado nach dem Abschluss der High School im Jahre 1996 das Elternhaus und zog zu ihrer Schwester nach Toronto. 1997 kehrte sie für einige Monate zu ihren Eltern nach Victoria zurück und schrieb sich am Camosun College ein. Doch bereits nach kurzer Zeit konfrontierte sie ihre Eltern mit dem Entschluss, das College zu verlassen und sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Ihre Eltern waren mit dieser Entscheidung einverstanden, da sie die Studieneinstellung ihrer Tochter zuvor bemängelt hatten.

Musikalische Wurzeln

Nelly Furtado spricht fließend Englisch sowie Portugiesisch und hat in diesen beiden Sprachen sowie in Spanisch und Hindi bereits Lieder gesungen. Im Alter von vier Jahren begann sie, sich für Musik zu begeistern, da ihr Onkel und ihr Großvater Musiker waren und ihre Mutter in einem Chor sang, und erhielt Klavierunterricht. Als Siebenjährige erlernte Nelly Furtado das Spielen der Ukulele, mit neun Jahren Posaune, mit elf Keyboard und später Gitarre, zudem war sie Mitglied einer portugiesischen Blaskapelle. In der Kirche, die sie regelmäßig mit ihren Eltern besuchte, nahm sie darüber hinaus Unterricht in volkstümlichen portugiesischen Tänzen. Mit zwölf Jahren begann sie ihre ersten eigenen Lieder zu schreiben. Zunächst war sie der Pop-Musik zugewandt, öffnete sich als Teenager aber einem breiten musikalischen Spektrum und hörte nun vorwiegend R&B, Hip-Hop sowie brasilianische Musik. Über ihren Bruder kam sie auch mit der Musik von Rock-Gruppen wie Radiohead, The Verve oder Oasis in Kontakt. Während einer Sommerreise durch Europa lernte Nelly Furtado die alte portugiesische Musikrichtung Fado kennen.

Privates

Nach ihrem Erfolg bei der Grammy-Verleihung 2002 fasste Nelly Furtado den Entschluss, ein ruhigeres Leben zu führen und eine Familie gründen zu wollen. Zu dieser Zeit führte sie mit Jasper Gahunia, bekannt als DJ Lil'Jaz, eine Beziehung. Sie kannten sich bereits einige Jahre und arbeiteten auch musikalisch zusammen. Gahunia war deshalb auch an der Entstehung der ersten beiden Alben Nelly Furtados beteiligt. Wenige Monate später meldete Furtado, dass sie von Gahunia schwanger war und ihr erstes Kind erwartete. Am 20. September 2003 brachte sie in Toronto ihre Tochter Nevis zur Welt. 2005 trennten sich Nelly Furtado und Jasper Gehunia nach vierjähriger Beziehung, blieben jedoch miteinander befreundet. Er spielt auch nach wie vor in ihrer Liveband. Ihre aktuelle Beziehung mit dem Tontechniker Demacio Castellon, der auch an ihrem Album Loose mitgearbeitet hat, hielt Nelly Furtado lange Zeit geheim. Im Juli 2007 gab sie ihre Verlobung bekannt.

Wenn Nelly Furtado beruflich unterwegs ist, wird sie regelmäßig von ihrer Tochter begleitet.

Musik

Bei einem Aufenthalt in Toronto im Sommer 1995 lernte Nelly Furtado den Hip-Hopper Tallis Newkirk von der Gruppe Crazy Cheese kennen. Newkirk war von Furtados musikalischen Fähigkeiten so überzeugt, dass er sie an den Aufnahmen für das neue Album der Gruppe, Join The Ranks, mitwirken ließ. Nelly Furtado steuerte dabei den Gesang zum Titel Waitin' 4 the Streets bei.

Während sie in Toronto lebte, schrieb Nelly Furtado Songs, nahm Demobänder auf und absolvierte mit dem Trip-Hop-Duo Nelstar, das sie mit ihrer alten Bekanntschaft Newkirk gebildet hatte, Auftritte in verschiedenen Clubs. Zwar stieg das Interesse an Nelstar mit der Zeit, aber Furtado fühlte sich mit dem musikalischen Stil der Gruppe immer weniger verbunden, sodass Nelstar nach wenigen Monaten wieder zerbrach.

