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André George Previn, Knight of the British Empire (* 6. April 1929 in Berlin als Andreas Ludwig Priwin), ist ein US-amerikanischer Pianist, Komponist und Dirigent. Previn ist eine außergewöhnliche Gestalt der internationalen Musikszene. Auch wenn er heute vor allem als Dirigent symphonischer Orchester berühmt ist, so ist er doch einer der wenigen Künstler, die sich nicht in ein gängiges Schema pressen lassen.

Er studierte zunächst am städtischen Konservatorium seiner Geburtsstadt und am Conservatoire de Musique in Paris Klavier.
Im Jahr 1939 flüchtete seine jüdische Familie nach Los Angeles, USA, wo der Großvater, Charles Previn, als Musikdirektor bei den Universal Filmstudios in Hollywood arbeitete.

Dort lebte Previn im Umkreis der sprießenden Jazzszene und boomenden Filmindustrie und schloss seine Ausbildung an der University of California bei Joseph Achron und Mario Cestelnuovo-Tedesco ab. Bereits während des Studium brachte Art Tatums Sweet Lorraine Previn dazu, sich mit dem Jazz zu beschäftigen und erste Schritte in Richtung Jazzpianist zu machen.
Mit dreizehn Jahren begann Previn seine Karriere mit Radioaufnahmen, u. a. mit Hoagy Carmichael. Mit fünfzehn gab er ein Jazz-Konzert im Los Angeles Philharmonic Konzertsaal. Sein damaliger Impresario Laguna gründete dann eine Schallplattenfirma, für die Previn 1945/46 seine ersten Aufnahmen machte, unter anderem mit Jazzmusikern wie Willie Smith und Red Callender.
Von 1948 bis 1960 arbeitete er in Hollywood als Pianist, Komponist, Dirigent und Arrangeur von Filmmusiken bei Metro Goldwyn Meyer. Als eleganter Improvisator im West Coast-Stil nahm er erfolgreiche Alben mit seinem eigenem Jazztrio auf und gewann 1961 seinen ersten Grammy.

Aufgenommen wurden auch Previns eigene Kompositionen wie Sunset in Blue. Er zählte zu den erstklassigen Jazzmusikern der Vereinigten Staaten und spielte mit Ray Brown, Dizzy Gillespie sowie Billie Holiday. Für das Trioalbum My Fair Lady mit Shelly Manne und Leroy Vinnegar erhielt er 1956 die erste Goldene Schallplatte der Jazzgeschichte.

Etwa zur gleichen Zeit begann er wieder zu studieren, und schulte mit Hilfe von Pierre Monteux zum klassischen Dirigenten um. Auch hier hatte er Erfolg und gab 1963 sein Debüt als Dirigent beim Saint Louis Symphony Orchestra. 1967 wurde er der Nachfolger von John Barbirolli beim Houston Symphony Orchestra (bis 1970). In den folgenden Jahren leitete er Ensembles wie das London Symphony Orchestra (1969-79, Conductor Laureate seit 1993), das Pittsburgh Symphony Orchestra (1976–1984) , das Royal Philharmonic Orchestra (Musikalischer Direktor 1985-88; Chefdirigent 1988-91) und das Los Angeles Philharmonic Orchestra (1985-89). Seit 2002 führt er das Oslo Filharmoniske Orkester.

Anfang der Neunziger fand er zurück zum Jazz, spielte mit Joe Pass, Ray Brown, Mundell Lowe oder auch der Sängerin Kiri Te Kanawa. 1993 wurde er zum Conductor Laureate des London Symphony Orchestra ernannt, drei Jahre später verlieh ihm Königin Elizabeth II den Titels "Knight of the British Empire" (Sir). Ebenfalls in den Neunzigern kam der Kontakt zwischen Previn und der Geigerin Anne-Sophie Mutter zustande. Sie gab zunächst ein Werk bei ihm in Auftrag und so entstand 1996 "Tango, Song and Dance für Violine und Klavier". Schließlich verliebten sich bei beiden ineinander, was zu einer ungewöhnlichen und zugleich musikalisch produktiven Liaison führte.

Anfang 1998 schrieb André Previn seine erste Oper "A Streetcar Named Desire" nach einer Vorlage von Tennesee Williams. Es war ein Auftragswerk für die San Francisco Opera, die Premiere fand noch im selben Jahr statt. In der Saison 1999/2000 wurde das Auftragswerk der Wiener Philharmoniker "Diversions" uraufgeführt und auf Schallplatte festgehalten. Am 14.März 2002 wurde schließlich sein erstes Violinkonzerts mit dem Boston Symphony Or-chestra unter seiner Leitung uraufgeführt. Previn hatte das Werk für Anne-Sophie Mutter geschrieben, die auch als Solistin der Premiere fungierte. Im August des Jahres heirateten die beiden in New York. Mit dem Anfang der Spielzeit 2002/3 übernahm André Previn die Leitung des Philharmonischen Orchesters Oslo. Es folgten zahlreiche Auftritte mit Anne-Sophie Mutter vor allem in Europa.

Darüber hinaus entstanden weitere Kompositionen wie das Klavierkonzert für Vladimir Ashkenazy, eine Cello-Sonate für Yo-Yo Ma und mehrere Liederzyklen für Barbara Bonney, Janet Baker und Kathleen Battle. Noch in Arbeit befinden sich eine neue Liedersammlung für Barbara Bonney und Anthony Dean Griffey, eine Klarinetten-Sonate für Thomas Martin vom Boston Symphony Orchestra sowie eine zweite Oper.
Unter den zahlreichen Preisen, die Previn erhielt, waren immerhin 13 Grammys, zuletzt für die "The Sea Hawk – Previn conducts Korngold" (2002, "Best Classical Crossover Album") und für die Einspielung seines Violinkonzerts mit Anne-Sophie Mutter (2005, "Best Classical Soloist with Orchestra"). Im Herbst 2005 wurde André Previn in Toronto mit dem renommierten"Glenn Gould Preis", den die Glenn Gould Foundation alle drei Jahre verleiht, ausgezeichnet.

Er dirigierte auch Kinofilmmusiken, etwa Der Elefantenmensch (1980), Rollerball (1975), Jesus Christ Superstar (1973), My Fair Lady (1964), Porgy and Bess (1959), Seidenstrümpfe (1957), Küß mich, Kätchen (1953).
Auch als Filmkomponist betätigte sich Previn, etwa für die Musik zu Three Little Words (1950), die auch von ihm dirigiert wurde, oder für die Filmkomödie Gigi (1958), für die er ei-nen seiner vier Oscars für Filmmusik erhielt.

Mit einem vielfältigen kompositorischen Schaffen ergänzte Previn sein Wirken für die klassische Musik. Uraufführung seiner Oper Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire) war am 19. September 1998 im War Memorial Opera House von San Francisco. Sein Violinkonzert schrieb er für Anne-Sophie Mutter, mit der er von 2002 bis 2006 in fünfter Ehe verheiratet war.

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