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Biografie

Carcass (engl.: Kadaver) ist eine englische Grindcore/Death-Metal-Band aus Liverpool.

Bandgeschichte

Die Band wird 1985 von Bill Steer und Ken Owen gegründet. Die Bandmitglieder stammen, wie fast alle damaligen Grindcore-Bands, aus der Punk-Szene. Das 1985 aufgenommene Demo hatte Sessioncharakter. Ernst wird es erst 1987, nachdem Gitarrist Bill Steer, zu dieser Zeit bei der Grindcore-Legende Napalm Death aktiv, nach den Aufnahmen zu Scum wieder zu Carcass wechselt und Jeff Walker, der zuvor bei den Electro Hippies gefeuert wurde, dazustößt. Das '88er-Debüt Reek of Putrefaction weist eine erschreckend schlechte Produktion auf, wird aber trotzdem von Kult-Radio-DJ John Peel in sein Programm aufgenommen und sichert so Reek of Putrefaction eine gewisse Aufmerksamkeit, die neben dem Airplay auch auf dem Cover, das eine Collage aus Leichenteilen zeigt, beruht. Die Texte der Band entsprechen diesem Artwork.

Nach einem Jahr und diversen Touren ändert sich jedoch alles. Das nachfolgende Album Symphonies of Sickness ist dem Vorgängeralbum um Längen voraus, da die Band mit mehr Death-Metal-Elementen experimentiert. Dadurch wächst die Fangemeinde der Band rapide an. Mittlerweile hat Steer Napalm Death endgültig den Rücken gekehrt.

Mit dem dritten Longplayer, Necroticism: Descanting the Insalubrious, der 1991 erscheint, ändert Carcass seinen Stil noch weiter weg vom reinen Grindcore. Man lässt sehr deutliche Death-Metal-Einflüsse zu und wird technischer, aber auch melodischer. Zu verdanken ist diese Entwicklung u.a. durch die Erweiterung der Gruppe durch einen zweiten Gitarristen, Michael Amott (ehemals Carnage), der Einflüsse aus dem schwedischen Death Metal in den Carcass-Sound einbringt.

Obwohl der grundlegende musikalische Pfad nicht verlassen wird, regt sich bei einigen im Fanlager Widerstand. Um einem vermeintlichen "Softie-Image" zuvorzukommen, schiebt Carcass im Sommer 1992 das Mini-Album Tools of Trade nach, das wieder deutlich härter ausfällt.

Zwei Jahre später präsentiert die Band das populärste Album Heartwork, das nun auch klassische Heavy-Metal-Elemente enthält und sich textlich ein wenig von ehemaligen Gemetzel-Texten entfernt. Damit verliert Carcass einen großen teil der alten Fangemeinde, gewinnt aber einen um so größeren Teil neuer Begeisterter hinzu.

Michael Amott beschließt kurz vor der großen US-Tour mit Morbid Angel und Stabbing Westward, nicht weiter für Carcass zu spielen und wird auf der Tour durch einen Roadie ersetzt. Er hebt später die Bands Spiritual Beggars und Arch Enemy aus der Taufe.

Mit Carlos Regadas, der nun die zweiten Gitarre übernimmt und schon länger ein Freund der Band ist, wechselt Carcass von Earache Records zu Columbia Records, um sich noch besser weiterentwickeln zu können. Doch das neue Label lehnt das eingespielte Material für das nächste Album ab. Nach dem erneuten abmischen der Songs war Steer nicht zufrieden und protestierte. Doch das Label drohte mit Blockade. Verärgert veröffentlicht die Band das Album 1996 unter dem Namen Swansong bei dem ehemaligen Label Earache. Der Stil des Tonträgers ist im groovigen Midtempo gehalten und kann am ehesten dem Melodic Death Metal zugeordnet werden. Kurz zuvor (1995) löst sich die Band jedoch auf, da Gitarrist Bill Steer wegen "internen Schwierigkeiten" zwischen den Mitgliedern ausgestiegen ist.

Zusätzliche Informationen

Heartwork verhalf der Band 1993 zum 'großen' Durchbruch in der Heavy-Metal-Szene (Number 54 - UK Album Charts). Der kommerzielle Erfolg dieses Albums verhalf Carcass schließlich zu einen Deal mit dem Major-Plattenlabel Columbia Records, bei dem auch Napalm Death zur selben Zeit unter Vertrag genommen wurden.

Das Cover von Heartwork stammt vom Schweizer Künstler H.R. Giger.

Earache veröffentlichte später den Sampler und die DVD Wake Up & Smell the Carcass, die jeweils Aufnahmen von Tools of Trade und Heartwork, sowie bislang unveröffentlichtes Material (u.a. fünf Nummern, die ursprünglich für Swansong eingeplant waren) enthalten.