Noch vor ihrer zwischenzeitlichen Heimkehr nach Victoria hatte Nelly Furtado in Toronto am Honey Jam, einer Talentshow für R&B- und Hip-Hop-Acts, teilgenommen. Der Auftritt der damals 18-Jährigen ließ Gerald Eaton und Brian West von der Soul-Pop-Band The Philosopher Kings, die unter dem Namen Track & Field auch als Produzenten tätig waren, auf Furtado aufmerksam werden. Nachdem Nelly Furtado 1999 im Alter von 20 Jahren abermals nach Toronto zog, stellte sie den Kontakt zu Eaton und West wieder her. Zusammen mit den beiden Produzenten, die sie behutsam auf die Karriere vorbereiteten, schrieb Furtado einige Songs, die zum Teil auf ihr Debütalbum veröffentlicht wurden, und nahm schließlich ein Demoband auf, das an das Label DreamWorks geschickt wurde. Die Aufnahmen überzeugten die Verantwortlichen und so erhielt sie in diesem Jahr ihren ersten Plattenvertrag. Schon im Jahr 1999 wurde mit Party's Just Begun (Again) Nelly Furtados erster Song veröffentlicht, jedoch nur auf dem Soundtrack zum Kinofilm Brokedown Palace. 2000 folgten unter anderem ein Artikel in der Zeitschrift Vanity Fair und ein Auftritt in Jay Lenos Tonight Show. Im Oktober erschien das von Track & Field produzierte Debütalbum Whoa, Nelly!, das Pop, Hip-Hop und Folk vereinte. Das Album blieb zunächst weitgehend unbeachtet, doch die Verkaufszahlen wurden im Zuge von Nelly Furtados stetig steigendem Bekanntheitsgrad durch Auftritte im Rahmen der Burn In The Spotlight-Tour im Frühjahr 2001 und als Supporting-Act für Mobys Area:One-Tour sowie den Erfolg der Singleauskopplungen I'm Like a Bird und Turn Off The Light deutlich beflügelt. In zahlreichen Ländern erzielte die Platte schließlich Gold- und Platin-Status. Nelly Furtado hatte zudem die Aufmerksamkeit einiger etablierter Künstler geweckt, sodass es in der Folge zu einigen Kollaborationen mit diesen kam. Furtados Auftakterfolg wurde 2002 mit vier Grammy-Nominierungen und dem Grammy für I'm Like a Bird ausgezeichnet. Wäre ihr Debüt Whoa, Nelly! gefloppt, hätte Furtado ein Studium begonnen und Musik nur noch nebenbei machen wollen.

Im Herbst 2002 begann Nelly Furtado mit den Aufnahmen zu ihrem zweiten Album. Die Arbeit verzögerte sich durch die Schwangerschaft, sodass erst im November 2003, rund 2 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Nevis, das Album Folklore erschien. Obwohl sich die neuen Lieder früheren Themen, wie zum Beispiel der Selbstsicherheit anschlossen, so waren sie aus musikalischer Sicht nicht mit den radiotauglichen Popsongs des Vorgängers vergleichbar. Die Reaktion auf das Album mit seinen überwiegend melancholischen und recht schwerfälligen Titeln fiel dann auch verhalten aus, sodass Folklore deutlich hinter dem Erfolg des Debüts zurück blieb. In den USA erreichten die Verkaufszahlen nur etwa ein Viertel von Whoa, Nelly!. Im Gegensatz dazu erhielt das Album ausgerechnet in Deutschland die größte Beachtung: Furtado konnte sich mit Folklore sowie mit den Singles Powerless (Say What You Want) und Força, dem offiziellen Titelsong zur Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal, den sie vor dem Finale in Lissabon sang, erstmals in den deutschen Top Ten platzieren. In einem Interview vermutete Nelly Furtado später, dass die deutschen Fans das Album wegen seiner Gedankenversunkenheit so sehr mögen würden.

In der Folge zog sich Furtado für knapp zwei Jahre weitgehend ins Privatleben zurück und widmete sich vorrangig der Erziehung ihrer Tochter. Ihr drittes Album sollte einen neuen Stil erhalten und so wurden im Vorfeld die alten Strukturen abgelöst: Furtado hatte sich von ihren Produzenten Track & Field getrennt und ihre alte Plattenfirma existierte nicht mehr, sodass sie nun beim Label Geffen Records unter Vertrag stand. Nachdem sie sich vergeblich an einige andere Produzenten gewandt hatte, wurde sie sich mit Timbaland einig, den sie bereits seit 2001 durch die gemeinsame Arbeit am Get Ur Freak On-Remix mit Missy Elliott kannte. Ursprünglich wollte sie nur einen einzigen Titel mit ihm aufnehmen, doch die Zusammenarbeit verlief so gut, dass zahlreiche neue Songs für ihr kommendes Album entstanden. Dies schlug sich auch im neuen Stil Furtados nieder, bei dem R&B und Hip-Hop nun im Vordergrund standen (die vorherigen Alben waren eher der Popmusik und dem Folk zuzuordnen). Nelly Furtado bezeichnete diesen neuen Stil als „Punk-Hop“. Am 9. Juni 2006 erschien ihr drittes und bis heute erfolgreichstes Album Loose, das in zahlreichen Ländern auf Platz eins der Album-Charts stürmte, was ihr zuvor weder mit Whoa, Nelly! noch mit Folklore gelungen war. Zugleich wurde aber auch deutlich, dass Furtado ihr Image spürbar geändert hatte: In den neuen Musikvideos gab sie sich deutlich lasziver und freizügiger als bislang gewohnt, was bei Fans und Medien nur teils auf Zustimmung stieß (ihr wurde vorgeworfen, ihren Körper für den Erfolg zu verkaufen).Folglich bot der Playboy Ende des Jahres 2006 500.000 US-Dollar für Nacktaufnahmen Furtados, sie lehnte das Angebot jedoch ab. Auch mit den aus Loose veröffentlichten Singles konnte Furtado erstmals seit über fünf Jahren weltweite kommerzielle Erfolge feiern: Nach Maneater und Promiscuous wurde der Song All Good Things (Come to an End), den sie gemeinsam mit Coldplay-Sänger Chris Martin geschrieben hatte, im November 2006 in Europa veröffentlicht. Der Song belegte sechs Wochen lang die Spitze der Deutschen Single-Charts und ist damit die bisher erfolgreichste Single der Kanadierin in Deutschland. Mit weltweit über sieben Millionen verkauften Einheiten ist allerdings Say It Right die bisher erfolgreichste Single in Furtados Karriere sowie ihrer Plattenfirma, Geffen Records. Aufgrund des enormen kommerziellen Erfolges Furtados erklärten Vertreter ihrer Heimatstadt Victoria im Rahmen eines Besuches der Sängerin im Frühjahr 2007 den 21. März (Frühlingsanfang) zum alljährlichen "Nelly Furtado-Day".

Nach In God's Hands, der siebten und letzten Singleauskopplung aus dem Erfolgsalbum Loose, erschien am 27. Juni 2008 eine Kollaboration Furtados mit der italienischen Popgruppe Zero Assoluto in Deutschland, die den Titel Win Or Lose (Appena prima di partire) trägt und bereits im Vorjahr in Italien veröffentlicht worden ist.

Am 8. Dezember 2008 erschien (zunächst in Großbritannien) ihre nächste Kollaboration mit James Morrison mit dem Titel "Broken Strings". Der Song stürmte sofort die Hitlisten und landete um den Jahreswechsel auf Platz 2 der UK Charts. In Deutschland kam die Single am 16. Januar 2009 in den Handel und schoss direkt auf Platz 1, wo sie bis heute steht (Stand: 19. Februar 2009).

Ein neues Album mit englischen und spanischen Songs ist für den Sommer 2009 geplant.

Schauspielerei

Schon bei ihrem Durchbruch 2001 äußerte Nelly Furtado den Wunsch, neben der musikalischen Karriere auch schauspielern zu wollen. Erste Erfahrungen sammelte sie bei Theatervorführungen während der Schulzeit. Um ihre Fähigkeiten im Schauspiel zu verbessern, nimmt sie seit mehreren Jahren Unterricht. Nelly Furtado erklärte das Mitwirken in einem Kinofilm zu ihrem primären Ziel. 2006 war sie für das Independent-Drama Nobody’s Hero im Gespräch, doch das Vorhaben scheiterte, weil sie wegen der Promotion für ihr Album Loose keine Zeit für die Aufnahmen hatte. Bisher hatte Nelly Furtado Gastauftritte in einigen amerikanischen und portugiesischen Serien wie beispielsweise CSI: NY.

Im Oktober 2008 startete ein Film mit dem Titel „Max Payne“, wo Nelly Furtado eine kurze Rolle hatte. Leider floppte dieser in Deutschland ziemlich, so dass er schon nach gut 2 Wochen wieder aus den Kinos genommen wurde.

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