Ken Owen, der die Musikwelt mit seinem außergewöhnlichen Schlagzeugstil bereicherte und immer noch viele Musiker beeinflusst, erlitt 1999 eine schwere Gehirnblutung und lag 10 Monate lang im Koma. Mittlerweile ist er auf dem Weg der Besserung und spielt sogar wieder ein bisschen Schlagzeug.

2006 veröffentlicht Jeff Walker das Soloalbum Jeff Walker Und Die Flüffers: Welcome To Carcass Cuntry, auf dem er Johnny Cash, Hank Williams und andere Country- und Blues-Musiker covert - all das mit einer guten Portion Metalriffs. Hinter den Flüffers verstecken sich neben alten Bandkollegen wie Bill Steer und Ken Owen auch fast alle Amorphis-Mitglieder, Faith No More's Billy Goulde und HIM's Ville Valo.

In einem Interview im Juni desselben Jahres spricht Jeff über die Möglichkeit einer Reunion von Carcass (aus bandexternen Quellen wurde der Sommer 2007 genannt).

Reunion Show zum 20. Jubiläum des ersten Albums

Wie nun von Seiten der Band, als auch des Wacken Open Air bestätigt wurde, werden Carcass auf dem W:O:A 2008 auftreten. Allerdings wird es an der Besetzung kleinere Veränderungen zum letzten Line-Up der Band geben. Ken Owen wird durch Daniel Erlandsson (Arch Enemy) ersetzt, zwar wird Ken Owen vor Ort sein, ob er jedoch hinter den Drums platz nimmt ist noch fraglich. Für die Vocals und den Bass wird Jeff Walker verantwortlich sein welcher an den Gitarren von Bill Steer und Michael Amott unterstützt wird.

Textliches

Auf den ersten drei Alben thematisierten Carcass bizarre Kombinationen von medizinischen Instrumenten und Chemikalien mit der Humanmedizin:

„Oozing chyme reeks as your duodenum is hacked
Secreting gastric juices, enzymes melt your faecal tract
Torn major arteries, your corpse with blood is drenched
Your mouth is ripped inside-out as your oesophagus is wrenched”
(aus: Maggot Colony vom Album Reek of putrefaction)

Übersetzung:

„Triefender Brei stinkt, weil dein Zwölffingerdarm zerhackt ist,
er sondert Magensäfte ab; Enzyme schmelzen deinen Fäkaltrakt,
wegen der zerfetzen Hauptschlagader ist deine Leiche mit Blut durchnässt,
dein Mund ist aufgerissen, da deine Speiseröhre herausgezogen wurde.”

Das Thema wurde mit der Zeit aber von sozialkritischen Themen verdrängt. In einem Interview sagte Jeff Walker, dass das Splatter-Thema eigentlich nur als Gag gemeint war und sich gegen den Fleischkonsum richtete, da alle Mitglieder Vegetarier (Bill Steer und Jeff Walker sogar Veganer) waren.

Eines von vielen Beispielen, für den Wandel von Medizin/Splatter-Texten hin zu sozialkritischem Songwriting, ist "Don't Believe A Word" vom Swansong-Album. Darin wird auf die Manipulations -und Fehlinformationstendenz der Massenmedien hingewiesen.

„You should never take too literally what you read,
Misinformation, distortion, make belief,
Fabrications, half truth implied,
Misquotations, out of context and lies,

Lies - You believe them all,
Lies - You swallow them whole,
Lies - Half truths misinformation and…
Lies - You believe them all!”

Fast zwei Jahrzehnte nach ihrem vorzeitigen Ableben, zeigen sich Carcass 2013 in absoluter Höchstform. Mit Surgical Steel melden sich die Meister des perfektionierten Gemetzels zurück. Jeff Walker und Bill Steer stehen in der aktuellen Inkarnation Drummer Dan Wilding und Gitarrist Ben Ash zur Seite.

Diskografie

* 1987 - Flesh ripping sonic torment (Demo)
* 1988 - Reek of putrefaction
* 1989 - Symphonies of sickness
* 1989 - The Peel sessions
* 1991 - Necroticism: Descanting the insalubrious
* 1992 - Tools of trade (EP)
* 1993 - Heartwork
* 1994 - The Heartwork EP
* 1995 - Swansong
* 1997 - Wake Up And Smell The… Carcass
* 1998 - Best Of Carcass (Japan 2-CD)
* 2001 - Wake Up And Smell The… Carcass (DVD)
* 2004 - Choice Cuts
* 2013 - Surgical Steel

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